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Ludwig van Beethoven

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Ludwig van Beethoven
Personenname Beethoven, Ludwig van
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 118508288
Geburtsdatum 16.12.1770
Geburtsort Bonn
Sterbedatum 26.03.1827
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 21.06.1888
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Ehrengrab Gruppe 32A, Nummer 29
Ehrengrab ja
Beruf Komponist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Beethovenaussicht, Beethovengang, Beethovengasse, Beethovenplatz, Beethovenruhe
Denkmal Beethovendenkmal (1), Beethovendenkmal (19, Heiligenstädter Park)
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  1.06.2017 durch WIEN1\lanm08tau
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Bildname Ludwigvanbeethoven.jpg
Bildunterschrift  Ludwig van Beethoven
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv, TF-007585
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse12Hetzendorfer Straße75
Wohnadresse19Grinzinger Straße64
8Josefstädter Straße57
Wohnadresse1Petersplatz11
Wohnadresse1Löwelstraße6
Wohnadresse3Gärtnergasse5
Wohnadresse3Ungargasse5
Wohnadresse1Krugerstraße10
Wohnadresse3Landstraßer Hauptstraße60
Wohnadresse6Linke Wienzeile6
Wohnadresse1Tiefer Graben10
Wohnadresse1Renngasse1
Wohnadresse14Hadikgasse62
Wohnadresse1Schreyvogelgasse1
Wohnadresse6Laimgrubengasse22
19Döblinger Hauptstraße92
Wohnadresse1Tiefer Graben12
Wohnadresse3Landstraßer Hauptstraße26
Wohnadresse19Kahlenberger Straße26
Wohnadresse1Mölker Bastei10
Wohnadresse19Silbergasse9
Wohnadresse9Garnisongasse9
Wohnadresse12Khleslplatz6
Wohnadresse19Eroicagasse2
Sterbeadresse9Schwarzspanierstraße15
Wohnadresse19Silbergasse4
Wohnadresse19Pyrkergasse13
Wohnadresse1Mölker Bastei8
Wohnadresse8Trautsongasse2
Wohnadresse19Probusgasse6
Wohnadresse9Alser Straße30
Wohnadresse1Seilerstätte21

Ludwig van Beethoven, * wahrscheinlich 16. Dezember 1770 Bonn (Taufe 17. Dezember), † 26. März 1827 Wien 9, Schwarzspanierstraße 15 (Beethoven-Sterbehaus; ehemaliger Währinger Ortsfriedhof, heute Schubertpark, seit 22. Juni 1888 Zentralfriedhof, Ehrengrab Gruppe 32A, Nummer 29), Komponist (Höhepunkt der Wiener Klassik). Sohn des Tenoristen der Kurfürstlichen Hofkapelle Johann Beethoven (* 1739? Bonn, † 18. Dezember 1792 Bonn), der jedoch wenig Verständnis für seine musikalische Ausbildung hatte, und der Maria Magdalena Keverich (* 19. Dezember 1746 Ehrenbreitstein, † 17. Juli 1787 Bonn).

Trotz mangelhaften Unterrichts vermochte Beethoven jedoch am 26. März 1778 erstmals in einem Konzert als Pianist aufzutreten und war 1780 so fortgeschritten, dass er seinen Lehrer, den Vizehoforganisten Christian Gottlob Neefe, an der Orgel vertreten durfte; 1781 wurde Beethoven als Akkompagnist an der Hofkapelle angestellt. 1783 erschienen drei dem Kurfürsten gewidmete Sonaten und Beethoven wurde von Neefe in "Cramers Magazin" als "zweiter Mozart" bezeichnet. Nachdem er die "Tyronenschule" absolviert hatte, kam er auf Fürsprache des Kurfürsten nach Wien, um Mozarts Schüler zu werden.

