Klöster

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Klöster sind unter den gebräuchlichen Bezeichnungen aufzufinden, ebenso katholische Orden. Klosterapotheken, Klosteraufhebungen, Klosteroffensive, Klosterrat, Prälatenhöfe.

Klostergründungen des Mittelalters

Das älteste Kloster Wiens ist das Schottenkloster, welches 1155 von Heinrich Jasomirgott gestiftet beziehungsweise als herzogliche Grabstiftung gegründet wurde. Die iro-schottischen Mönche, die Heinrich Jasomirgott nach Wien rufen ließ, erhielten um 1200 nach der Fertigstellung und Einweihung des Klosters die Kapellen St. Ruprecht, St. Peter und Maria am Gestade geschenkt. Im Spätmittelalter entwickelte sich das Kloster zum bedeutendsten Grundherrn im Raum Wien. Die Schotten wurden im Zuge der Melker Reform 1418 durch deutsche Benediktiner ersetzt. Der Karmelitenorden wurde 1365 zunächst provisorisch im Münzhof Am Hof untergebracht, eine eigene Klosteranlage ist ab 1375 nachgewiesen. 1554 wurde das Kloster von Ferdinand I. den Jesuiten als Wohnsitz übergeben. Herzog Leopold VI. berief 1224 den Orden der Minderen Brüder nach Wien, für die Kirche und Kloster 1250 eigens erbaut wurden. Das Kloster war eine wichtige Begräbnisstätte, so wurde dort unter anderem Margarete Maultasch beigesetzt. 1225 wurde das Dominikanerkloster als Ordensniederlassung in Wien gegründet, für die wiederum Leopold VI. ein Grundstück zur Verfügung stellte. Im 16. Jahrhundert wurden Teile des Klosters in die Befestigungsanlagen der Stadt integriert, 1631 erfolgte die Grundsteinlegung zum heute noch bestehenden Bau. Auf Veranlassung Friedrichs des Schönen wurde 1327 für den Orden der Augustiner das Augustinerkloster errichtet. Dabei handelt es sich um die älteste Bettelordenskirche Wiens. Diese diente einerseits als Hofkirche, während sich in der dazugehörigen Loretokapelle die Herzgruft der Habsburger befindet. Das Theobaldkloster wurde zunächst 1348 durch Albrecht II. als Spital gegründet, 1451 half Friedrich III. dabei, die von Johannes Capistran nach Wien geführten Franziskaner dort unterzubringen. Das Klostergebäude wurde 1529 zerstört, 1661 von den Karmeliten wiedereingerichtet, während der Zweiten Türkenbelagerung erneut zerstört, 1692 wiedererrichtet und 1905 endgültig abgebrochen. Das Dorotheerkloster wurde bereits während der Herrschaft von Albrecht IV. (1395 – 1404) geplant und neben einer seit 1360 bestehenden Kapelle errichtet. In der Kirche befand sich das Grabmal von Niklas Salm, dem Verteidiger Wiens von 1529. Im Mittelalter wurden auch einige Frauenklöster gegründet, so beispielsweise das Kloster St. Niklas vor dem Stubentor der Zisterzienserinnen, das wohl zur Regierungszeit von Herzog Leopold VI. gegründet wurde. Es wurde ebenfalls 1529 zerstört. Das Stadtkloster wurde 1385 Sitz einer Lehranstalt der Zisterzienser; 1625 wurden hier die Clarissen angesiedelt. Das Himmelpfortkloster wurde 1240 von Konstanze, der Witwe König Ottokars I. gegründet und später insbesondere von Gerhard, Pfarrer von St. Stephan gefördert. Daneben sind noch das Maria-Magdalena-Kloster, welches von 1224 bis 1529 bestand, sowie das 1783 aufgehobene Kloster St. Jakob an der Hülben zu erwähnen, weiter das Dominikanerinnenkloster St. Laurenz, welches von 1293 bis 1783 bestand, und das von Rudolf III. im Ersten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts gegründete Clarissenkloster.

Klostergründungen der Gegenreformation

Im Zuge der Gegenreformation (siehe auch: Klosteroffensive) kam es zu einer neuen Welle an Ordensniederlassungen in Wien. Die Jesuiten wurden 1554 nach Wien berufen und entfalteten ihre Haupttätigkeit im Schul- und Bildungswesen, der Predigt und der Propaganda. 1623 wurde den Jesuiten die theologische und philosophische Fakultät der Universität Wien übergeben, der Orden allerdings 1773 durch Maria Theresia aufgehoben. Die Barnabiten wurden von Ferdinand II. 1626 aus der Lombardei nach Wien berufen und wirkten dort bis 1923. Die Piaristen erhielten 1697 die Erlaubnis, sich in Wien niederzulassen, und waren ebenfalls für das Schulwesen zuständig, weshalb es zum Konflikt mit den Jesuiten kam, der erst 1735 beigelegt wurde. Nach Aufhebung der Jesuiten übernahmen die Piaristen größtenteils deren Schulen; sie errichteten unter anderem die Kirche Maria Treu in der Josefstadt. Die Ursulinen kamen 1660 nach Wien und zählen ebenfalls zu den Lehrorden. Die Schwarzspanier wurden ebenfalls von Ferdinand II. nach Wien berufen und errichteten 1633 die nach ihnen benannte Kirche. Die Serviten erhielten 1638 die Erlaubnis, eine Kirche und ein Kloster zu bauen, und wurden dabei von Ottavio Piccolomini unterstützt. Die Paulaner kamen bereits 1624 nach Wien und errichteten zwischen 1627 und 1651 Kloster und Kirche. Die Kapuziner ließen sich 1600 zunächst in der Vorstadt St. Ulrich nieder, erhielten 1632 eine eigene Kirche auf dem Mehlmarkt. Die Barmherzigen Brüder erwarben als Krankenpflegerorden mit Hilfe des Kaisers Matthias ein Grundstück auf der Donauinsel Unterer Werd. 1622 bis 1652 wurde im heutigen zweiten Bezirk eine Kirche erbaut.

Literatur

  • Othmar Pickl [Hg.]: Österreichisches Städtebuch. Band 7: Die Stadt Wien. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1999, S. 267 – 273