Kärntnertor

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Stadtbefestigung: Altes Kärntnertor von außen, um 1858
Art des Bauwerks Sonstiges
Jahr von 1200
Jahr bis 1861
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Kärntner Straße
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  25.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname HMW 105713.jpg
Bildunterschrift  Stadtbefestigung: Altes Kärntnertor von außen, um 1858
Bildquelle HMW 105713, Foto: k. k. Hof- und Staatsdruckerei Wien
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
KärntnertorInnere StadtWalfischgasse116701672
KärntnertorInnere StadtOperngasse-Philharmonikerstraße118021861
KärntnertorInnere StadtKärntner Straße5112001531
KärntnertorInnere StadtWalfischgasse212001531
KärntnertorNeubauOperngasse-Philharmonikerstraße18021859
KärntnertorInnere StadtKärntner Straße4916701672
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Kärntnertor (1).

"Das alte Kärntnerthor von der Innenseite."
"Das alte Kärntnerthor von der Vorstadtseite."
"Das neue Kärntnerthor von der Innen."
"Das neue Kärntnerthor von der Vorstadtseite."
  1. (1, Kärntner Straße 51, Walfischgasse 2). Erbaut im Zuge der um 1200 errichteten neuen Ringmauer, 1276 als Porta Carinthianorum, 1301 als Cherner Purgetor, später als Kerner Tor beziehungsweise Kärntnertor bezeichnet; zu seiner Deckung diente der angrenzende Kärntner Turm. Bei der ersten Belagerung Wiens durch die Osmanen im Jahr 1529 (sogenannte Erste Türkenbelagerung) stand es gemeinsam mit dem Kärntner Turm im Mittelpunkt harter Kämpfe.
Stadtbefestigung: Altes Kärntnertor von innen, 1858
Der Weg durch die Bastei. Das Kärntnertor mit innerer und äußerer Brücke dargestellt von Anton Behsel, erstes Viertel 19. Jahrhundert
  1. Als man 1531 unter Ferdinand I. (als Reaktion auf die Belagerung) begann, Wien mit Basteien zu umgeben (Renaissancebefestigung), wurde der Ausgang am Ende der Kärntner Straße (altes Kärntnertor) geschlossen und dafür 1548-1552 unmittelbar neben der Augustinerbastei (7, Operngasse-Philharmonikerstraße) ein neues Tor eröffnet, das ein steinernes männliches Brustbild (wahrscheinlich Bonifaz Wolmuet darstellend) schmückte (Fenstergucker; Original seit 1861 im Wien Museum, Kopie am heutigen Haus Walfischgasse 1 angebracht). Anstelle des alten Tores sollte eine "Katz" errichtet werden, die aber nie gebaut wurde. Es wurde 1672 gesperrt, jedoch 1802 unter dem Namen Franzenstor (sub 7) wiedereröffnet. Als 1812 das Franzenstor (sub 2) bei der Teinfaltstraße entstand, griff man wieder auf die Bezeichnung Neues Kärntnertor zurück (vergleiche sub 4). Das Tor wurde im Zuge der Stadterweiterung zwischen 13. Oktober 1858 und 30. Mai 1859 abgebrochen.
  2. (1, etwa Kärntner Straße 49, Walfischgasse 1). Als 1670-1672 anlässlich der Vorschiebung der Kurtine zwischen Kärntner- und Wasserkunstbastei der Stadtausgang in der Verlängerung der Kärntner Straße wiedereröffnet und dafür das vorhandene Kärntnertor geschlossen wurde, übertrug man die erwähnte Skulptur auf dieses Tor und brachte sie im Bogen über dem rechtsseitigen Gehtor an.
  3. (1, Operngasse-Philharmonikerstraße 1). Das steigende Verkehrsaufkommen führte 1802 zur Wiedereröffnung des 1672 geschlossenen Tors unter dem Namen Franzenstor (vergleiche 3). Ab 1812 gab es dann zwei Kärntnertore, sodass man von einem "alten" und einem "neuen" sprach. 1808 entschloss man sich hier erstmals zu einer Einbahnregelung, um Verkehrsstockungen hintanzuhalten (durch das alte Tor, das 1838 auch an der linken Seite einen Fußgängerdurchgang erhielt, durften die Wagen nur stadtauswärts, durch das neue Tor nur stadteinwärts fahren). Das Tor wurde 1861 im Zuge der Demolierung der Befestigungsanlagen abgebrochen.

Verschiedene topographische Bezeichnungen beziehen sich auf die Kärntnertore (Gegenüber beziehungsweise innerhalb Kärntnertor [Kärntner Straße], an der Bastei gegen Kärntnertor beziehungsweise beim Kärntnertor gegenüber der Ringmauer [beide Walfischgasse] und Gässel innerhalb des Kärntnertores. [Philharmonikerstraße]). Im Haus 1, Operngasse 6 befindet sich das Glasmosaik "Kärntnertor".

Die Stadttore wurden bei Dunkelheit gesperrt. Noch am 30. Mai 1617 wurde dieses Gebot in Erinnerung gebracht. Erst das Patent von 7. Mai 1626 gab nächtlichen Einlass (nach 22 Uhr) gegen Gebühr frei (Person sechs Kreuzer, Pferd sechs Kreuzer, Wagen zwölf Kreuzer). Die Gebühr wurde 1716 ermäßigt (Person ein Kreuzer, Pferd drei Kreuzer, Wagen sieben Kreuzer). Lange Zeit war das Kärntnertor des Nachts das einzige Stadttor, durch das ein Eintritt in die Stadt möglich war. Am 10. Mai 1809, als Wien von den Franzosen belagert wurde, gelang es vier französischen Soldaten, durch das Tor in die Stadt einzudringen, das kurz geöffnet worden war, um einige Husaren einzulassen. Einer der franzöischen Soldaten wurde jedoch in der Komödiengasse von einem Fleischerknecht erschlagen und die anderen drei wurden in der Kärntner Straße, am Graben sowie am Haarmarkt schwer verwundet und gefangen genommen.

Um den Kaiser, der am 14. Juni 1814 aus Paris nach Schönbrunn zurückkam und zwei Tage später die Stadt betrat, würdig empfangen zu können, wurde am alten Kärntnertor eine Triumpfpforte errichtet, die mit Emblemen des Sieges geschmückt war und die Inschrift erhielt: "Das neu beglückte Österreich oder Triumph des Wiedersehens". Der Einzug erfolgte nach alter Sitte vom Theresianum ausgehend über die Favoritenstraße und wurde vom Läuten der Kirchenglocken sowie vom Kanonendonner begleitet. Am alten Kärntnertor wurde der Kaiser vom Bürgermeister Stephan Wohlleben, dem gesamten Stadtrat und den Offizieren der Bürgergarde empfangen.

Siehe auch: Kärntnertortheater

Quellen

Literatur

  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 116
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 5, 2. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 466-469
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1883]). Cosenza: Brenner 1967, Band 1, S. 333 ff.
  • Theodor F. Meisels: Bummel durch Alt-Wien. Wien [u.a.]: Leo 1936 (ÖZ-Bücher, 1), S. 123 f.
  • Ferdinand Opll: Alte Grenzen im Wiener Raum. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1986 (Kommentare zum Historischen Atlas von Wien, 4), S. 33
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)
  • Peter Pötschner: Wappen und Inschrifttafeln von der Stadtbefestigung. Nebst einem Beitrag zur Geschichte der Kärntnertore. In: Wiener Geschichtsblätter 23 (1968), S. 356 ff.