Karl Blecha

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Personenname Blecha, Karl
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 129507873
Geburtsdatum 16.04.1933
Geburtsort Wien
Sterbedatum
Sterbeort
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Politiker, Soziologe
Parteizugehörigkeit Sozialistische Partei Österreichs, Sozialdemokratische Partei Österreichs
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Gedenktage, Gedenktage-GW
Letzte Änderung am  6.02.2018 durch WIEN1\lanm09mer
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FunktionFunktion vonFunktion bis
Direktor des Instituts für Empirische Sozialforschung19631975
Präsident der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
Abgeordneter zum Nationalrat31 März 197031 Mai 1983
Präsident des Pensionistenverbandes Österreich199916 April 2018
Abgeordneter zum Nationalrat24 Februar 198925 April 1989
Bundesminister für Inneres24 Mai 19832 Februar 1989
Zentralsekretär der SPÖ19761981
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der BRD1988
Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich1978
Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich1986

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NameVerwandtschaftsgrad
Norbert BlechaSohn

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Karl Blecha, * 16. April 1933 Wien, Soziologe, Politiker.

Biographie

Karl Blecha studierte nach der Matura am Bundesgymnasium Wien-Döbling (1952) Psychologie, Soziologie und Ethologie an der Universität Wien. Daneben arbeitete er als Werbeleiter bei der "Büchergilde Gutenberg", als Lektor sowie Journalist für die steirische Tageszeitung "Neue Zeit" bzw. das "Journal für Sozialforschung".

Nach weiteren Studien in Köln und einem Praktikum am Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Bad Godesberg gründete Blecha 1963 das Wiener Sozialforschungsinstitut (ab 1965: Institut für empirische Sozialforschung [IFES]), als dessen Direktor er bis 1975 fungierte. In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche sozialwissenschaftliche Studienberichte und Beiträge. Das 1970 am Institut erstellte Computermodell zur Interpretation von Wahlergebnissen gilt als Vorläufer heutiger Wählerstromanalysen.

Politisch engagierte sich Karl Blecha bereits als Schüler im Verband Sozialistischer Mittelschüler (VSM), später im Rahmen des Verbandes Sozialistischer Studenten Österreichs (VSStÖ), dessen Obmann er 1954 bis 1956 war, in der Österreichischen Hochschülerschaft an der Universität Wien sowie in der Jungen Generation der SPÖ, deren Bundesvorsitzender er war. Ab 1964 im Vorstand der SPÖ Niederösterreich, verband ihn eine enge Beziehung zu Bruno Kreisky. 1970 zog er in den Nationalrat ein, wo er sich besonders mit Fragen der Landesverteidigung (Verkürzung des Grundwehrdienstes), des Wahlrechts und des Rundfunks auseinandersetzte.

1975 avancierte der Sozialwissenschaftler zum Zentralsekretär der SPÖ, 1981 zum Parteivorsitzenden-Stellvertreter. Im Mai 1983 berief ihn Fred Sinowatz als Innenminister in die von ihm geführte SPÖ-FPÖ-Regierung. Diese Funktion behielt Blecha auch unter dessen Nachfolger Franz Vranitzky. 1989 schied er in Folge seiner Involvierung in die Skandale um Noricum und Lucona (Udo Proksch) aus allen politischen Ämtern aus.

Karl Blecha gründete nunmehr das Mitropa-Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, das 2007 den Mehrheitsanteil am Meinungsforschungsinstitut IFES übernahm. Nachdem er sich aus der operativen Geschäftsführung des Instituts zurückgezogen hatte, wurde der Ex-Politiker 1999 zum Präsidenten des SPÖ-nahen Pensionistenverbandes Österreichs gewählt. Beim Verbandstag der Organisation am 16. April 2018 wird Blecha nicht mehr kandidieren. Jedes zweite Jahr (zuletzt 2017) fungierte er auch als Präsident des Österreichischen Seniorenrates. Im Rahmen seiner Partei übernahm er eine Koordinatorenrolle bei der Erarbeitung eines neuen Parteiprogramms.

Darüber hinaus ist Blecha in verschiedenen Organisationen tätig, etwa als Präsident der Europäischen Seniorenorganisation (ESO), als Präsident der Österreichischen Gesellschaft zur Förderung der Forschung (GFF) oder als Präsident der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen. Er ist Träger mehrerer Auszeichnungen, darunter des Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um die Republik Österreich.

Literatur


Links