Linke

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Art der Organisation Politische Partei
Datum von
Datum bis
Benannt nach
Prominente Personen Josef Nikola, Johann Ferdinand Schrank, Johann Nepomuk Berger, Ignaz Kuranda
Quelle
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Linke, polititische Gruppierung in der liberalen Ära des Gemeinderats. Nach den Gemeinderatswahlen von 1861 waren die Liberalen die herrschende politische Kraft, ohne dass es zu größeren Differenzen zwischen den Gruppierungen kam. Bis 1863 bestand eine liberal-konservative Fraktion (auch als Rechte bezeichnet), der unter anderem die späteren Bürgermeister Cajetan Felder und Eduard Uhl angehörten, sowie eine Linke, die sich aus einer gemäßigten Gruppe und der Äußersten Linken zusammensetzte. Die Gemäßigten wurden von einem ihrer prominentesten Mitglied, dem noch jugendlichen Rechtsanwalt Dr. Eduard Kopp, gerne als "Partei des besonnenen Fortschritts" bezeichnet. Die Obmannschaft dürfte öfters gewechselt haben.

Unter den Mitgliedern der Fraktion finden sich der Rechtsanwalt Dr. Johann Nepomuk Berger und der Redakteur Ignaz Kuranda. Die Linke war 1863 die zweitstärkste Fraktion und verfügte über 44 (der 120) Mandate des Gemeinderats. Als sich im selben Jahr die liberal-konservative Fraktion als Mittelpartei konstituierte, schloss sich eine Reihe von Gemeinderäten der gemäßigten Linken dieser an. Dies führte dazu, dass sich bei den Gemeinderatswahlen 1864 nur noch die Mittelpartei und die Äußerste Linke gegenüberstanden; die verbleibenden Linken verfügten höchstens über 14 Sitze. Kurz nach den Wahlen kam es zur Abspaltung einer oppositionellen Gruppe von Gemeinderäten aus der Mittelpartei, die sich nun offiziell den Fraktionsnamen "Linke" gaben und weiterhin als gemäßigt galten; ihr Obmann war der Kaffeesieder Josef Nikola. Die Linke stand weiterhin der Mittelpartei näher als der Äußersten Linken. Schon 1865 zerbröckelte die Fraktion wieder; bei den Wahlen von 1866 trat sie nicht mehr als wahlwerbende Gruppierung auf, doch deutet die Zahl von 18 "wilden" Gemeinderäten daraufhin, dass sich ihre Anhänger keinen anderen Fraktionen angeschlossen hatten.

Bei der Bürgermeisterwahl 1868 gingen die Linken mit den Äußersten Linken zusammen, konnten aber gemeinsam nur 29 Stimmen aufbringen. 1868 verfügten die Linken im Gemeinderat über 16 Sitze im Gemeinderat (Mittelpartei 70, Äußerste Linke 21, Äußerste Rechte 7, "Wilde" 4). Am 2. August 1878 schlossen sich die Fraktionen der Linken, der Äußersten Linken und der (1877 unter dem Einfluss Luegers gegründeten) Wirtschaftspartei zu den "Vereinigten Linken" zusammen, die nunmehr im Gemeinderat über 48 Stimmen verfügten und zum Vorsitzenden Dr. Johann Ferdinand Schrank wählten.

Literatur

  • Felix Czeike: Das Wiener Vizebürgermeisteramt und seine Vertreter (1783-1890) 3. In: Handbuch der Stadt Wien. Nr. 85. Wien: Verlag für Jugend und Volk 1980/81, S. II/22 ff.
  • Maren Seliger / Karl Ucakar: Wien. Politische Geschichte 1896 - 1934. Wien: Jugend & Volk 1985 (Geschichte der Stadt Wien, 2), Reg.