Der Tod der Mutter rief ihn bald nach Bonn zurück, doch kam er 1792 (nachdem er in Bonn den durchreisenden Haydn kennengelernt hatte) mittels eines Stipendiums neuerlich nach Wien, um nun für immer hier zu bleiben. Bei Haydn (der kein guter Pädagoge war) blieb Beethoven nur kurze Zeit als Schüler, dann nahm er Unterricht bei Schenk, vor allem aber bei Albrechtsberger (in Kontrapunkt) und bei Salieri (in Gesang). Am 29. März 1795 spielte Beethoven im Hofburgtheater sein Klavierkonzert B-Dur op. 19 und am 31. März bei einem Benefizkonzert für Mozarts Witwe das d-Moll-Konzert von Mozart. Seinen Freunden und Gönnern widmete Beethoven zahlreiche Werke (so etwa Gräfin Waldstein die "Waldsteinsonate op. 53", Fürst Lichnowsky 3 Klaviertrios, Fürst Esterházy die Messe in C-Dur op. 86, Fürst Rasumofsky 3 Streichquartette op. 59 und Fürst Schwarzenberg das Klavierquintett op. 16).

Nach der französischen Invasion lebte Beethoven, da sein Stipendium dadurch ausfiel, nur noch von Kompositionshonoraren und Unterrichtsgeldern; 1805-1812 war Erzherzog Rudolph sein Schüler (in Kompositionslehre). Sämtliche Werke der Folgezeit waren Auftrags- oder Widmungskompositionen. Schließlich gewährten ihm Erzherzog Rudolph, Fürst Lichnowsky und Fürst Kinsky ein jährliches Garantiehonorar von 4000 Gulden. Ab 1800 nahm Beethovens Schwerhörigkeit rasch zu; in seiner Verzweiflung schrieb er 1802 als Abschiedsbrief das sogenannte Heiligenstädter Testament.

Nach dem Tod von Beethovens jüngerem Bruder hatte der Komponist 1795 dessen Sohn Karl nach Wien geholt. Karl wurde zum Objekt ständiger Streitereien zwischen der Mutter und dem Onkel, der sich immer mehr in eine Vaterrolle hineinsteigerte. Das angespannte Verhältnis zwischen dem Komponisten und seinem Neffen erreichte seinen dramatischen Höhepunkt 1826, als sich Karl durch einen missglückten Selbstmordversuch aus der "tyrannischen Liebe" seines Onkels befreien wollte. Erst über eine Karriere im Militär fand Karl zurück ins bürgerliche Leben.

1814 spielte er mit Schuppanzigh und Linke im 1. Kaffeehaus (2, Prater) sein B-Dur-Trio (letztes öffentliches Auftreten als Klaviervirtuose). 1819 war er völlig taub und verständigte sich nur mittels Konversationsheften (die eine wertvolle Quelle für seine Biographie wurden). Beethoven schrieb neun Symphonien, 24 Menuette, zwölf deutsche Tänze und Contratänze, elf "Mödlinger Tänze", fünf Klavierkonzerte, ein Violinkonzert, 16 Streichquartette, 32 Klavier- und zehn Violinsonaten, zwei Messen, drei Leonoren-Ouvertüren, die Oper "Fidelio" (Uraufführung 23. Mai 1814 Kärntnertortheater), 91 Klavierlieder, die Musik zu "Egmont" und zu "Ruinen von Athen", um die wichtigsten Werke zu nennen.

