Josefine Hawelka

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Personenname Hawelka, Josefine
Abweichende Namensform Danzberger, Josefine, Hawelka, Josefa
Titel
Geschlecht weiblich
GND 129914487
Geburtsdatum 12.10.1913
Geburtsort Kirchdorf an der Krems
Sterbedatum 22.03.2005
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 06.04.2005
Friedhof Friedhof Heiligenstadt
Grabstelle
Ehrengrab ehrenhalber
Beruf Cafetiere
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Josefine-Hawelka-Weg
Denkmal
Quelle Gedenktage
Letzte Änderung am  16.06.2017 durch WIEN1\lanm09was
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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien9 September 198018 November 1980
Goldenes Verdienstzeichen des Republik Österreich2000

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NameVerwandtschaftsgrad
Leopold HawelkaGatte

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Josefine Hawelka (geborene Danzberger), * 12. Oktober 1913 Kirchdorf an der Krems, † 22. März 2005 Wien, Cafetiere.

Biographie

Die Tochter eines Fleischhauers wuchs mit zwei Geschwistern am Land auf und half bereits als Jugendliche bei ihrer Tante im Gasthaus aus. Im Alter von 16 Jahren zog sie nach Wien und arbeitete im Restaurant "Dreierl" als Schankkassiererin, wo sie ihren späteren Mann Leopold (1911-2011), der dort als Servierkellner tätig war, kennenlernte.

Das Paar heiratete 1936 und nahm gemeinsam das Café Alt-Wien in Pacht. Im Mai 1939 eröffneten sie das Café Hawelka in der Dorotheergasse. Im folgenden Herbst musste der Betrieb geschlossen werden und Leopold Hawelka wurde zum Kriegsdienst eingezogen.

Im Herbst 1945 konnte das Ehepaar Hawelka das Café wieder eröffnen, das schon bald zum bevorzugten Treffpunkt von Schriftstellern und Intellektuellen wurde. Zu den prominentesten Stammgästen zählten Heimito von Doderer, Friedrich Torberg, Hilde Spiel oder Hans Weigel. Spätestens mit der Schließung des Café Herrenhof 1961 war das "Hawelka" unangefochten das Wiener Literatencafé.

Ab Mitte der 1960er Jahre weitete sich der Besucherkreis auch auf bildende Künstler (insbesondere den Kreis der Phantastischen Realisten) aus, unter ihnen etwa Friedensreich Hundertwasser, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner oder Wolfgang Hutter. Zu den Stammgästen der 1960er und 1970er Jahre zählten auch jüngere Dichter wie H.C. Artmann oder Gerhard Rühm, die Schauspieler Helmut Qualtinger und Oskar Werner, der Dirigent Nikolaus Harnoncourt, der Sänger Georg Danzer (der das Café in dem Austropop-Lied "Jö, schau" verewigte) oder der Fotograf Franz Hubmann, der das Kaffeehaus durch seine Bilder unsterblich machte. Auch Politiker und Journalisten frequentierten und frequentieren das Innenstadt-Lokal.

Bis zu ihrem Tod war Josefine Hawelka im Kaffeehaus tätig und für ihre selbst gebackenen Buchteln bekannt. Das Ehepaar und ihr Lokal waren immer wieder Gegenstand von Publikationen und Dokumentarfilmen.

2012 wurde in der Seestadt Aspern der Josefine-Hawelka-Weg nach ihr benannt.

Literatur

  • Sonja Moser: Das Hawelka. Geschichte & Legende. Wien/Graz/Klagenfurt: Pichler 2009
  • Café Hawelka. Ein Wiener Mythos. Literaten, Künstler und Lebenskünstler im Kaffeehaus. Mit 89 Reproduktonen nach Photographien von Franz Hubmann. Wien: Brandstätter 1982
  • Kronen-Zeitung, 19.03.2000
  • Kronen-Zeitung, 06.12.2001
  • Der Standard, 24.03.2005

Links