Karl Tausenau

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Personenname Tausenau, Karl
Abweichende Namensform
Titel Dr. med.
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 1808
Geburtsort Prag
Sterbedatum 12.10.1873
Sterbeort London
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Politiker, Journalist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit  jüdisch
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Tausenau Karl * 1808 (?) Prag, † 12. Oktober 1873 London, Politiker, Journalist. Jüdischer Abkunft, erwarb er sich (möglicherweise während eines Aufenthalts in England [angeblich Dr. med.]) eine umfassende Bildung und politische Schulung. Ab den 40er Jahren betätigte sich Tausenau in Wien als Englisch-Sprachlehrer, wurde Mitglied des Juridisch-politischen Lesevereins und einer politischen Diskussionsrunde im Bierhaus „Zur großen Tabakspfeife" (1, Jasomirgottstraße 6). Während der Revolution 1848 trat Tausenau als blendender Redner und einer der radikalsten Agitatoren hervor. Im März/April war er Vizepräsident der „Gesellschat der Volksfreunde", im Mai/Juni Präsident der „Neuen Gesellschaft der Volksfreunde" (ab Juni „Demokratischer Verein"), ab August war er im „Verein der Wahrung der Volksrechte" tätig; er war Mitarbeiter der Zeitungen „Der Radikale" (Juni-Okober) und „Der Unparteiische" (ab Juli; nachmals „Wiener Allgemeine Zeitung"). Er war maßgeblich an den Maiunruhen beteiligt (18. Mai Aufforderung an Erzherzog Johann zur Rgierung übernahme in Österreich). Eine entscheidende Rolle kam Tausenau bei der Vorbereitung der Oktoberrevolution zu (5. Oktober: Ansprache im „Sperl"; 6. Oktober; Ermordung Latours); es kam zu geheimen Absprachen mit ungarischen Agenten unter Führung des ungarischen Unterstaatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten Ferenc Pulszky, der sich von Anfang August bis 6. Oktober in Wien aufhielt und erhebliche Summen für die Agitation zur Verfügung stellte (Treffpunkt war die Villa Chaire, 13, Grünbergstraße 2). Tausenau war von 30. September bis 13. Oktober 1848 Präsident des Zentralausschusses der demokratischen Vereine (Sitz in der „Goldenen Ente"). Am 13.Oktober ging er nach Ungarn, um Unterstützung für die Wiener Radikalen zu gewinnen, am 15. Oktober wurde er im ungarischen Reichstag gefeiert; unter falschem Namen zog er mit der ungarischen Armee nach Niderösterreich, verließ sie jedoch nach deren Niederlage bei Schwechat (30. Oktober), kehrte nach Ungarn zurück und floh 1849 nach London. In Österreich wurde Tausenau in Abwesenheit zum Tod durch den Strang verurteilt, jedoch 1867 amnestiert.

Literatur

  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Joseph Alexander Freiherr von Helfert: Die Wiener Journalistik im Jahre 1848. Reprographischer Dr. d. Ausg. Wien 1877. Hildesheim: Gerstenberg 1977
  • Wolfgang Häusler: Von der Massenarmut zur Arbeiterbewegung. Demokratie und soziale Frage in der Wiener Revolution von 1848. Wien: Jugend & Volk 1979
  • Ergebnisse der von dem k. k. Militär-Gerichte geführten Untersuchung wider die Mörder des k. k. Kriegsministers General- Feldzeugmeister Theodor Graf Baillet von Latour. 1850, S. 105 ff.
  • Herta Brem: Villa Xaire - Kulisse des Zeitgeschehens. In: Meidling. Blätter des Bezirksmuseums. Wien: Verein zur Erhaltung und Förderung des Meidlinger Heimatmuseums 1 Heft 16 (1986), S. 3 ff.