Kumpfgasse

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1., Kumpfgasse, um 1940
Art des Objekts Verkehrsfläche
Jahr von 1827
Jahr bis
Name seit 1827
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Champluken, Champfluken, Kumpfgässl
Benannt nach
Bezirk 1
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke Neuberger Hof, Bechler Hof, Ramhof
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname Kumpfgasse.jpg
Bildunterschrift  1., Kumpfgasse, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Kumpfgasse (1), ursprünglich Champluken (urkundlich erstmals 1302 erwähnt, 1314 Champflucken); Lücke war der alte Ausdruck für Vorstadtgässchen (woraus sich ableitet, dass die Kumpfgasse schon vor der Stadterweiterung um 1200 bestanden haben muss). 1390 findet sich die Bezeichnung Kumpfgässl, seit 1827 gilt die Schreibung Kumpfgasse. Ihren Namen verdankt die Kumpfgasse möglicherweise dem Kumpf, dem Walktrog der Tuchmacher und Wollweber, die in der Wollzeile und deren nächster Umgebung in größerer Zahl ihren Wohnsitz hatten. 1302 befand sich dort ein Ramhof (Hof mit den Rahmen der Woll- und Tuchweber).

Pfarrzugehörigkeit bis 1938

Bis 1938 lag die Standesführung in Österreich in den Händen der konfessionellen Behörden. Die Geburts-, Ehe-, und Sterbematriken von katholischen Bewohnerinnen und Bewohnern wurden von der zuständigen Pfarre geführt.

Gebäude

Die Kumpfgasse besitzt noch heute eine Reihe bemerkenswerter alter Häuser.

  • Nummer 2: Rückfront des Neuberger Hofs (Grünangergasse 1).
  • Nummer 3: Gebäude auf schmaler (noch aus dem Mittelalter stammender) Parzelle aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert (in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts neu fassadiert - Barockfassade, 1789 adaptiert, 1945 restauriert). Auf dem Areal der Häuser 3 und 5 befand sich bis 1725 (Bau der Hofstallungen) der Sänftenstall (Tragtiere für das Tragen von Sänften) der Kaiserin Eleonore (Gattin Ferdinands III. ).
  • Nummer 5: In seinem Kern stammt das Haus aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts (1775 im Besitz des Baumeisters Philipp Hackl, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Baumeisterfamilie Adelpodinger), das 1869 umgebaut wurde. Es beherbergte im 18. Jahrhundert den "k. k. Sänftenstall".
  • Nummer 9: Becherlhof.
  • Nummer 11: Kleiner Ramhof; Gedenktafel für Johann Strauß Vater (Sterbehaus).
  • Nummer 13: Wohnhaus, das als "Bäckerhaus" bekannt geworden ist.


Literatur

  • Alt-Wien. Monatsschrift für Wiener Art und Sprache. Wien: Raimann & Godina. Band 1, 1892, S. 18 f., 34 f., 65 ff.
  • Josef Bergauer: Das klingende Wien. Erinnerungsstätten berühmter Tondichter. Wien: Günther 1946 (1941), S. 27 f.
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk, Ed. Wien, Dachs-Verlag 1993, S. 106
  • Rudolf Geyer: Handbuch der Wiener Matriken. Ein Hilfswerk für Matrikenführer und Familienforscher. Wien: Verlag des Österreichischen Instituts für Genealogie, Familienrecht und Wappenkunde, 1929
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 467
  • Hugo Hassinger: Kunsthistorischer Atlas der k.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien und Verzeichnis der erhaltenswerten historischen, Kunst- und Naturdenkmale des Wiener Stadtbildes. Wien: Schroll 1916 (Österreichische Kunsttopographie, 15), S. 67
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 552
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), S. 47 (Gedenktafel für Johann Strauß)
  • Robert Mucnjak: Führer durch Alt-Wien. Innere Stadt. Wien: Der Museumsverein Innere Stadt 1980 (Schriftenreihe des Bezirksmuseums, 3), S. 62 f.
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 86
  • Emmerich Siegris: Alte Wiener Hauszeichen und Ladenschilder. Wien: Burgverlag 1924, S. 79
  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 63 f.