Kurrentgasse 3

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung Neuwallsches Haus
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  25.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtKurrentgasse3
Innere StadtSchulhof4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt41418211862
Stadt44717951821
Stadt24217701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Kurrentgasse 3 (Neuwallsches Haus; Konskriptionsnummer 414), Schulhof 4.

Dieses Haus war einst Teil der Judenstadt und kam nach der Judenvertreibung des Jahres 1421 (siehe Geserah) in den Besitz der Gemeinde, die es am 17. Mai 1423 um 140 Pfund Wiener Pfennig verkaufte. In der Folge kam es zu einer starken Wertsteigerung, da es beim nächsten Verkauf (1445) bereits 228 Pfund Wiener Pfennig wert war. Nachdem das Haus mit großen Schulden belastet war, wurde es von der Stadt geschätzt (Wert: 150 Pfund Wiener Pfennig) und 1510 um den Schätzwert vom Bürgermeister Wolfgang Rieder erworben, der es seiner Tochter Anna hinterließ, die es 1517 um 340 Pfund Wiener Pfennig verkaufte. 1555 kam eine Haushälfte in den Besitz der Stadt und wurde 1567 um 430 (!) Pfund Wiener Pfennig dem Besitzer der anderen Hälfte überlassen.

Zwischen 1584 und 1777 ging das Grundstück (nicht das Haus) in den Besitz der Jesuiten über und wurde daher in deren Gewerbüchern (Grundbüchern) verzeichnet. Da die betreffenden Bücher bei der Auflösung des Wiener Klosters verloren gingen, gibt es für diese Zeit kaum Daten. Wahrscheinlich wurde das Gebäude nach der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen (1683; siehe Zweite Türkenbelagerung) umgebaut oder neu errichtet. Darauf deutet die am Schulhof liegende Front hin. Sowohl das Atlantenportal wie auch das Stiegenhausportal wurden im Stil von Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lukas Hildebrandt geschaffen, ihre Erbauer sind jedoch unbekannt. Die Häuserkataster von 1905 und 1911 geben 1870 als Baujahr an, was sich jedoch nur auf das oberste Stockwerk beziehen kann.

Am 25. September 1810 wurde das Gebäude vom Bankier Bernhard Eskeles erworben, der es jedoch bereits am 10. Oktober 1811 verkaufte. Samuel August und Ignaz Ritter von Neuwall kauften das Haus im Jahr 1849. Das Haus blieb im Familienbesitz und erhielt den Namen "Neuwallsches Haus".


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 3. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 471-473