Joseph Jellačić

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Personenname Jellačić, Joseph
Abweichende Namensform Jellachich, Joseph, Jellacic, Joseph
Titel Freiherr, Graf
Geschlecht männlich
GND 118776088
Geburtsdatum 16.10.1801
Geburtsort Peterwardein
Sterbedatum 20.05.1859
Sterbeort Agram
Begräbnisdatum
Friedhof Kapelle im Schlosses Novi Dvori
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf General, Banus von Kroatien
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  12.02.2017 durch DYN\wolfgang j kraus
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse11Simmeringer Hauptstraße60

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Joseph Jellačić Freiherr von Bužim (auch Jellachich). (1854 Graf), * 16. Oktober 1801 Peterwardein, † 20. Mai 1859 Agram (Zagreb, Kroatien; Grabstätte in der Kapelle seines Schlosses Novi Dvori bei Agram), General, Banus von Kroatien (1848), Gattin (1850) Sophie Gräfin Stockau. Entstammte einer kroatischen Adelsfamilie (Sohn des Feldmarschlleutnant Franz Baron von Jellačić [1746-1810], Träger des Maria-Theresien-Ordens). Er absolvierte das Theresianum (Gedenktafel im Garten, 1989 [Stiftung des Kroatischen Kulturvereins]), trat in die kaiserlich königliche Armee ein und war vorwiegend an der Militärgrenze stationiert (1843 Oberst). Jellačić strebte die Unabhängigkeit Kroatiens (das ab 1102 zu Ungarn gehörte und von einem Banus als Vertreter des ungarischen Königs regiert wurde) im Verband der Habsburgermonarchie an. Nach Ausbruch der Revolution wurde Jellačić vom kroatischen Landtag am 25. März 1848 zum Banus gewählt, im April erfolgte seine Ernennung zum Feldmarschlleutnant und Oberbefehlshaber aller kaiserlichen Truppen in Kroatien. Unter dem Druck der Ungarn wurde er am 10. Juni 1848 aller seiner Funktionen enthoben, doch nahmen dies weder er noch der kroatische Landtag zur Kenntnis. Am 4. September 1848 erfolgte seine Wiedereinsetzung, da man die kaisertreuen Kroaten im Kampf gegen die politischen Emanzipationsbestrebungen Ungarns benötigte. Jellačić marschierte am 11. September 1848 in Ungarn ein, erlitt jedoch eine Niederlage und zog am 30. September nach Wien, wo seine Truppen am 10. Oktober als eigenes Korps der von Fürst Windisch-Graetz befehligten Armee zur Niederwerfung des revolutionären Wien eingegliedert wurden. Er war an der Eroberung Wiens (30./31. Oktober 1848) und der Niederschlagung der Oktoberrevolution maßgeblich beteiligt, ebenso an der Abwehr der Ungarn bei Schwechat (30. Oktober); im Oktober 1848 schlug er vorübergehend sein Hauptquartier im Gasthof „Zum braunen Hirschen" (11, Simmeringer Hauptstraße 60) auf. Nach dem Kampf um Wien war er bis 7. September 1849 bei der Niederwerfung der ungarischen Revolution eingesetzt (Ernennung zum Feldzeugmeister). In der folgenden neoabsolutistischen Ära (Regierung der gesamten Monarchie von Wien aus mit vorwiegend deutschen Beamten und Militärs) gingen die Hoffnungen Jellačićs auf Trennung Kroatiens von Ungarn nicht in Erfüllung, er wurde jedoch durch die Erhebung in den Grafenstand geehrt (24. April 1854). Ehrenbürger der Stadt Wien (4. September 1849) „Für seine hervorragende Rolle bei der Niederwerfung des Aufstands in Wien 1848 und der Ungarn 1849".


Literatur

  • Allgemeine Deutsche Biographie. Hg. von der Historischen Commission bei der königlichen Akademie der Wissenschaften. 56 Bände. Leipzig: Duncker & Humblot 1875-1912*
  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. 4 Bände. Bern: Francke 1949 - 1958
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1923-1935. Band 2, 1923
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Graz: Böhlau 1954 - 1957
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Ernest Bauer: Joseph Graf Jellachich, Banus von Kroatien: Schicksal und Legende des kroatischen Helden von 1848. Wien/München: Herold 1975
  • Hanns Jäger-Sunstenau: Die Ehrenbürger und Bürger ehrenhalber der Stadt Wien. Wien: Deuticke 1992 In: Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte 23 (1992), S. 46
  • Franz Gall: Österreichische Wappenkunde. Handbuch der Wappenwissenschaft. Wien [u.a.]: Böhlau 1977, S. 324 f.