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Limonadezelt

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Volksgarten, Kaffeehaus, um 1903
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname HMW 028277 00001.jpg
Bildunterschrift]]  Volksgarten, Kaffeehaus, um 1903
Bildquelle HMW 28277/1, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

Limonadezelt (Limonadehütte, auch Sommerkaffeehäuser oder Gifthütten, heute Schanigarten genannt; 1, Innere Stadt).

Als Limonadezelt, Vorläufer des heutigen Schanigartens, wird der während der warmen Jahreszeit mit behördlicher Genehmigung auf den Gehsteig oder die Straße gestellte Teil einer Wirts- oder Kaffeehauseinrichtung genannt. Schanigärten wurden meist durch schmale Grünpflanzencontainer gegenüber den Passantinnen und Passanten abgeschirmt und zuweilen durch Plachen oder Zelte gegen Regen geschützt.

Ansuchen um Erlaubnis zur Aufstellung eines Limonadezeltes (1780)

Erste belegte Bewilligung

Erstmals belegt ist das Limonadezelt von Johann Jakob Taroni, der 1754 die Bewilligung erhielt, vor seinem Kaffeehaus (Konskriptionsnummer 114; 1, Graben 14-15) ein Zelt mit "Erfrischungswasser" aufzustellen. Er war damit der Begründer der sogenannten Sommerkaffeehäuser (auch Gifthütten genannt), die sich bis in die Gegenwart erhalten haben. Eine Verbindung zwischen Taronis Vornamen Johann (Jean bzw. Gianni - Schani) und dem Begriff des "Schanigartens" ist wahrscheinlich. Peter Wehle erinnert an das alte Lied "Schani, trag' den Garten [das heißt die Grünpflanzen] 'raus", Gottfried Heindl meint analog dazu, dass die Aufforderung an den (häufig Schani gerufenen) Piccolo, "Schani, trag den Garten aussi", für die Bezeichnung maßgebend gewesen wäre.

Viele Kaffeesieder suchten in weiterer Folge um die Bewilligung eines "Limonadezeltes" an, die Kaffeehäuser und Limonadenzelte (vorwiegend auf dem Platz am Graben selbst) waren berühmt. Auch das Limonadezelt beim Cortischen Kaffeehaus im heutigen Volksgarten war ein Publikumsmagnet.

Eis und Limonade

Beliebt waren vor allem Erfrischungsgetränke und "Gefrorenes" (Eis), das hier erstmals in Wien verzehrt wurde. Hauptsächlich Frucht- und Schokoladeeis (die ersten Sorten waren Himbeer-, Vanille-, Zitronen- und Schokoladeeis) konnten zu einem relativ hohen Preis von 12-30 Kreuzer pro Becher konsumiert werden. Der Kaffeesieder Milani servierte bereits 1790 in seinem Limonadezelt am Kohlmarkt 6 (Café Milani) Wiener Eiskaffee (gesüßter schwarzer Kaffee mit Vanilleeis und Schlagobershaube).

Die Limonadezelte waren auch bei Frauen sehr beliebt, da Kaffeehäuser eher den Männern vorbehalten waren.


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