Ludwig Herberth

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Personenname Herberth, Ludwig
Abweichende Namensform
Titel Dr. iur.
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 16.05.1890
Geburtsort Wien
Sterbedatum 09.10.1953
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 16.10.1953
Friedhof Friedhof Ober St. Veit
Grabstelle Gruppe H, Nr. 283
Ehrengrab
Beruf Unternehmer, Politiker
Parteizugehörigkeit Vaterländische Front, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Österreichische Volkspartei
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage
Letzte Änderung am  16.10.2016 durch DYN\n hoffmann
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF


FunktionFunktion vonFunktion bis
Rat der Stadt Wien17 Mai 193416 März 1938
Amtsführender Stadtrat für Wirtschaftsangelegenheiten17 April 19384 August 1945
Beirat der Landesleitung der Vaterländischen Front
Präsident der Wiener Kaufmannschaft1945

Es wurden noch keine Auszeichnungen zu dieser Person erfasst!

Es wurden noch keine Adressen zu dieser Person erfasst!

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Es wurden noch keine Objekte nach dieser Person benannt!

Ludwig Herberth, * 16. Mai 1890 Wien, † 9. Oktober 1953 Wien, Unternehmer, Standesvertreter, Politiker.

Biographie

Ludwig Herberth war der Sohn von Johann Herberth, einem Fleischhauermeister und Kampfgefährten Karl Luegers. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien und war als Großhandelskaufmann (Kolonialwaren, Gewürze, Kaffee) tätig. Im Ersten Weltkrieg geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1921 wieder heimkehrte. Während des Ständestaates war er in verschiedensten Funktionen tätig; unter anderem war er Vorstandsmitglied des Handelsbundes, Mitglied des Präsidiums der Wiener Handelskammer und Vertreter des Handels in der Wiener Bürgerschaft.

Obwohl mit einer Jüdin verheiratet, galt der Unternehmer als Kontaktmann zur NSDAP, der er im Dezember 1932 beitrat und auch in der Zeit der Illegalität 1934 bis 1938 angehörte. 1937 gehörte er zu den Proponenten des Deutsch-sozialen Volksbunds, der Nationalen in der Vaterländischen Front Raum bieten sollte. Laut seinem "Gauakt" half er zahlreichen illegalen Nationalsozialisten bei der Suche nach Beschäftigung, andererseits in der NS-Zeit Verfolgten wie Karl Seitz, Theodor Körner oder Familienangehörigen von Richard Schmitz. 1939 wurde er aus der NSDAP trotz "großer Verdienste" ausgeschlossen, weil seine Ehefrau als "rassisch untragbar" galt. In weiterer Folge bemühte sich Herberth erfolgreich, seinen Schwiegervater durch das Reichssippenamt in Berlin zum "Arier" erklären zu lassen, was seine Familie vor Deportation schützte.

Unmittelbar nach der Befreiung Wiens 1945 gehörte er als Vertreter der ÖVP dem Stadtsenat als Amtsführender Stadtrat für Wirtschaftsangelegenheiten an, schied aber bereits im August 1945 aus dieser Funktion aus, nachdem Gerüchte über seine frühere Mitgliedschaft bei der NSDAP auftauchten. In weiterer Folge war er als Präsident der Wiener Kaufmannschaft als Standesvertreter tätig. Ein Verfahren vor dem Volksgericht Wien wurde 1947 eingestellt.

Literatur

  • Gerald D. Feldman/Peter Hayes: Austrian banks in the period of National Socialism. New York, NY: Cambridge University Press 2015, S. 408
  • Maren Seliger: Scheinparlamentarismus im Führerstaat. "Gemeindevertretung" im Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Funktionen und politische Profile Wiener Räte und Ratsherren 1934 - 1945 im Vergleich. Wien: Lit-Verlag 2010 (Politik und Zeitgeschichte, 6), insbesondere S. 642-653

Links