Ludwig August Frankl

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Ludwig August Frankl
Personenname Frankl, Ludwig August
Abweichende Namensform Frankl von Hochwart, Ludwig August, Frankl-Hochwart, Ludwig August von
Titel Ritter, Dr. med.
Geschlecht männlich
GND 116718234
Geburtsdatum 03.02.1810
Geburtsort Chrast, Böhmen (Tschechische Republik)
Sterbedatum 12.03.1894
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Israelitische Abteilung, erstes Tor, Gruppe 5b/35/58
Ehrengrab
Beruf Arzt, Journalist, Schriftsteller, Philanthrop
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Bildname ludwigaugustfrankl.jpg
Bildunterschrift  Ludwig August Frankl
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung, H.I.N.-231169
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse1Opernring10

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Ludwig August Frankl Ritter von Hochwart (10. Dezember 1876 Ritter von Hochwart), * 3. Februar 1810 Chrast, Böhmen (Tschechische Republik), † 12. März 1894 Wien 1, Opernring 10 (Zentralfriedhof, Israelitische Abteilung, erstes Tor, Gruppe 5b/35/58; Grabdenkmal [Breitpfeiler mit Lyra, Lorbeer und Buch] von Johannes Benk), Arzt, Journalist, Schriftsteller, Philanthrop.

Frankl studierte in Padua und Wien Medizin (Dr. med. 1837), wurde 1838 Sekretär und Archivar der Wiener Kultusgemeinde (Vorstandsmitglied ab 1850) und wandte sich zugleich dem Journalismus zu. 1838-1841 arbeitete er am "Österreichischen Wochenblatt" mit, 1842 gründete er die belletristische Zeitschrift "Sonntags-Blatt" (Zeitschrift für Literatur und Kunst) und gab sie bis 1848 selbst heraus; ab 1838 war er Sekretär der jüdischen Gemeinde in Wien. Im Revolutionsjahr 1848 gab Frankl zahlreiche aktuelle Publikationen heraus (darunter das berühmte Gedicht "Die Universität"; dieses erste zensurfreie Blatt wurde 27mal vertont); er stand auf der Seite der demokratischen Revolutionäre und war Mitglied der Akademischen Legion. In der Folge betätigte er sich als freier Schriftsteller und Journalist. 1851 wurde er Direktor des Musikvereins und Professor der Ästhetik. 1856 unternahm er eine Reise nach Palästina (Reisebeschreibung "Nach Palästina", 1858) und Ägypten (im Auftrag von Elise Herz von Lämel 1857 Gründung der Lämel-Schule in Jerusalem für Kinder "Österreichischer Untertanen" [noch bestehend]). 1872 gründete er das Israelitische Blindeninstitut auf der Hohen Warte (19; errichtet von Wilhelm Stiaßny; Eröffnung 1. Dezember), das bis 1938 bestand; 1873 war er Präsident des von ihm einberufenen und in Wien tagenden ersten Blindenlehrerkongresses. 1875 war Frankl Vorsitzender des Vorstands der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. Frankl veröffentlichte zahlreiche lyrische Werke (Gesamteditionen 1880 und 1890) sowie Dichterbiographien (er hinterließ biographische Mitteilungen über Amerling, Grillparzer, Hebbel, Lenau und Raimund). Als Präsident der Schillerstiftung besaß er ein Mitspracherecht bei der Errichtung einiger Denkmäler (Schiller, Anastasius Grün). Frankl gründete und unterstützte mit großem Einsatz verschiedene Bibliotheken. Neben anderen Schriften verfasste er auch eine Arbeit über die "Inschriften des alten jüdischen Freithofs in Wien" (9, Seegasse 9-11).

Literatur

  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Patricia Steines: Hunderttausend Steine. Grabstellen großer Österreicher jüdischer Konfession auf dem Wiener Zentralfriedhof, Tor I und Tor IV. Wien: Falter-Verlag 1993, S. 88 f.
  • Klaus Lohrmann [Hg.]: 1000 Jahre österreichisches Judentum. Ausstellungskatalog. Eisenstadt: Edition Roetzer 1982 (Studia Judaica Austriaca, 9), S. 209
  • Judentum in Wien. "Heilige Gemeinde Wien". Sammlung Max Berger. Historisches Museum der Stadt Wien, 12. November 1987 bis 5. Juni 1988. [Red.: Karl Albrecht-Weinberger ; Felicitas Heimann-Jelinek]. Wien: Museen d. Stadt Wien 1987 (Historisches Museum der Stadt Wien: Sonderausstellung, 108), S. 192
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830 - 1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Historisches Museum der Stadt Wien: Sonderausstellung, 138), Künstlerwohnung, S. 121 (1, Opernring 10)
  • Wolfgang Häusler: Das Judentum im Revolutionsjahr 1848. Eisenstadt: Österr. Jüd. Museum 1974 (Studia Judaica Austriaca, 1), S. 34, Nr. 53
  • Eugen Wolbe: Ludwig August Frankl, der Dichter und Menschenfreund. Ein Lebensbild. Frankfurt a. M.: Kauffmann 1910
  • Nikolaus Vielmetti: Der Wiener jüdische Publizist Ludwig August Frankl und die Begründung der Lämelschule in Jerusalem 1856. In: Jahrbuch des Instituts für Deutsche Geschichte. Universität Tel-Aviv, Fakultät für Geisteswissenschaften, Forschungszentrum für Geschichte. Tel-Aviv: Nateev-Print. and Publ. Enterprises 1972-1986. Band 4,1975, S. 167-204
  • Stephanie Dollar: Die Sonntagsblätter von Ludwig August Frankl. 1842-1848. Dissertation Universität Wien. Wien 1932
  • Hans Havelka: Der Wiener Zentralfriedhof. Wien: Jugend und Volk 1989, S. 119
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 156
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach [Isartal]: Verlag Dokumentation 1972
  • Corinna Wolffhardt: Das Israelitische Blindeninstitut Hohe Warte. Ein historischer Abriß über Entstehen, Wirken und Einfluß auf das österreichische Blindenwesen. Dipl.-Arb. Univ. Wien. Wien 1999

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