Die erste Symphonie wurde am 2. April 1800 im Rahmen einer Akademie im Hofburgtheater uraufgeführt, die zweite Symphonie am 5. April 1803 im Theater an der Wien (Widmung an Karl Fürst Lichnowsky), die dritte Symphonie (geschrieben 1803 in Baden und Oberdöbling) wurde zunächst mehrmals im Lobkowitzpalais in privatem Rahmen aufgeführt und erst am 7. April 1805 öffentlich im Theater an der Wien, die vierte Symphonie erstmals am 7. März 1807 im Rahmen einer Akademie, die fünfte Symphonie am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien, die sechste Symphonie (geschrieben 1807/1808 in Heiligenstadt) in der gleichen Veranstaltung (beide waren Fürst Lichnowsky und Fürst Rasumofsky gewidmet), die siebente Symphonie am 8. Dezember 1813 in der "Invaliden-Akademie" in der Universitätsaula (Wiederholung später im Redoutensaal), die achte Symphonie am 27. Februar 1814 im Redoutensaal und die neunte Symphonie ("Lied an die Freude", geschaffen 1822-1824) am 7. Mai 1824 in einer großen Akademie im Kärntnertortheater. Beethoven ging bei der Komposition der Symphonien neue Wege (Ersetzung des Menuetts durch das Scherzo, Erweiterung der Sätze, "Motto" am Beginn der Komposition, Dualismus der Themenbildung sowie Verstärkung des Orchesters). Von den Klavierkonzerten erleben ebenfalls einige ihre Uraufführung in Wien: das zweite (komponiert 1794) vermutlich 1795, das dritte (komponiert 1800) am 5. April 1803 (Theater an der Wien) und das vierte (komponiert 1805/06) im März 1807 (Lobkowitzpalais).

Schwer gezeichnet von seiner Krankheit verfasste Ludwig van Beethoven am 23. März 1827, drei Tage vor seinem Tod, sein Testament. Die zittrige Schrift deutete auf das schwere Leid des bekannten Komponisten hin, der schließlich am 26. März 1827 bei Blitz und Donner während eines Frühjahrsgewitters starb. Das Testament wurde am 29. März 1827 beim magistratischen Zivilgericht hinterlegt und war Herzstück der Verlassenschaftsabhandlung. Das knapp gehaltene Testament ist in unruhiger und fehlerhafter Schrift verfasst und lässt den nahenden Tod des Komponisten erahnen: "Mein Neffffe Karl soll alleini[ger] Erbe sejn, das Kapital meines Nachlalaßes soll jedoch Seinen natü[r]lichen oder testamentarischschen Erben zufallen. Wien am 23. März 1827. Lu[d]wig van Beethoven."

Beethovens zahlreiche Wohnungen und die dort geschaffenen Werke sind gesondert behandelt (Beethoven-Wohnungen). Neben verschiedenen Gedenktafeln erinnern Gedenkstätten (Beethoven-Gedenkstätten), Denkmäler (Beethovendenkmal [1], Beethovendenkmal [19]) und topographische Bezeichnungen (Beethovenaussicht, Beethovengang, Beethovengasse, Beethovenpark, Beethovenplatz, Beethovenruhe) an den Komponisten. Die Leichenfeier fand in der Pfarrkirche "Zur heiligen Dreifaltigkeit" (8, Alser Straße 17; Gedenktafel) statt; der Originalgrabstein befindet sich im Schubertpark.

