Matrik

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Matrik (Matrikel; lateinisch matricula = Quelle, Ursprung), so viel wie offizielles Verzeichnis. In älterer Zeit vielfach verwendet; so wurden an der Wiener Universität neben der allgemeinen Matrik (Verzeichnis aller Studierenden) gesonderte Matriken für die vier Fakultäten und die vier Nationen geführt. Im Verband der Niederösterreichischen Landstände gab es Matriken für die Mitglieder des Herren- und des Ritterstands. In der Matrik der Diözese Passau wurden die dem Bischof unterstehenden Pfarren, Kapellen, Klöster und Messpfründen verzeichnet. Die einzelnen Pfarren führen gesonderte Matriken für Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle. Für Angehörige der Armee wurde eine eigene Militärmatrik geführt.

Standesführung

Bis 1938 lag die Standesführung in Österreich in den Händen der konfessionellen Behörden. Sie umfasst:

Mit 1. Jänner 1939 wurden im Reichsgau Wien insgesamt 34 Standesämter eingerichtet, welche nicht nur die Aufgaben der Ehereferate von den Bezirkshauptmannschaften übernahmen, sondern auch die Führung der Geburts- und Sterbebücher der konfessionellen Behörden. Die Führung der Matriken durch die Standesämter wurde nach 1945 beibehalten.

Literatur

  • Rudolf Geyer: Handbuch der Wiener Matriken. Ein Hilfswerk für Matriken-Führer und Familienforscher. Wien: Verlag des Österreichischen Instituts für Genealogie, Familienrecht und Wappenkunde [1929]
  • 1377 - 1450. Graz [u.a.]: Holzhausen 1956 (Publikationen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Reihe 6: Quellen zur Geschichte der Universität Wien, Abteilung 1: Die Matrikel der Universität Wien, 1)
  • Rudolf Zinnhobler [Hg.]: Die Passauer Bistumsmatrikeln. 6 Bände. Passau: Verlag des Vereins für Ostbairische Heimatforschung 1972-1996
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Das Matrikenwesen in Österreich. Sonderdruck. Wien 1948