Karl-Marx-Hof

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Karl Marx Hof (1950)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1927
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Biedermannhof, Heiligenstädter Hof
Benannt nach Karl Marx
Einlagezahl
Architekt Karl Ehn
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen
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Bildname Karl-Marx-Hof.jpg
Bildunterschrift  Karl Marx Hof (1950)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 50400/3
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
19Heiligenstädter Straße82-92
19Boschstraße1-19
19Geistingergasse1
19Grinzinger Straße110

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Karl-Marx-Hof (19., Heiligenstädter Straße 82-92, Boschstraße 1-19, Geistingergasse 1, Grinzinger Straße 110), städtische Wohnhausanlage (1.272 Wohnungen, ursprünglich 1.382 Wohnungen), erbaut 1927-1930 nach Plänen von Karl Ehn (Eröffnung am 12. Oktober 1930) auf der Hagenwiese, benannt (1930) nach dem Volkswirtschaftler, Sozialökonomen und Begründer der Lehre des Marxismus, Karl Marx (* 5. Mai 1818 Trier, † 14. März 1883 London).

Die Anlage besitzt eine Frontlänge von nahezu 1.200 Meter und ist in gartenstadtähnlicher Anordnung errichtet (nur drei Stockwerke und geräumige Innenhöfe, jede Wohnung mit Loggia zum Hof). Der Hof ist das Paradebeispiel für den Sozialen Wohnhausbau der Gemeinde Wien in der ersten Republik und wurde zur Bauzeit in seiner Konzeption als revolutionär angesehen. Die Opposition beurteilte den Bau kritisch und prophezeite dessen baldigen Einsturz, weil die Fundierung mangelhaft sei.

Vor der Wohnhausanlage wurde die Skulptur "Sämann" von Otto Hofner aufgestellt.[1] (Ein Sämann war 1947 bis 1961 auch auf der 1-Schilling-Münze abgebildet.) Zur weiteren künstlerischen Ausgestaltung gehören vier farbige Keramiken von Josef Franz Riedl an der Fassade (Kinderfürsorge, Befreiung, Körperkultur, Aufklärung) und zwei Blumenvasen (1930).

Der Karl-Marx-Hof spielte während der Februarkämpfe 1934 eine zentrale Rolle und war stark umkämpft, wobei das Bundesheer auch Artillerie einsetzte; nach dem Befehlshaber derselben kam es zunächst zur Benennung Biedermannhof (nach Karl Biedermann), am 25. Juli 1935 jedoch zur Umbenennung in Heiligenstädter Hof. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Rückbenennung in Karl-Marx-Hof. 1989 - 1992 wurde unter enger Einbindung der Mieter eine Generalsanierung der Wohnhausanlage durchgeführt.

Quellen

Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Band III/3: Wien 19. – 23. Bezirk. Salzburg: Residenz 2010, S. 46
  • Peter Autengruber, Ursula Schwarz: Lexikon der Wiener Gemeindebauten, Pichler, Wien 2013, S. 144 f.
  • Bundesdenkmalamt [Hg.]: Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Wien X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk, Wien: Anton Schroll 1996, S. 569
  • Feuerstein / Hutter / Köller / Mrazek: Moderne Kunst in Österreich. 1965, S. 18 f.
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 183
  • Ottokar Uhl: Moderne Architektur in Wien von Otto Wagner bis heute. Wien [u.a.]: Schroll 1966, Register
  • Helmut Weihsmann: Das Rote Wien. Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934. Wien: Promedia 1985, S. 278 ff.
  • Der Karl-Marx-Hof. Die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien auf der Hagenwiese in Heiligenstadt. 1930
  • Rathaus-Korrespondenz, 03.08.1935 (Umbenennung)

Link

Einzelnachweise

  1. Walter Zednicek: Architektur des Roten Wien; Verlag Walter Zednicek, Wien 2009, S. 166, Abb. 275