Lilienburse

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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BezirkStraßeHausnummer
1Postgasse11

frühere Adressierung

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Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
683
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Lilienburse (1, Postgasse 11, Konskriptionsnummer 683, Teil). Ein vom Wiener Ratsbürger Konrad Hölzler der Ältere über seine Eltern, das Fleischhackerehepaar Jakob und Elsbeth Oetzestorffer, 1460 auf dem Erbweg an ihn gekommenes Haus verkaufte Wolfgang Oetzestorffer 1465 an die Stipendienstiftung des Passauer Domdechanten Mag. Burkhard Krebs, die dieser Mitte 15. Jahrhundert für aus Württemberg stammende Studenten der Wiener Universität errichtet hatte. Auf der Fassade war ein Freskogemälde des heiligen Christophorus zu sehen. Eine Burse ist bereits 1458 nachweisbar (ursprünglich Oetzestorffer-Burse), doch erst 1465 wurden Statuten entworfen, in denen der neue Name „Bursa Lilii" vorkommt. 1472 wurde die Lilienburse durch einen Brand verwüstet. Der Versuch des Grafen Eberhard von Württemberg, 1491 die aus dem Stiftungskapital ausbezahlte Rente zu kaufen und seiner Universität in Tübingen zuzuwenden, wurde vereitelt. Noch 1546 war die Lilienburse für Studenten aus Schwaben, Württemberg und Ulm reserviert. 1628 schenkten die Jesuiten das Haus dem Pazmaneum, 1646 erfolgte ein Zusammenbau mit dem Nachbarhaus Konskriptionsnummer 683 (1, Postgasse 13), beim Neubau 1902 wurden die Parzellen jedoch wieder getrennt. Bursen.


Literatur

  • Richard Perger: Universitätsgebäude und Burse vor 1623. In: Das alte Universitätsviertel in Wien. 1385-1985. Wien: Wiener Univ.-Verl. 1985 (Schriftenreihe des Universitätsarchivs, Universität Wien, 2), S. 87 f.
  • Franz Gall: Die alte Universität. Wien [u.a.]: Zsolnay 1970 (Wiener Geschichtsbücher, 1), S. 58 f.
  • Joseph von Aschbach: Geschichte der Wiener Universität. Band 1: Geschichte der Wiener Universität im ersten Jahrhundert ihres Bestehens. Festschrift zu ihrer fünfhundertjährigen Gründungsfeier. Wien: Verl. der k. k. Universität 1865, S. 201 f.
  • Karl Schrauf: Zur Geschichte der Studentenhäuser an der Wiener Universität während des ersten Jahrhunderts ihres Bestehens. Wien: Selbstverl. 1895 (SD aus: Mitteilungen der Gesellschaft für deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, Jg. 5, Heft 3), S. 81
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 386