Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach

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Personenname Fischer von Erlach, Joseph Emanuel Johann
Abweichende Namensform
Titel Freiherr, Kaiserlicher Rat, Hofkammerrat
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 13.09.1693
Geburtsort Wien
Sterbedatum 29.06.1742
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Gruftanlage von St. Stephan
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Architekt, Baumeister
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse1Gerstenbrandsches Haus; Kärntner Straße45

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Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach (9. Mai 1735 Freiherr von), getauft 13. September 1693 Wien (Taufpaten Graf und Gräfin Strattmann), † 29. Juni 1742 Gerstenbrandsches Haus (1, Kärntner Straße 45; Gruftanlage von St. Stephan), Architekt, Maschinenbauer, Gattin (19. Februar 1727) Maria Anna von Dietrich, Sohn des Johann Bernhard Fischer von Erlach. Erhielt die künstlerische Ausbildung bei seinem Vater, mit dem er bei den Entwürfen für das Trautson- und das Dietrichsteinpalais zusammenarbeitete. 1714 ging Fischer von Erlach nach Rom, 1717-1719 hielt er sich in Paris auf und anschließend bereiste er England; während dieser Studienaufenthalte reiften seine Idealvorstellungen von einem Stil internationaler Prägung. 1713-1719 veröffentlichte Fischer von Erlach "Prospekte und Abrisse einiger Gebäude von Wien" (gestochen von Johann Adam Delsenbach). Er befaßte sich neben Architektur auch mit "Feuermaschinen" (Dampfmaschinen), die er in England kennengelernt hatte und von denen er eine 1721/1722 in Kassel, eine weitere 1722 im Wiener Schwarzenberggarten zur Betätigung eines Springbrunnens (Gedenktafel) und fünf weitere 1732 beziehungsweise 1736 in Schemnitz aufstellte. Als Mitarbeiter seines Vaters vollendete er nach dessen Tod (1723) mit einigen Veränderungen die Karlskirche (1737) und die Hofbibliothek (Nationalbibliothek; 1726); den Vermählungsbrunnen setzte er in neuer Konzeption an die Stelle eines 1706 von seinem Vater geschaffenen hölzernen Tempels („Vermählung Mariens"), den Karl VI. 1725 hatte entfernen lassen. Das architektonische Werk Fischer von Erlachs ist nicht leicht zu erfassen. Als gesichert gelten der am Platz In der Burg liegende Reichskanzleitrakt der Hofburg (1726-1730), den Hildebrandt begonnen hatte, die Winterreitschule (1729-1735) und das Gartenpalais Althan (Harrachpalais (3, Ungargasse 67a-69), demoliert 1841), weiters die Landständische Akademie, das Hetzhaus, die Stiftkirche (1739), der Umbau des Landhauses Fischer von Erlach auf der Wieden (von seinem Vater 1707 erworben), die Neufassadierung der Schranne (1731) und das kaiserliche Vizedomamt (um 1737) sowie die Stadtpalais Schwarzenberg (Innengestaltung), Albrecht, Lamberg, Rauchmiller, Althan-Pignatelli und Herberstein (alles vor 1737 fertiggestellt), dazu eine Reihe von Grabmälern (Starhemberg in der Schottenkirche, Trautson in der Michaelerkirche [1727]), das Trauergerüst für Karl VI. in der Augustinerkirche (1740) sowie der Ehrentempel auf dem Graben anläßlich der Geburt Josephs II. (1741). Manche der genannten Bauwerke können Fischer von Erlach nicht mit völliger Sicherheit zugewiesen werden. Kaiserliche Rat (18. Februar 1724), Hofkammerrat (18. Jänner 1729).

Literatur

  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907-1950
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891. Register 1923
  • Thomas Zacharias: Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach. Wien [u.a.]: Herold 1960
  • Justus Schmidt: Joseph Emanuel Johann Fischer von Erlach. In: Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 13/14 (1933), S. 84 ff.
  • Erich Kurzel-Runtscheiner: Die Fischer von Erlachschen Feuermaschinen. In: Beiträge zur Geschichte der Technik und der Industrie 19 (1929), S. 71 ff.
  • Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch. Wien: Gerlach & Wiedling 1888, S. 318 ff. (Testament)
  • Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Band 1: Plastik in Wien. Wien [u.a.]: Selbstverlag des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 1970 (Geschichte der Stadt Wien / Neue Reihe, 7/1), S. 134 f., S. 138 ff.
  • Geschichte der bildenden Kunst in Wien. Band 3: Geschichte der Architektur in Wien. Wien [u.a.]: Selbstverlag des Vereines für Geschichte der Stadt Wien 1973 (Geschichte der Stadt Wien / Neue Reihe, 7/3), S. 53 ff. und Register
  • Alphons Lhotsky: Die Baugeschichte der Museen und der neuen Burg. Wien: F. Berger 1941 (Festschrift des Kunsthistorischen Museums zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes, 1), S. 15 f, S. 20 f., S. 31
  • Renate Wagner-Rieger: Wiens Architektur im 19. Jahrhundert. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1970, S. 17, S. 23, S. 30, S. 38, S. 63, S. 67, S. 101, S. 255 f.
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), Register
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Band 1. Wien: Gerlach & Wiedling 1905, S. 59;
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Band 2. Wien: Gerlach & Wiedling 1906, Register
  • Felix Czeike: I. Innere Stadt. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 1), S. 73 f., S. 79, S. 96, S. 101, S. 141
  • Felix Czeike: III. Landstraße. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1984 (Wiener Bezirkskulturführer, 3), S. 44, S. 52, S. 54
  • Felix Czeike: IV. Wieden. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1979 (Wiener Bezirkskulturführer, 4), S. 24
  • Wolfgang Mayer: VII. Neubau. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1983 (Wiener Bezirkskulturführer, 7), S. 30
  • Penzinger Museumsblätter 1 (1963), S. 23, S. 76
  • Karl F. Stock / Rudolf Heilinger / Marylène Stock: Personalbibliographien österreichischer Dichter und Schriftsteller von den Anfängen bis zur Gegenwart. Pullach bei München: Verlag Dokumentation 1972