Quellen

Literatur

  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 11. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1957
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. In drei Bänden. Personenteil A-K. Mainz: Schott 1959
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. Band 1: A - Blumenthal. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856
  • Rudolf Klein: Beethovenstätten in Österreich. Wien: Lafite 1970
  • Rudolf Klein: Das Symphoniekonzert. Ein Stilführer durch das Konzertrepertoire. Hg. in Zusammenarrbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Musik. Wien [u.a.]: Jugend und Volk 1971, S. 86 ff.
  • Beethoven-Studien. Festgabe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Wien [u.a.]: Böhlau 1970 (Veröffentlichungen der Kommission für Musikforschung / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 11)(Sitzungsberichte / Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, 270)
  • Theodor Frimmel: Beethovens Wohnungen in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien 29. Wien: Gerold 1893, S. 62 ff.
  • Helmut Kretschmer: Wiener Musikergedenkstätten. Wien: Jugend & Volk ²1990, S. 110 f.
  • Christian M. Nebehay: Musik der Klassik. Wo finde ich Haydn, Gluck, Mozart, Schubert, Beethoven? Leben und Werk, Gedenk- und Wirkungsstätten, Museen und Sammlungen in Wien. Wien: Brandstätter 1985, S. 2ff.
  • Kurt Dieman-Dichtl: Musik in Wien. Wien [u.a.]: Molden 1970, Register
  • Marcel Prawy: Geschichte und Geschichten der Wiener Staatsoper. Wien [u.a.]: Molden 1969, Register
  • Felix Czeike: Wien. Kunst und Kultur-Lexikon. Stadtführer und Handbuch. München: Süddeutscher Verlag 1976, Register
  • Anton Neumayr: Musik und Medizin. Band 1: Am Beispiel der Wiener Klassik. Wien: J & V Edition 1987, S. 121 ff., 231 ff., 245 ff.
  • Die Flamme lodert. Beethoven-Ausstellung der Stadt Wien. Rathaus, Volkshalle, 26. Mai bis 30. August 1970. Wien: Rosenbaum 1970
  • Alte und moderne Kunst. Österreichische Zeitschrift für Kunst, Kunsthandwerk und Wohnkultur. Ausgabe 4/5. Innsbruck / Salzburg: AMK-Verlag / Wien: Österreichischer Bundesverlag 1957, S. 28 f.
  • Beethoven und Mariahilf. In: Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 212 ff.
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 106
  • Peter Pötschner: Das Schwarzspanierhaus. Wien [u.a.]: Zsolnay 1970 (Wiener Geschichtsbücher, 2)
  • Alfred Wolf. Beethoven in der Alservorstadt. In: Beiträge zur Heimatkunde des 9. Wiener Gemeinebezirks 5 (1970)
  • Karl Hilscher: Meidling. Wiens 12. Gemeindebezirk. Wien: Jugend & Volk 1923, S. 141 f., 209, 290
  • Günther Haberhauer: Ludwig van Beethoven in Penzing. In: Penzinger Museumsblätter 42 (1977), S. 1 ff. (Familienstammtafel: 10 f.)
  • Währing. Ein Heimatbuch des 18. Wiener Gemeindebezirks. Wien: Selbstverlag Währinger Heimatkunde 1923-1925, S. 620
  • Döbling. Eine Heimatkunde des 19. Wiener Bezirkes in drei Bänden. Hg. von Döblinger Lehrern. Wien: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft "Heimatkunde Döbling" 1922, S. 358 ff.
  • Friedrich Heller: Beethoven in Döbling. In: Döblinger Heimatmuseum 20/21 (1970), S. 2 ff.
  • Josef Tomschik: Beethoven in Floridsdorf. In: Unser schönes Floridsdorf 4 (1970), Heft 2, S. 37 ff.
  • Leopold Wech: Floridsdorfer Beethovenfreunde. In: Unser schönes Floridsdorf 5 (1971), S. 78
  • Georg Poensgen: Beethovens Begräbnis. In: Wiener Geschichtsblätter 7 (1952), S. 30 ff.
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 321, 338 f.
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Beethoven als Bürger der Stadt Wien. In: Colloquium Amicorum. Joseph Schmidt-Görg zum 70. Geburtstag. Hg von Siegfried Kross u. Hans Schmidt. Bonn: Verlag d. Beethovenhauses 1967, S. 132
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Beethoven-Akten im Wiener Stadt- und Landesarchiv. In: Beethoven-Studien. Festgabe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zum 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Wien [u.a.]: Böhlau 1970 , S. 11 ff.
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, Register
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), Register
  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949, Register
  • Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken. 1970
  • Wiener Beethoven-Gesellschaft: Mitteilungsblatt. Wien: Selbstverlag 1970 ff.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 274
  • Zeitzeugnisse, https://www.wien.gv.at/kultur/archiv/geschichte/zeugnisse/beethoven.html (22.08.2016)