Karoline Pichler

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Personenname Pichler, Karoline
Abweichende Namensform Greiner, Karoline, Pichler, Caroline
Titel
Geschlecht weiblich
GND 118742361
Geburtsdatum 07.09.1769
Geburtsort Wien
Sterbedatum 09.07.1843
Sterbeort Alsergrund
Begräbnisdatum 06.09.1901
Friedhof Wiener Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 0, Reihe 1, Nr. 27
Ehrengrab ja
Beruf Schriftstellerin, Salonnière
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche Pichlergasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  20.05.2017 durch DYN\michaelorenz
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NameVerwandtschaftsgrad
Andreas Eugen Pichler (1764-18381. Gatte

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Pichler Karoline, geborene Greiner, * 7. September 1769 Wien, Tiefer Graben, † 9. Juli 1843 Alsergrund 109 (8, Alser Straße 25; Allgemeiner Währinger Friedhof, seit 1901 Zentralfriedhof, Ehrengrab mit ihrem Ehemann, Gruppe 0, Friedhofsmauer links vom Haupttor, Nummer 27 [Marmorrelief von Alois Franz Xaver Düll]), Schriftstellerin, Gatte (1796) Andreas Eugen Pichler, Regierungsrat, Tochter des Hofrats Franz Sales von Greiner und seiner Gattin Karoline.

Das Elternhaus war während der Josephinischen Zeit ein Mittelpunkt des geistigen Lebens der Stadt. Schon früh begann sie zu dichten (ihr erstes Gedicht erschien 1782 im "Wiener Musenalmanach"), widmete sich immer eifriger dem literarischen Schaffen, sodass ihre noch zu ihren Lebzeiten erschienenen "Sämtlichen Werke" (1820-1844) nicht weniger als sechzig Bände umfassten. 1829-1841 veröffentlichte sie "Zeitbilder" (drei Bände), 1844 "Denkwürdigkeiten aus meinem Leben" (vier Bände; Neuherausgabe 1914 in zwei Bänden).

In ihrem Haus in der Alservorstadt sammelte sie einen Kreis Gleichgesinnter um sich, die die geistige Elite des Bürgertums der damaligen Zeit darstellten, oft war sie zu Gast im Salon Sonnleithner, der Familie von Grillparzers Mutter, im ehemaligen Gundelhof (wo neben Franz Grillparzer auch Nestroy verkehrte).

Sie gehörte zu den gebildetsten Frauen ihrer Zeit. Pichler hat in ihrem wichtigen Werk, „Denkwürdigkeiten aus meinem Leben", ein lebendiges Bild des Wiener Kulturlebens entworfen. Ihr Salon war so berühmt und für die Stadt so charakteristisch, dass Pichler weit über Österreichs Grenzen hinaus bekannt wurde. In dem Salon verkehrten unter anderem Franz Grillparzer, Nikolaus Lenau, Dorothea und Friedrich Schlegel, Joseph von Hammer-Purgstall und Friedrich Nicolai. In ihrer letzten Schaffensperiode schrieb sie historische Romane aus der Wiener Vergangenheit.

Sie wohnte eine Zeitlang im Haffnerschen Haus "Zum goldenen Kopf" (1, Graben 14-15, Teil), 1781-1783 (mit ihrem Vater) in der Mehlgrube (1, Neuer Markt 5) und 1784 im Trattnerhof (1, Graben 29-29a); 1799 besaß sie das Haus "Zum Schwarzwälder Bauern" (7, Burggasse 27, Sigmundsgasse 16), 1816 erbte sie von ihrer Mutter die Häuser 8, Alser Straße 25 (wo sie auch starb und das 1856 Johann Oppolzer besaß) und 8, Laudongasse 18 (Pichlergasse), sowie 1, Tiefer Graben 10.

Literatur

  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949. Register
  • Peter Csendes [Hg.]: Österreich 1790-1848. Kriege gegen Frankreich, Wiener Kongreß, Ära Metternich, Zeit des Biedermeier, Revolution von 1848. Das Tagebuch einer Epoche. Wien: Brandstätter 1987, S. 269
  • Peter Ernst: Wiener Literaturgedenkstätten. Hg. von Felix Czeike. Wien: J & V-Edition Wien-Verlag 1990, S. 99 f.
  • Hans Giebisch / Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien: Hollinek 1963
  • Ernst Joseph Görlich (Hg.): Karoline Pichler. Madame Biedermeier. In: Das österreichische Wort 130 (1963)
  • Franz Gräffer: Kleine Wiener Memoiren und Wiener Dosenstücke. In Auswahl hg. von Anton Schlossar unter Mitwirkung von Gustav Gugitz. München: G. Müller 1918-1922. Band 1, S. 338 und S. 437
  • Hans Havelka: Der Wiener Zentralfriedhof. Wien: Jugend und Volk 1989
  • Murray G. Hall / Gerhard Renner: Handbuch der Nachlässe und Sammlungen österreichischer Autoren. Wien [ u.a.]: Böhlau 1992 (Literatur in der Geschichte, Geschichte in der Literatur, 23)
  • Lena Jansen: Karoline Pichlers Schaffen und Weltanschauung im Rahmen ihrer Zeit. Graz: Wächter-Verl. 1936 (Deutsche Quellen und Studien, 13)
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 11
  • Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 2. Wien / München: Jugend & Volk 1973-1974, S. 66 ff.
  • G. Prohaska: Der literarische Salon der Karoline Pichler. Diss. Univ. Wien. Wien 1947
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993, S. 137
  • Hans Rotter: Die Josefstadt. Geschichte des 8. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Selbstverlag 1918, S. 113 und S. 298
  • Hans Rotter: Neubau. Ein Heimatbuch des 7. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1925, S. 194
  • Salzburger Nachrichten, Österreich Ausgabe, 03.07.1993, S. III
  • Beatrix Schiferer: Vorbilder. Kreative Frauen in Wien 1750-1950. Wien: Verb. Wiener Voksbildung 1994, S. 25ff.
  • Wiener Schriften. Hg. vom Amt für Kultur, Schulverwaltung der Stadt Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 29 (1969), S. 69
  • Volksblatt-Magazin, 06.03.1987, S. 2 f.
  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 223 und S. 268
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923