Laurenzergebäude

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Laurenzerkirche und Kloster am alten Fleischmarkt (1729).
Art des Bauwerks Sakralbau
Jahr von 1305
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Laurenzerkirche.jpg
Bildunterschrift  Laurenzerkirche und Kloster am alten Fleischmarkt (1729).
Bildquelle Wilhelm Kisch: Wien. Wien: Gottlieb 1883
Bildrechte
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtFleischmarkt15

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Laurenzergebäude (Kloster und Kirche der Laurenzerinnen, 1, Fleischmarkt 19). Die Kirche „Zum heiligen Laurenz" und das Nonnenkloster der Dominikanerinnen auf dem alten Fleischmarkt bestanden schon im 14. Jahrhundert, wie aus Zuwendungen der Bürgersfrau Margarethe Preuzzl (1305) und Friedrichs des Schönen (1327) zu entnehmen ist. Nach den Dominikanerinnen (Ausrottung durch die Pest 1349) kamen die Nonnen des Augustinerordens aus dem Oberen Werd, wo sie ein kleines Kloster bewohnt hatten, hierher. 1529 flüchteten die Nonnen des Maria-Magdalena-Klosters zu ihren Mitschwestern und vereinigten sich mit diesen (1533). Die Brände der Jahre 1590 und 1627 beschädigten das Kloster stark. Da zudem die Anzahl der Nonnen eine Vergrößerung des Hauses erforderte, wurde 1630 unter der Oberin Polyxena von Muschingen ein neuer Bau begonnen, der 1660 vollendet war. Die Nonnen beschäftigten sich mit Erziehung und Unterricht (Führung einer Normalschule, an der eine Präfektin und sechs Lehrerinnen unterrichteten, zu denen noch Handarbeitslehrkräfte kamen). Frauen höherer Stände pflegten sich während der Fastenzeit zu geistliche Übungen in dieses Kloster zurückzuziehen. Die Kirche hatte einen schlanken, schmalen Turm. Den Hochaltar zierte das Bild des heiligen Laurenz von de Harte. Nach Auflassung des Klosters am 18. September 1783 (im Kloster, das durch den Besitz von drei Häusern in der Stadt sowie 25 Diensthäusern in Wien eine solide wirtschaftliche Grundlage besaß, befanden sich 32 Chor- und 15 Laienschwestern, zu denen noch 16 beziehunsgweise sechs Schwestern aus 1782 aufgehobenen Klöstern kamen) wurde das Gebäude verkauft und 1797 darin eine Farbenfabrik eingerichtet. Nach der Demolierung der Kirche wurden 1816-1819 Kloster und Nebengebäude zu einem einheitlichen Objekt umgebaut, das zu ärarischen Zwecken benutzt wurde. Im Lauf der Zeit kamen Kanzleien der Bücherzensur, Abteilungen des Finanzministeriums, Steuer- und Postämter hierher. Ein Teil der festen alten Gewölbe, Keller und Hauptmauern wurden für den Neubau herangezogen. In einem der Keller befindet sich noch heute ein interessantes Barockfresko, die Auferstehung der Toten darstellend. Aus der Kirche kamen verschiedene Kunstwerke in die Schottenfelder Kirche, die auf einem den Laurenzerinnen gehörenden Grund erbaut worden war. Heute gehört der gesamte (zum Teil erneuerte) Gebäudekomplex zur Hauptpost. Nach vorübergehender Absiedlung derselben (ab 24. September 1990 Barbaragasse) begann ein grundlegender Umbau (Restaurierung der Fassade und Modernisierung des Innenraums, ab April 1991 Demolierung und Neubau des nördlichen Trakts), der 1994 abgeschlossen wurde (offizielle Eröffnung 8. September 1994; Postpassage).


Literatur

  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 201 ff.
  • Theodor Wiedemann: Geschichte der Frauenklöster St. Laurenz und Maria Magdalena in Wien. Salzburg: Zaunrith 1883
  • Karl Lind: Aus dem Laurenzergebäude in Wien. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Gerold 1856-1918. Band 33,1898, S. 83 f.
  • Josef Lampel: Cimelien eines Wiener Nonnenklosters. In: Berichte und Mitteilungen des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Gerold 1856-1918. Band 26,1890, S. 145 ff.
  • Anneliese Stoklaska: Zur Entstehung der ältesten Wiener Frauenklöster. Wien: VWGÖ 1986. (Dissertationen der Universität Wien, 175), S. 53 ff.
  • Gerhard Winner: Die Klosteraufhebungen in Niederösterreich und Wien. Wien [u.a.]: Herold 1967 (Forschungen zur Kirchengeschichte Österreichs, 3), S. 181 ff.
  • H. Hawelka: Das Wiener Laurenzergebäude. In: Alt-Wien. Monatsschrift für Wiener Art und Sprache. Wien: Raimann & Godina 1891 - lfd. Jg. 3.1894, S. 86-91
  • Laurenzergebäude, I. Fleischmarkt 19. In: Technischer Führer durch Wien. Hg. vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein. Red. von Martin Paul. Wien: Gerlach & Wiedling 1910, S. 312
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 451 f.
  • Gustav Gugitz: Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch. Band 1: Wien. Wien: Hollinek 1955. Band l, S. 22 f.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956,161 f.
  • Die Hauptpost hinter Klostermauern. In: Die Presse, 24.08.1994, S. 9