Jungferngasse

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Die Jungferngasse vom Graben aus mit der Peterskirche im Hintergrund (1973)
Art des Objekts Verkehrsfläche
Jahr von 1862
Jahr bis
Name seit 1701
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung daz lückelin, das luckel
Benannt nach Sage
Bezirk 1
Lage Innere Stadt
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  25.03.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Jungferngasse.jpg
Bildunterschrift  Die Jungferngasse vom Graben aus mit der Peterskirche im Hintergrund (1973)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 73391/7
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Jungferngasse (1; auch Jungferngäßchen), benannt (1862) nach einem Hausschild.

1414 urkundlich "daz lückelin" beziehungsweise "das luckel", seit 1701 (Bezug nehmend auf die Sage von einem Stelldichein mit tödlichem Ausgang für den Galan) Jungferngasse genannt.

1., Jungferngasse 2, um 1940


Die Sage

In dem damaligen Haus (Stadt 612) wohnte ein bildhübsches, aber leichtfertiges Mädchen namens Frowiza. Ihr gegenüber (Stadt 571) hatte der Stadtrat Stephan Kogler seine Behausung, dessen Sohn, ein schmucker Junge, die Schwibbögen, welche die beiden Häuser miteinander verbanden, als Brücke benützte, um seiner Nachbarin Besuch abzustatten. Als ihn dabei der Vater einmal erwischte, erschrak der Junge darüber so sehr, dass er das Gleichgewicht verlor und sich beim Sturz das Genick brach. Der Vater machte hierauf der Dirne den Prozess und sie musste öffentlich Kirchenbuße leisten, das heißt mit einem Strohkranz auf dem Kopf vor der Kirchentüre stehen.

Eine andere Überlieferung besagt: Seit ältester Zeit waren die beiden Häuser, welche die Gassen bildeten, wie auch noch heute, von dieser Gasse aus ohne Eingang, also unzugänglich wie eine Jungfrau, was biederen Bürgern Anlass genug schien, dem Gässchen den Namen Jungferngasse beizulegen.


Die Verbreiterung des Jungferngäßchens

Der in den Jahren 1876 bis 1878 durchgeführten Verbreiterung der Gasse fielen nicht nur die Häuser mit den Konskriptionsnummern Stadt 612 und 613 zum Opfer, sondern es wurden auch die anschließenden Häuser Stadt 614, 611, 615 und 616 abgerissen und statt diesen sechs drei neue Häuser ausgebaut, welche die Nummern 26 bis 28 tragen. Demnach fielen am Graben die Nummern 23 bis 25 aus.


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 1. Teil. Wien ²1953 (Manuskript im WStLA), S. 119 f.
  • Richard Perger: Straßen, Türme und Basteien. Das Straßennetz der Wiener City in seiner Entwicklung und seinen Namen. Wien: Deuticke 1991 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 22)