Kumpfgasse 7

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1882
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Ludwig Wächtler
Prominente Bewohner Johann Jakob Henckel
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  4.06.2017 durch DYN\krabina
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
BezirkStraßeHausnummer
1Kumpfgasse7

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt82718211862
Stadt87717951821
Stadt89217701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Kumpfgasse 7 (Konskriptionsnummer 827).

Vorgängerbauten

Hier standen ursprünglich zwei Gebäude:

Haus A

Dieses Haus war Teil einer Messstiftung. Da es die Benefiziaten der Stiftung verfallen ließen, zog es der Stadtrat als Lehensherr ein und verkaufte es im Jahr 1620. Ab 1657 gehörte es dem Wirt Ambrosius Frankh, der auch das Haus B besaß. Er trat nicht nur als Hauptmann einer von ihm organisierten Freikompanie während der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen (sogenannte Zweite Türkenbelagerung) in Erscheinung, sondern wurde auch als Lieferant des Rohitscher Wassers bekannt, das er ab 1682 zusammen mit dem Besitzer des Heilbades Rohitsch in Wien in Maßflaschen zu je 26 Kreuzer verkaufte. Zu dieser Zeit befand sich hier die Gastwirtschaft "Zur neuen Welt", die bis ins 19. Jahrhundert existierte. Der Schildname wurde in der Folge bis zur Schließung der Gastwirtschaft für die ganze nähere Umgebung gebräuchlich.

Haus B

Auch dieses Gebäude diente einer Messstiftung als Benefiziatenhaus, brannte aber beim großen Stadtbrand vom 18. Juli 1525 vollständig ab. Die Brandstätte wurde von der Stadt als Lehensherr eingezogen und verkauft. Der Käufer starb aber bald darauf und hinterließ die Brandruine seinen Kindern, die das Haus noch vor 1531 wiederherstellten. Ambrosius Frankh kaufte das Gebäude am 13. März 1656. Nach ihm gehörte es immer den jeweiligen Besitzern des Hauses A.

In einem der genannten Häusern wohnte ab 1710 der städtische Archivar Johann Jakob Henckel. Am 13. Dezember 1763 kamen sie in den Besitz von Theresia Herzogin von Savoyen und Piemont (-Carignan), Markgräfin von Saluzzo, Comptesse de Soissons, geborene Fürstin von Liechtenstein und Nikolsburg, Herzogin zu Troppau und Jägerndorf. Sie besaß die Häuser bis zum 6. März 1765.


Neubau 1882

Im Jahr 1882 entstand das heutige Gebäude, das von Ludwig Wächtler geplant wurde und auf einer Grundfläche von 447 Quadratmetern steht (Harrer [ Paul Harrer: Wien, seine Häuser ] gibt 1879 als Baujahr an). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Haushälfte von der Kommunistischen Partei Österreichs erworben.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

Haus A:

  • Gastwirtschaft "Zur neuen Welt"


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 4, 3. Teil. Wien ²1955 (Manuskript im WStLA), S. 649-651