Joseph Lanner

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Josef Lanner
Personenname Lanner, Joseph
Abweichende Namensform Lanner, Josef
Titel
Geschlecht männlich
GND 118569597
Geburtsdatum 12.04.1801
Geburtsort Wien
Sterbedatum 14.04.1843
Sterbeort Oberdöbling
Begräbnisdatum 13.06.1904
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Gruppe 32A, Nummer 16
Ehrengrab ja
Beruf Komponist, Kapellmeister
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung / Musiksammlung
Verkehrsfläche Lannergasse (4, 10), Lannerstraße, Strauß-Lanner-Park
Denkmal Lanner-Grabdenkmal, Lannerhaus, Strauß-Lanner-Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage, Gedenktage-GW
Letzte Änderung am  20.09.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Joseflanner.jpg
Bildunterschrift  Josef Lanner
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv, Fotosammlung, TF-005821
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Ehrenmitglied des Musikvereins Innsbruck
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Geburtsadresse7Mechitaristengasse5
Sterbeadresse18Gymnasiumstraße87

Joseph Lanner, * 12. April 1801 Wien, † 14. April 1843 Wien, Komponist, Kapellmeister, Violinist.

Biographie

Er bildete sich ohne methodischen Unterricht autodidaktisch in Violine, Geige, Generalbass und Instrumentation aus und spielte bereits 1813 in der Kapelle des Michael Pamer in der "Goldenen Birne" (3, Landstraßer Hauptstraße 31) Violine. Am 1. Mai 1824 konzertierte er im l. Kaffeehaus im Prater. Gemeinsam mit zwei Altersgenossen, den Brüdern Johann Alois Drahanek und Carl Drahanek, trat er 1819 mit so großem Erfolg in Jünglings Kaffeehaus (2, bei der Schlagbrücke; "Zum Jüngling") auf, dass die Besetzung (zwei Violinen, Gitarre) zum Quartett erweitert werden musste: die Viola spielte längere Zeit Johann Strauss (Vater). Lanner trat in renommierten Stadtlokalen (u. a. im "Rebhuhn" in der Goldschmiedgasse) auf. Das Liebhaberquartett, für das Lanner auch Opernpotpourris arrangierte und Tänze komponierte, wurde langsam zu einem vollständigen Orchester erweitert, das in ungewöhnlicher Weise das Publikum faszinierte. Es wurde später sogar geteilt, wobei Strauss die Leitung des zweiten Orchesters übernahm. 1825 trat Strauss allerdings nach einer Meinungsverschiedenheit aus dem Orchesterverband aus und gründete sein eigenes Orchester. Das Ausscheiden Strauss' fand im Lannerschen "Trennungswalzer" musikalischen Ausdruck. Lanners Ländler, Walzer (besonders „Hofballtänze" [1840], "Die Romantiker" [1841] und die in Dommayers Casino uraufgeführten "Schönbrunner" [1843]) und Galopps wurden schnell populär (insgesamt 208 Werke). Den Durchbruch hatte Lanner als Dirigent des Ballorchesters beim "Bock" auf der Wieden erzielt. Nach zahlreichen Konzertreisen hatte er 1829 den Titel "Musikdirektor der Redoutensäle" erhalten und war Kapellmeister des 2. Bürgerregiments geworden. 1832 spielte er erstmals in Hietzing (Restaurant "Zum weißen Engel" [13, Hietzinger Hauptstraße 1]).

Während die Walzer bei Clementi, Beethoven und Schubert aus Tanzstücken mit Reprisen und einem Trio bestanden, schuf Lanner etwas völlig Neues: die zyklische Form, bestehend aus Introduktion, fünfgliedriger Walzerkette und Finale. Lanner wusste die Klangmöglichkeiten des Orchesters geschickt auszunützen und gilt als Begründer des Wiener Walzers, dem er und Strauss (Vater) die neue Form des Dreivierteltakts gaben. Der Walzer Lanners wurde nach dem Wiener Kongress zur herrschenden Form des Gesellschaftstanzes und erlangte als Ausdruck einer neuen Sozialordnung Weltgeltung. In Dommayers Casino in Hietzing, seinem bevorzugten Etablissement, dirigierte Lanner am 21. März 1843 zum letzten Mal. Sein Sohn August Joseph [1834-1855] wurde Violinschüler Josef Mayseders und trat nach seines Vaters Tod als Leiter eines eigenen Orchesters hervor.

Lannergasse (4, 10), Lanner-Grabdenkmal, Lannerhaus, Lannerstraße, Strauß-Lanner-Denkmal, Strauß-Lanner-Park; Strauß-Lanner-Denkmal im Badener Kurpark.

Teilnachlass in der Musiksammlung und der Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus.

Literatur

  • Thomas Aigner: Flüchtige Lust. Wien: Österreichisches Museum für Volkskunde 2001
  • Otto Brusatti / Isabella Sommer: LinkJoseph Lanner. Compositeur, Entertainer & Musikgenie. Wien: Böhlau 2001
  • Kurt Dieman-Dichtl: Musik in Wien. Wien [u.a.]: Molden 1970, Register
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 332 f., 397 f.
  • Das Josefstädter Heimatmuseum. Wien: Neuer Wiener Pressedienst 1959-1969. Band 2, 209 f., 274
  • Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 217, 227
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 82
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. Mainz: Schott 1959-1961
  • Josef Bergauer: Auf den Spuren berühmter Menschen in Wien. Wien: Österreichischer Bundesverlag für Unterricht, Wissenschaft und Kunst 1949, S. 163, 202, 209, 210 f., 251, 267
  • Ernest Blaschek [Hg.]: Mariahilf einst und jetzt. Wien [u.a.]: Gerlach & Wiedling 1926 (Wiener Heimatbücher), S. 261
  • Hietzing. Ein Heimatbuch für den 13. Wiener Gemeindebezirkes. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde in Hietzing. Wien: Österr. Bundesverlag 1925. Band l, S. 314
  • Hans Rotter: Neubau. Ein Heimatbuch des 7. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1925, S. 40 ff., 182
  • Döbling. Eine Heimatkunde des 19. Wiener Bezirkes in drei Bänden. Hg. von Döblinger Lehrern. Wien: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft "Heimatkunde Döbling" 1922, S. 171, 368 f.
  • Fr. Lange: Josef Lanner und Johann Strauß. Leipzig 2. Auflage 1919


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