Michaelertrakt

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Michaelertrakt (1948)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1889
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  20.06.2017 durch WIEN1\lanm08sch
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Bildname Michaelertrakt.jpg
Bildunterschrift  Michaelertrakt (1948)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 48112/1
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Michaelerplatz1

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Michaelertrakt (1, Hofburg). Nach einem Entwurf von Joseph Emanuel Fischer von Erlach gleichzeitig mit dem Reichskanzleitrakt begonnen und, teilweise verändert, von Ferdinand Kirschner unter Berücksichtigung der Pläne Fischers gebaut (1889-1893). Durch den Trakt wurde an der Stelle, an der das alte Burgtheater mit der Halbrotunde gestanden war, die Verbindung der Hofreitschule mit dem sogannten Kanzleitrakt in der Schauflergasse hergestellt. Zugleich entstand hier ein neues, prunkvolles Burgtor; vier Säulenpaare (Michaelertrakt der Hofburg, nicht ausgeführter Entwurf von Joseph Emanuel Fischer von Erlach, Stich von Johann August Corvinus nach einer Zeichnung von Salomon Kleiner, 1733) tragen das Hauptgesims, überdem eine Attika mit den allegorischen Figurengruppen der Weisheit, Gerechtigkeit und Stärke von Johannes Benk den Abschluss bildet. Diese Hauptgruppe ist flankiert von Liktoren. Über dem Hauptportal sind von zwei posaunenführenden Genien getragene kaiserliche Wappenschilder angebracht. Den vier seitlich der Eingänge aufgestellten Gruppen, die (von links nach rechts) den Ateliers der Bildhauer Edmund Hofmann von Aspernburg, Hans Scherpe, Josef Lax und Anton Paul Wagner entstammen, liegen Motive aus der Heraklessage zugrunde. Die Trophäengruppen schuf Emanuel Pendl. Das Innere der 54 Meter hohen, von Kirschner entworfenen Kuppel ("Michaelerkuppel") ist mit je zwei Skulpturen von Franz Koch (Providentia Augusti), Johann (Hans) Kalmsteiner (Pietas Augusti), Wilhelm Seib (Spes publica) und Werner David (Fides publica) geschmückt, die Herrschervorzüge und Volkstugenden symbolisieren. In den Durchgängen für die Fußgänger sind der "Auszug in den Krieg" von Otto König und die "Siegreiche Heimkehr" von Stefan Schwartz aufgestellt. Der alte Eingang ins Burgtheater blieb zur Erinnerung erhalten. In der Durchfahrt gegen den Platz In der Burg wurden weitere vier Gruppen angebracht, die allegorisch die Wahlsprüche der vier an diesem Teil der Burg als Bauherren beteiligten Regenten (Karl VI., Maria Theresia, Joseph II. und Franz Joseph I.) versinnbildlichen. Diese Gruppen stammen aus den Ateliers der Bildhauer Anton Břenek (siehe Nachtrag Band 5), Richard Kauffungen, Franz Becher und Josef Beyer. An den Seitenpavillons (gegen den Michaelerplatz) zwei aus Laaser Marmor ausgeführte Brunnengruppen ("Macht zur See" von Rudolf Weyr und "Macht zu Lande" von Edmund Hellmer).

Durchblick durch das Michaelertor vom Platz In der Burg Richtung Michaelerplatz (1953)


Literatur

  • Ferdinand Kirschner: Der Ausbau der Hofburg gegen den Michaelerplatz, in: Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur-und Architekten-Vereins. Wien: Österreichische Staatsdruckerei, Jg. 46. 1894, S. 545 f.
  • Harry Kühnel: Die Hofburg. 1971, S. 103 ff.