Leopold Figl

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Leopold Figl
Personenname Figl, Leopold
Abweichende Namensform
Titel Dipl.-Ing., Dr. h. c.
Geschlecht männlich
GND 118532987
Geburtsdatum 02.10.1902
Geburtsort Rust im Tullnerfeld, Niederösterreich
Sterbedatum 09.05.1965
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 14.05.1965
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 14 C, Nummer 22
Ehrengrab ja
Beruf Politiker, Bundeskanzler
Parteizugehörigkeit Österreichische Volkspartei
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Leopold-Figl-Gasse, Leopold-Figl-Hof, Leopold-Figl-Museum
Denkmal Figldenkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  11.09.2017 durch WIEN1\lanm09bum
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Bildname Leopoldfigl.jpg
Bildunterschrift  Leopold Figl
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv, Fotosammlung,TF-002715
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Bundeskanzler20 Dezember 19452 April 1953
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten26 November 19539 Juni 1959
Mitglied des Bundeswirtschaftsrates19341938
Abgeordneter zum Nationalrat19 Dezember 19459 Mai 1965
Bundesparteiobmann der ÖVP19451952
Präsident des Nationalrates9 Juni 19595 Februar 1962
Landeshauptmann von Niederösterreich19451945
Staatssekretär ohne Portefeuille27 April 194520 Dezember 1945
Landeshauptmann von Niederösterreich31 Januar 19629 Mai 1965
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich12 März 1954
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse3Kundmanngasse24
Sterbeadresse19Peter-Jordan-Straße62
Wohnadresse19Peter-Jordan-Straße62
Wohnadresse1Schenkenstraße2

Es wurde noch keine Familie zu dieser Person erfasst! Es wurden noch keine Beziehungen zu dieser Person erfasst!

Leopold Figl, * 2. Oktober 1902 Rust im Tullnerfeld, Niederösterreich, † 9. Mai 1965 19, Peter-Jordan-Straße 62 (Wohnhaus ab 1946; Staatsbegräbnis; Zentralfriedhof, Ehrengrab Gruppe 14C, Nummer 22, Bronzekreuz und Bronzereliefs von Franz Anton Coufal, 1966), Gattin (1930) Hildegard Hemala (* 5. Juni 1906, † 22. August 1989).

Biographie

Absolvierte das Gymnasium und die Hochschule für Bodenkultur (Dipl.-Ing.), wandte sich anschließend der politischen Laufbahn zu. 1927-1931 Sekretär, 1931-1933 Direkor-Stellvertreter und seit 1933 Direktor des Niederösterreichischen Bauernbunds, ab 1. November 1934 Mitglied des Bundeswirtschaftrats. Während der nationalsozialistischen Ära war Figl inhaftiert (1938-1943, 1944-1945 im Konzentrationslager) und wurde 1945 zum Tod verurteilt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs widmete sich Figl neuerlich der politischen Arbeit. Er zählt zu den Mitbegründern der ÖVP (Obmann 1945-1951). Ab 19. Dezember 1945 war er bis zu seinem Tod Abgeordneter zum Nationalrat. Von 27. April bis 12. Oktober 1945 Landeshauptmann von Niederösterreich. Am 20. Dezember 1945 wurde er vom soeben gewählten Bundespräsidenten Karl Renner zum Bundeskanzler ernannt; er legte dieses Amt am 2. April 1953 zurück. In seine Ära fallen die Festigung der Koalition ÖVP-SPÖ, schwierige Verhandlungen mit den Besatzungsmächten, erfolgreiche Bemühungen um die Bewahrung der staatlichen Einheit Österreichs und der Aufbau des politischen und wirtschaftlichen Lebens.

Als Außenminister (26. November 1953-9. Juni 1959) hat Figl für Österreich den Staatsvertrag unterzeichnet (15. Mai 1955); 9. Juni 1959-14. Februar 1962 war Figl Präsident des Nationalrats, ab 8. November 1959 Landesparteiobmann der ÖVP Niederösterreich, ab 31. Jänner 1962 bis zu seinem Tod wieder Landeshauptmann von Niederösterreich (als Nachfolger von Johann Steinböck). Sein Begräbnis am 14. Mai 1965 war mit einem Trauerzug über die Ringstraße verbunden.

Dr. h. c. der Technischen Hochschule (1946) und der Hochschule für Bodenkultur (1948), zahlreiche hohe in- und ausländische Auszeichnungen (darunter Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande der Republik Österreich); Gedenktafel 1, Schenkenstraße 2 (Wohnhaus 1928-1932); Gedenktafel 3, Kundmanngasse 24 (Wohnhaus 1937-1946); Leopold-Figl-Museum (Michelhausen bei Tulln, Niederösterreich); Figl-Sternwarte (Schöpfl); 500-Schilling-Münze (1982); Figldenkmal, Leopold-Figl-Gasse (1985, vorher 1, Regierungsgasse), Leopold-Figl-Hof.

Literatur

  • Neue österreichische Biographie ab 1815. Große Österreicher. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1957-1987. Band 19,1977
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1951
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon [der Ersten und Zweiten Republik]. Wien: Ueberreuter 1992
  • Getrude Enderle-Burcel: Mandatare im Ständestaat. Christlich - ständisch - autoritär. 1934 - 1938. Biographisches Handbuch der Mitglieder des Staatsrates, Bundeskulturrates, Bundeswirtschaftsrates und Länderrates sowie des Bundestages. Wien: Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes [u.a.] 1991
  • Hermann A. Ludwig Degener: Wer ist wer. Unsere Zeitgenossen. Zeitgenossenlexikon enthaltend Biographien nebst Bibliographien. Angaben über Herkunft, Familie, Lebenslauf, Werke, Lieblingsbeschäftigungen, Parteiangehörigkeit, Mitgliedschaft bei Gesellschaften, Adresse. Andere Mitteilungen von allgemeinem Interesse. Berlin-Grunewald: Arani-Verlag 1905-1958
  • Friedrich Weissensteiner / Erika Weinzierl [Hg.]: Die österreichischen Bundeskanzler. Leben und Werk. Hauptband. Wien: Österr. Bundesverl. 1983, S. 266 ff.
  • Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 3: Der Parlamentarismus und die modernen Republiken. Wien / München: Jugend & Volk 1974, S. 456 ff.
  • Die Prominenz der Republik Österreich im Bild. Zürich: Ascot-Verl. 1962
  • Leopold Figl: Reden für Österreich. Wien [u.a.]: Europa Verlag 1965
  • Susanne Seltenreich: Leopold Figl - ein Österreicher. Wien: Metten [1962]
  • Ernst Trost: Figl von Österreich. Wien [u.a.]: Molden 1972
  • Ludwig Jedlicka: Briefmarken-Abhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens einer Sonderbriefmarke 1970
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach [Isartal]: Verlag Dokumentation 1972