Kremsmünsterhof

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1., Annagasse 4, um 1940
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1372
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Stift Kremsmünster
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Annagasse4.jpg
Bildunterschrift  1., Annagasse 4, um 1940
Bildquelle WStLA, Fotosammlung Stadtplanung, Reiffenstein
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtAnnagasse4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt100318211862
Stadt106517951821
Stadt102317701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Kremsmünsterhof (1, Annagasse 4; Konskriptionsnummer 1003).

Das Gebäude wird 1372, damals im Besitz des Ulrich Kirchling, erstmals urkundlich erwähnt und gehörte 1433 dem Hanns Kuenring (einem Abkömmling des gleichnamigen Rittergeschlechts). Da sich sein Wert zwischen 1383 und 1433 fast verfünffachte, kann davon ausgegangen werden, dass es in dieser Zeit neu errichtet und reich ausgestaltet worden war. Noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der Hof mit dem Nachbargebäude Stadt 1002 (Annagasse 6; siehe Herzogenburger Hof) zu einem größeren Gebäude vereint. Laut Karl August Schimmer stand es ab 1450 im Eigentum von Albrecht Graf Prett. Es dürfte sich dabei jedoch um eine Verwechslung mit dem späteren Mailberger Hof (Stadt 985; Annagasse 7) handeln.

Im Jahr 1601 erwarb das Stift Herzogenburg vom damaligen Besitzer Sigmund von Lamberg den Hof. 1628 wurden die beiden Gebäude wieder voneinander getrennt und das Haus Stadt 1003 (Annagasse 4) an den Abt und Konvent von Säusenstein an der Donau verkauft, von dem es schließlich 1675 das Stift Kremsmünster erwarb. Aufgrund einer Verfügung der geheimen Staatspolizei (Gestapo) vom 22. November 1941 wurde das Gebäude eingezogen und 1942 verkauft, jedoch durch das Teilerkenntnis der Rückstellungskommission vom 24. Juni 1949 dem Stift Kremsmünster zurückgegeben.

Das Baujahr des heutigen Hauses, das auf einer Grundfläche von 293 Quadratmetern steht, ist nicht bekannt, es dürfte aber vor 1683 entstanden sein. Es zeigt in dem vorkragenden, geschlossenen Erker, dem breiten gewölbten Einfahrtstor und den offenen Gängen im Hof sowie dem eigenartigen Stockwerksaufbau im obersten Geschoss noch Formen der Renaissance.


Literatur

  • Friedrich Reischl: Die Wiener Prälatenhöfe. Wien: Selbstverlag 1919, S. 142
  • Margarete Girardi: Wiener Höfe einst und jetzt. Wien: Müller 1947 (Beiträge zur Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt Wien, 4), S. 121 f., 172 (Säusensteinhof)
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 348 f.
  • Emerich Schaffran: Wien. Ein Wegweiser durch seine Kunststätten. Wien: Steyrermühl-Verlag 1930 (Tagblatt-Bibliothek, 855/864), S. 84 f.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 375
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 2. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 322 f.