Kleiner Zwettlhof

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1591
Jahr bis 1897
Andere Bezeichnung Zum kleinen Zwettl-Hof
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Stift Zwettl
Einlagezahl
Architekt Jakob Oeckl
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen
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BezirkStraßeHausnummer
1Schwertgasse4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt41117701795
Innere Stadt39017951821
Innere Stadt35918211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Schwertgasse 4, (Konskriptionsnummer 359).

Das Gebäude bildete bis 1561 einen Bestandteil des Hauses Stadt 361. In diesem Jahr wurde ein Teil des Hauses abgetrennt. Somit entstand das Gebäude mit der Konskriptionsnummer 359 aus dem hinteren Stock zwischen dem Haus Stadt 560 und dem Passauer Renthof (Stadt 365), mit allen Zimmern und Gemächern samt dem ganzen Backhaus und dem Brunnen.

Das Gebäude gehörte dem Äußeren Rat Wolfgang Prämer und kam von diesem am 5. Jänner 1591 (durch "Auswechsel") unter Abt Ulrich Hackl an das Konventstift Zwettl. Um den Hauptzweck des Häusertausches noch besser zu entsprechen ließ Abt Ulrich das neu erworbene Gebäude entsprechend umbauen, sorgte für die Übertragung aller Rechte von dem alten auf den neuen stiftlichen Hof und ließ dort auch eine Kapelle errichten. Ein Brand, der am 5. Mai 1619 einen großen Gebäudekomplex bei der Hohen Brücke einäscherte, soll im kleinen Zwettlhof ausgebrochen sein. 1716 ließ Abt Melchior durch Jakob Oeckl umfassende bauliche Veränderungen vornehmen. Danach war der Hof mit dem benachbarten Passauer Renthof so eng verbunden, dass er, als man diesen 1722 ebenfalls umbaute, beträchtlich beschädigt wurde, wofür Passau an Zwettl eine Entschädigung (800 Gulden) zahlen musste. 1823 wurde der Hof über kaiserlichen Befehl von Abt Berthold verkauft. Nach der zweiten Türkenbelagerung musste der kleine Zwettlhof grundlegend renoviert werden. Durch die Franzosenkriege und den Staatsbankrott waren manche Stifte in große Schulden geraten, so auch das den Zisterzienser gehörende Zwettler Stift, die Abtei musste alle ihre Wiener Häuser (mit Ausnahme des Nußdorfer Hofes) verkaufen.

Neubau

1897 wurde das gegenwärtige Haus durch den Architekten Hermann Stierlin erbaut.

Literatur

  • Margarete Girardi: Wiener Höfe einst und jetzt. Wien: Müller 1947 (Beiträge zur Geschichte, Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt Wien, 4), S. 220
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 445
  • P. B. Hammerl: Beiträge zur Geschichte des kleinen Zwettlhofes in der Schwertgasse. In: Monatsblätter (1894), S. 113 ff.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 4. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 807-808
  • Friedrich Reischl: Die Wiener Prälatenhöfe. Wien: Selbstverlag 1919, S. 175 f.