Manfred Deix

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Personenname Deix, Manfred
Abweichende Namensform
Titel Professor
Geschlecht männlich
GND 119073153
Geburtsdatum 22.02.1949
Geburtsort Sankt Pölten
Sterbedatum 25.06.2016
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof Wiener Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 33 G, Nummer 10
Ehrengrab ja
Beruf Karikaturist, Grafiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage
Letzte Änderung am  14.11.2016 durch WIEN1\lanm09was
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Nestroy-Ring der Stadt Wien17 Juni 1988
Goldener Pressepreis der Schweiz1997
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien21 September 200430 März 2005
Kulturpreis der Stadt Klosterneuburg2000
Buchpreis der Wiener Wirtschaft7 März 2006
Österreichischer Kabarettpreis, Sonderpreis3 Dezember 2012

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Manfred Deix, * 22. Februar 1949 Sankt Pölten, † 25. Juni 2016, Karikaturist, Grafiker, Cartoonist.

Biographie

Manfred Deix wuchs als zweites Kind von Johanna und Franz Deix in St. Pölten und später in Böheimkirchen auf, wo seine Eltern das Gasthaus “Zur blauen Weintraube” betrieben.

Ab 1965 besuchte Deix in Wien die Höhere Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, wo er u. a. gemeinsam mit Gottfried Helnwein, Josef Bramer und Bernhard Paul studierte. Die Ausbildung endete nach zweieinhalb Jahren vorzeitig durch seinen Rauswurf. 1968 schrieb sich Deix an der Akademie der Bildenden Künste in Wien ein und brach das Studium 1975 nach 14 Semestern ab.

Bereits als Sechsjähriger erregte Deix durch erste Zeichnungen Aufsehen. Als er mit elf an einem Zeichenwettbewerb des ORF teilnahm, wurde er mit der Begründung, es sollen Kinderzeichnungen und nicht solche von Erwachsenen eingesandt werden, disqualifiziert. Es war sein Religionslehrer, der ihm 1960 – trotz der immer anstößiger werdenden Bilder – die Chance gab, erste Cartoons in der Niederösterreichischen Kirchenzeitung zu veröffentlichen.

Nachdem er anfänglich seine Blätter von seiner Freundin Marietta auf dem Flohmarkt verkaufen ließ, veröffentlichte er ab 1972 in den Magazinen “Profil“, “Trend“ und “Economy“. Ab 1978 folgten auch Titelblätter und Zeichnungen für “Stern“, “Der Spiegel“, “Pardon“, “Titanic“ und “Playboy“. Mit den Honoraren buchte Deix 1984 die erste USA-Reise, in der er vor allem Kalifornien besuchte und seine Freundin Marietta in Las Vegas heiratete. 1987 gestaltete Deix ein Bühnenbild für Bert Brechts “Arturo Ui“ am Wiener Burgtheater und die Fassade des "Palastes der Winde" für André Heller. Unter der Regie von Peter Hajek entstand 1988 das TV-Filmportrait "Küss die Hand Österreich - Manfred Deix", das in ORF, SRG, ZDF und 3sat gesendet wurde. 1987 bot die Hamburger Fachhochschule für Gestaltung Deix eine Professur an. 1997 stand Deix in dem Film “Blutrausch“ unter der Regie von Thomas Roth vor der Kamera. Beim Wiener Donauinselfest stand Deix 1999 mit den Beach Boys live auf der Bühne.

Manfred Deix arbeitete als Karikaturist, Grafiker und Cartoonist, wobei sowohl die Zeichnungen als auch die Texte von ihm stammten. Darüber hinaus betätigte er sich als Musiker und Krimiautor. Als Grafiker arbeitete Deix vorzugsweise in Aquarell. Die Wahl feiner gestalterischer Mittel wurde durch Bildinhalte kontrastiert, die in Themenwahl und Deutlichkeit oft Tabugrenzen überschritten. Ironie und Sarkasmus seiner Werke standen im Dienste der Gesellschaftskritik oder der Aufdeckung institutionellen oder persönlichen Fehlverhaltens.

Zielscheibe des teilweise ätzenden Spottes waren zum einen österreichische, aber auch internationale Politiker, sowie zum anderen das gemeine Volk. Gleichzeitig sparte der Künstler sich selbst als Gegenstand der Ironisierung nicht aus. Selbstporträts und Autobiografisches sind daher nicht weniger ironisch-sarkastisch als andere Arbeiten.

Aufgrund seines provozierenden Stils und der kritischen Inhalte sind die Arbeiten Deix' durchaus umstritten, werden aber auch gerade wegen dieser Eigenschaften hoch geschätzt. Das Karikaturmuseum Krems widmete seinem Werk eine Dauerausstellung. Die Auswahl von etwa 250 Exponaten wurde regelmäßig unter Mitwirkung des Künstlers aktualisiert.

Literatur

Links