Lodovico Ottavio Burnacini

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Personenname Burnacini, Lodovico Ottavio
Abweichende Namensform
Titel Freiherr
Geschlecht männlich
GND 118665332
Geburtsdatum 1636
Geburtsort Mantua
Sterbedatum 12.12.1707
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Architekt, Theateringenieur
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse1Judenplatz6

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Lodovico Ottavio Freiherr von Burnacini, * 1636 Mantua (?), † 12. Dezember 1707 Stadt 417 ("Zur goldenen Säule", 1, Judenplatz 6, seit 1684 in seinem Besitz), Architekt, Theateringenieur, erste Gattin (1673) Maria Regina († 1678 Wien), zweite Gattin (1680) Sidonia Elisabeth von Dornwangen († nach 1698), dritte Gattin (?).

Sohn des Theaterarchitekten, Szenographen und Bühnenmaschinisten Giovanni Burnacini, war bereits um 1650 in Mantua tätig (Entwurf von Dekorationen für die Oper) und wurde von seinem Vater in die Künste der Architektur und des Theatralwesens eingeführt.

1652 trat Burnacini, als er mit seinem Vater nach Wien kam, in die Dienste Ferdinands III. und wurde später der leitende Architekt Leopolds I. (1657- 1705). Er schuf 1666-1668 (nach seinen Plänen und unter seiner Leitung) das berühmte Opern- und Komödienhaus auf der Kurtine der Burgbastei (an der Stelle der späteren Hofbibliothek), in dem die prächtigen Opernaufführungen des Leopoldinischen Hofs stattfanden, das aber 1683 wegen Feuergefährlichkeit abgerissen werden musste. 1670 baute er den Leopoldinischen Trakt der Burg, der die Verbindung zwischen Schweizerhof und Amalienhof gegen den Heldenplatz herstellte.

1668 hat Burnacini die Dekorationen und Szenerien für die vom Vize-Hofkapellmeister Marcantonio Cesti komponierte Festoper "II pomo d'oro" entworfen, die Leopold I. anläßlich des 17. Geburtstags seiner Gattin Margarita Teresa auffuhren ließ (das bedeutendste musiktheatralische Ereignis des 17. Jahrhunderts; Stich von Melchior Küsel).

1676/1677 nahm Burnacini Umbauten in Schloss Laxenburg vor. Nach der Türkenbelagerung von 1683 leitete er die Wiederherstellung des Schlosses Ebersdorf, 1687 entwarf er einen Plan für die Dreifaltigkeitssäule (Pestsäule) am Graben (Ausführung unter seiner Oberleitung durch die Brüder Peter und Paul Strudel), wie überhaupt in dieser Zeit fast alle öffentlichen und privaten Denkmäler nach seinen Ideen und Entwürfen zustande kamen. Kaiser Leopold ließ von ihm die 1683 zerstörte neue Favorita (das spätere Theresianium) aufbauen.

1698 begann Burnacini mit Johann Bernhard Fischer von Erlach den Bau der Mehlgrube am Neuen Markt. Burnacini war ab 1677 kaiserlicher Truchsess und ab 1696 kaiserlicher Mundschenk. 1702 wurde ihm der Freiherrenstand verliehen.

Literatur

  • Rudolf Schmidt: Österreichisches Künstlerlexikon. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Tusch 1974-1980
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Margaret Dietrich: Lodovico Ottavio Burnacini. In: Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 2. Wien / München: Jugend & Volk 1973, S. 255 ff.
  • Karl Glossy: Theatergeschichtliche Ausstellung der Stadt Wien 1892. Wien: Verlag der Bibliothek und des historischen Museums der Stadt Wien 1892, S. 152 f.
  • Carl [?] Hauser: Die Dreifaltigkeitssäule usw. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien 21 (1885), S. 82 ff.
  • Flora Biach-Schiffmann: Giovanni und Ludovico Burnacini. Theater und Feste am Wiener Hofe. Wien [u.a.]: Krystall-Verlag 1931 (Arbeiten des Kunsthistorischen Instituts der Universität Wien, 43; Tätigkeit als Theaterdekorateur)
  • Flora Biach: Beitrag zur Biographie Lodovico Burnacinis und seiner Familie. In: Monatsblatt des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 14 (1924), S. 17 ff.
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 93, 118, 153
  • Albert Ilg: Ein Porträt Burnacinis. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien 6 (1889), S. 18 ff., 32
  • Heinz Schöny: Wiener Künstler-Ahnen. Genealogische Daten und Ahnenlisten. Wiener Maler. Band 1: Mittelalter bis Romantik. Wien: Selbstverlag der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft "Adler" 1970, S. 39
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach bei München: Verlag Dokumentation 1972
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 406