Karl VI.

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Karl VI. als römischer Triumphator (Ausschnitt), Kupferstich, Johann Andreas Pfeffel, Augsburg 1725
Personenname Karl VI.
Abweichende Namensform
Titel Kaiser
Geschlecht männlich
GND 118560107
Geburtsdatum 01.10.1685
Geburtsort Wien
Sterbedatum 20.10.1740
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Kapuzinergruft
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Regent
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Karl VI.jpg
Bildunterschrift  Karl VI. als römischer Triumphator (Ausschnitt), Kupferstich, Johann Andreas Pfeffel, Augsburg 1725
Bildquelle Johann Andreas Pfeffel (Kupferstich)
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
SterbeadresseWiedenFavoritenstraße15
NameVerwandtschaftsgrad
Eleonore von Pfalz-NeuburgMutter
Maria TheresiaTochter
Elisabeth Christine von Braunschweig-WolfenbüttelGattin
Leopold I.Vater

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Karl VI., * 1. Oktober 1685 Wien, † 20. Oktober 1740 Favorita (4, Favoritenstraße 15; Kapuzinergruft, Sarkophag von Balthasar Moll), römisch-deutscher Kaiser 1711-1740, Gattin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, zweiter Sohn Leopolds I. und dessen dritter Gattin Eleonore von Pfalz-Neuburg. Wurde 1703 in Wien zum König von Spanien proklamiert (Karl III.), musste aber 1711 nach dem Tod seines Bruders Joseph I. diesem in den Erblanden nachfolgen.

In Spanien stärker als in Österreich verwurzelt, führte er in Wien das strenge Spanische Hofzeremoniell ein.

Die 1713 erlassene Pragmatische Sanktion, die den Gesamtbestand der Casa de Austria auch in weiblicher Erbfolge festlegte, wurde zur Maxime seines Handelns. Im selben Jahr gelobte er während einer Pestepidemie den Bau einer Kirche, die nach Plänen von J. B. Fischer von Erlach begonnen, jedoch erst 1737 durch dessen Sohn J. E. Fischer von Erlach vollendet wurde (Karlskirche). Anfangs war er auch in seinen Regierungsgeschäften spanisch orientiert; erst ab 1719 gewann die um den Prinzen Eugen gescharte Österreichische Partei an Einfluss. Karl begründete den Spanischen (nachmals Niederländischen) Rat, dem unter anderem Marchese Hieronymus Rofrano (Auerspergpalais) und Erzbischof Graf Folco di Cordona (Strozzipalais) angehörten, und das Spanische Spital (errichtet ab 1718, Anstaltskirche Maria Mercede 1722/1723). Das Eingreifen in den polnischen Erbfolgestreit (1733) führte zwar 1735 zur Anerkennung der Pragmatischen Sanktion durch Frankreich, doch mussten territoriale Umschichtungen in Kauf genommen werden (Verlust beider Sizilien, Preisgabe Lothringens, dessen in die Toskana transferierter Erbe Franz Stephan {Franz I.} 1736 mit Karls Tochter Maria Theresia vermählt wurde).

Während die Aussöhnung mit den Wittelsbachern gelang, trieb Karls Politik Preußen an die Seite Frankreichs. In der Reichspolitik vermochte Karl die starke reichsoberherrliche Stellung nicht zu behaupten, weil er den überspitzten zentralistischen Kurs des Reichsvizehofkanzlers Friedrich Carl Graf Schönborn nicht rechtzeitig bremste und die von Prinz Eugen empfohlene Toleranz missachtete. Innenpolitisch gelang es ihm hingegen, den Verschmelzungsprozess der Erblande voranzutreiben, wobei eine energische merkantilistische Förderung von Handel, Bergbau, Industrie und Gewerbe entscheidende Impulse gab. Es kam zum Bau der Semmeringstraße und zum Ausbau des 1731 zum Freihafen proklamierten Triest; Anlage der nach Norden führenden Reichsstraßen (als begradigte Umfahrungsstraßen [ Großjedlersdorf, Jedlesee ] angelegt). In Wien begann eine außerordentlich rege Bautätigkeit (letzte und größte Entfaltung des Barock); unter anderem entstanden die Karlskirche und im Zuge der Erweiterung der Hofburg die Hofbibliothek (Nationalbibliothek) und die Winterreitschule, außerdem wurde Schloss Schönbrunn ausgestaltet; Prinz Eugen ließ sich das Belvedere erbauen, verschiedene Adelsgeschlechter ließen sich vorwiegend in den Vorstädten neue Palais errichten, nach Wien berufene katholische Orden neue Ordenskirchen. Die Stadt Wien ließ bis 1713 die Innenräume des (ab etwa 1700 umgestalteten) Alten Rathauses künstlerisch ausschmücken und 1731/1732 das Bürgerliche Zeughaus Am Hof umbauen. Das Aussehen Wiens in dieser Zeit wird durch zwei umfangreiche Stichwerke dokumentiert: 1713-1719 die Ansichtenfolge Johann Adam Delsenbachs, 1724-1737 die Kupferstichserien von Johann Andreas Pfeffel, Salomon Kleiner und Johann August Corvinus.


Literatur