Max Mell

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Max Mell (1927)
Personenname Mell, Max
Abweichende Namensform
Titel Dr.phil
Geschlecht männlich
GND 118580566
Geburtsdatum 10.11.1882
Geburtsort Marburg, Steiermark
Sterbedatum 12.12.1971
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 17.12.1971
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Ehrengrab, Gruppe 32C, Nummer 58
Ehrengrab
Beruf Lyriker, Erzähler, Dramatiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus
Verkehrsfläche Max-Mell-Park
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  4.04.2017 durch WIEN1\lanm09was
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Bildname MaxMell.jpg
Bildunterschrift  Max Mell (1927)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus / Tagblattarchiv, Fotosammlung TF-0006909
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Ehrenring der Stadt Wien11 November 1942
Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst15 Dezember 1959
Bauernfeld-Preis1914
Preis der Stadt Wien für Literatur1927
Grillparzer-Preis1928
Burgtheater-Ring1935
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
HietzingAuhofstraße244
NameVerwandtschaftsgrad
Maria Josefa MellSchwester
Alexander Demetrius GoltzSchwager
Alfred MellBruder
Alexander MellVater

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Mell Max, * 10. November. 1882 Marburg, Steiermark. (Maribor, Slowenien), † 12. Dezember 1971 Wien (wohnhaft [ab 1919] 13, Auhofstraße 244 [Gedenktafel]; Zentralfriedhof. Ehrengrab, Gruppe 32C, Nummer 58), Lyriker, Erzähler, Dramatiker.

Studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Wien (Dr. phil. 1905) und widmete sich nach dem Ersten Weltkrieg ausschließlich dem Beruf des Schriftstellers. Er veröffentlichte Lyrik (Das bekränzte Jahr, 1911), Prosa (beispielsweise: Das Donauweibchen, 1938), Mysterienspiele (beispielsweise: Das Apostelspiel, 1922; Schutzengelspiel (1923); Das Nachfolge-Christi-Spiel, 1927 [wobei er versuchte, das in der Vergangenheit bedeutsam gewesene religiös-volkstümliche Spiel zu erneuern]) und Dramen mit historisch-mystischem Hintergrund (beispielsweise: Die Sieben gegen Theben, Uraufführung 1931; Der Nibelunge Not, zwei Teile [1944, 1951]; Jeanne d'Arc, 1956). Mell vermittelte ein christlich-humanistisches Weltbild und überzeugte durch die Einfachheit der Sprache. Stiftung der Josef-Weinheber-Gesellschaft Gesammelte Werke (vier Bände, 1962). Teilnachlass in der Wienbibliothek im Rathaus. Ehrenring der Stadt Wien (1942); Österreichischer Staatspreis für Literatur (1954); korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (1950).

Laut Abschlussbericht der im Auftrag der Universität Wien und der Stadt Wien eingesetzten Forschungsgruppe zur Untersuchung und Kontextualisierung der Benennung der Wiener Straßennamen seit 1860 existiert zu Max Mell bereits eine umfangreiche Literatur. Mell suchte ab 1933 sowohl die Nähe zu den Spitzen des Ständestaates (Jurymitglied des österreichischen Staatspreises, Vortragender bei Veranstaltungen der Vaterländischen Front) als auch zu jenen des Nationalsozialismus (Austritt aus dem PEN-Club und 1936 Präsident des "Bundes deutscher Schriftsteller in Österreich"). Er stand dem "Anschluss" positiv gegenüber (Beteiligung am Bekenntnisbuch österreichischer Dichter) und beantragte 1940 die NSDAP-Mitgliedschaft. Bevor er diese erhielt, zog er seinen Antrag jedoch wieder freiwillig zurück. Durch seine gute Beziehung zu Baldur von Schirach wurde ihm 1942 (anlässlich seines 60. Geburtstages) der Ehrenring der Stadt Wien überreicht, wenngleich er ab 1940 zunehmend zum NS-Regime auf Distanz ging. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde seinem Ansuchen, ihm die Registrierungspflicht zu erlassen, stattgegeben.

Max-Mell-Park

Literatur

  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personen Lexikon der Ersten und Zweiten Republik. Wien 1992
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Wien 1993
  • Margret Dietrich / Heinz Kindermann [Hg.]: Begegnung mit Max Mell. Wien / Graz [u.a.]: Böhlau 1982
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften: Almanach. Band 123. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1973, S. 283 ff.
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken (1982)
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Hietzing. Ein Bezirk im Grünen. Wien: Mohl 1977. S. 115 f.
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch. Wien: Pichler Verlag 2014, S. 198 f.
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Forschungsprojektendbericht "Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'". Wien 2013

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