Maysedergasse 3

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1876
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Cäcilia und Maria Kunz'sches Stiftungshaus
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Otto Thienemann
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
1Maysedergasse3

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt104018211862
Stadt110317951821
Stadt106917701795
Stadt106817701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Maysedergasse 3 (ungefähr in diesen Bereich lag das alte Haus mit der Konskriptionsnummer 1040).

Haus Stadt 1040

1542 errichtete das benachbarte Bürgerspital am Schweinemarkt (zur Institution siehe Bürgerspital) in diesem Bereich eine Wagnerei und eine Schmiede. Sowohl die Wohnräume als die Werkstätten wurden verpachtet. Ab 1652 werden die beiden Objekte, zu denen auch ein Brunnen gehörte, im Gewerbuch (Grundbuch) vermerkt. Hier wird erwähnt, dass "zuvor kein Spitalmeister gewer genommen" hatte, womit die späte Grundbuchseintragung begründet wird. 1698 trennte sich das Bürgerspital von den beiden Objekten, die in der Folgezeit verschiedene Besitzer hatten. Der Brunnen, den das Spital am 22. November 1565 errichtet und in der Folgezeit erhalten hatte, sollte den Eigentümern der Häuser zu gleichen Teilen gehören und auch von diesen erhalten werden. Die Gebäude blieben dem Spital mit jährlich sechs Schilling grunddienstbar.

Am 1. Oktober 1763 kaufte die "k.k. Obristen Theatraldirektion" beide Gebäude. 1779 wurden sie versteigert und kamen dadurch wieder in Privatbesitz, gehörten in der Folge aber stets denselben Besitzern und dürften danach zu einem verbaut worden sein (Bei der Neuvergabe der Konskriptionsnummern im Jahr 1795 scheint nur mehr ein Haus auf). Laut Sitzungsprotokoll des Gemeinderates vom 30. Juli 1867 hatte es seine Besitzerin Cäcilia Kunz († 24. Juli 1861) für ewige Zeiten zu einem Stiftshaus ("Cäcilia und Maria Kunz'sches Stiftungshaus") bestimmt und dem Magistrat zur Verwaltung übergeben. Ein Viertel der Einkünfte sollte dem Krankenhaus der Bamherzigen Schwestern in Gumpendorf zufallen, die anderen drei Viertel aber den hiesigen Versorgungs- und Krankenhäusern zugute kommen, die damit arme, arbeitsunfähige Menschen unterstützen sollten (täglich acht bis zehn Kreuzer).

1875 wurde das Haus von der Allgemeinen Österreichischen Baugesellschaft erworben, die es im Zuge der Umgestaltung der gesamten Umgebung demolieren ließ.


Maysedergasse 3

1876 wurde in der neu angelegten Maysedergasse das heutige Haus nach Plänen von Otto Thienemann errichtet, das ungefähr in dem Bereich steht, wo sich das alte Haus Stadt 1040 befand. Seine Grundfläche beträgt 410 Quadratmeter. Laut dem Häuserkataster von 1905 gehörte es dem Schottenstift (die genauen Besitzverhältnisse dieser Zeit sind unklar, da die betreffenden Grundbücher beim Brand des Justizpalastes im Jahr 1927 vernichtet wurden). Mit Kaufvertrag vom 18. Juni 1907 erwarb es Anna Sacher (das Hotel Sacher grenzt hinten an dieses Gebäude).


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus Stadt 1040:

  • Schmiede
  • Wagnerei


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S.