Judenplatz 9

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1204
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Judenschule, Judenspital, Zum holländischen Wappen
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Adolf Endl, Anton Honus
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  24.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtJudenplatz9
Innere StadtWipplingerstraße13

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt34418211862
Stadt37417951821
Stadt27417701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Judenplatz 9 (Konskriptionsnummer 344), Wipplingerstraße 13.

Hier standen einst zwei wichtige Gebäude der Judenstadt: Das kleinere Gebäude war die Judenschule, die schon 1204 als "Schola Judeorum" urkundlich erwähnt wird. Den größten Teil des Grundstücks nahm jedoch das Judenspital ein, das ein Durchhaus vom damaligen Schulhof (heute Judenplatz) zur Wipplingerstraße war und ab 1379 urkundlich erwähnt wird. Nach der Vertreibung der Juden im Jahr 1421 (siehe Geserah) kam das Judenspital in den Besitz der Gemeinde. Am 6. Juni 1424 verkaufte die Gemeinde ein Gebäude, das aus drei Häusern entstanden war (Judenspital, Haus von Rotlein dem Juden und dessen Zuhaus) um 500 Pfund Wiener Pfennig an eine Privatperson. Bis ins 18. Jahrhundert scheint in den Grundbüchern die Bezeichnung "haus, das weilent der Juden Spital gewesen" auf. 1458 wurde das Haus von Hans Een erworben, der es 1480 seinem Sohn, dem späteren Bürgermeister Stefan Een, vererbte.

Um 1700 führte das Haus den Schildnamen "Zum holländischen Wappen". 1801 wurde es vom "bürgerlichen Landkutscher" Joseph Janschky, der der größte Fuhrwerksunternehmer Wiens ("Mietanstalt für Herrschaftswagen") war, erworben. Später zersplitterte der Besitz, unter den Teileigentümern befand sich auch der Architekt August Sicard von Sicardsburg. (Die Gattin Janschkys ist vermutlich ident mit der Frau des Registrators des k.k. Artillerie Hauptzeugamtes Dominik Sicard von Sicardsburg, von der Janschky das Gebäude erworben hatte. Sie war in erster Ehe mit dem ehemaligen Hausinhaber Michael Lautter verheiratet und hatte es von diesem geerbt. Sie blieb bis 1801 im Besitz des Hauses und wird 1794 als wiederverehelichte Sikart bezeichnet.)

1883 wurde das heutige Gebäude nach Plänen von Adolf Endl und Anton Honus erbaut. Adolf Endl war zu dieser Zeit auch der Besitzer dieses Hauses, das vor 1905 in das Eigentum der "Österreichischen Central Boden Kreditbank" überging. Ab 1914 stand es wieder in Privatbesitz, wurde jedoch mit Bescheid vom 30. November 1942 der Reichsfinanzverwaltung des Deutschen Reiches einverleibt. 1947 wurde das Gebäude den ursprünglichen Besitzern zurückgegeben.


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 413-416