Johannes in der Siechenals

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1298
Jahr bis 1784
Andere Bezeichnung Lazarett, Pestlazarett
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Siechenals
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  14.07.2017 durch WIEN1\lanm08swa
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BezirkStraßeHausnummer
9Währinger Straße45

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Johannes in der Siechenals (9, heute Arne-Carlsson-Park; "Zum heiligen Johannes"). Hier, am rechten Ufer der donauwärts durch die heutige Spitalgasse fließenden Als, deren Lauf in diesem Abschnitt der Grenze des Wiener Burgfriedens folgte, bestand schon im 13. Jahrhundert ein Siechenhaus (Infektionsspital). Die zugehörige Kapelle St. Johannes wird um 1255, die Anstalt selbst 1298 erstmals erwähnt. Auch die beiden anderen im 13. Jahrhundert entstandenen Siechenhäuser (St. Marx und "Zum Klagbaum") lagen an den Ausfallsstraßen am äußersten Rand des städtischen Verwaltungssprengels (Burgfriedens), um Personen, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet waren, zu isolieren. 1476 übergab Friedrich III. die Verwaltung der Anstalt dem Chorherrenstift St. Dorothea. Da dieses zum Wiederaufbau des 1529 von den Türken zerstörten Siechenhauses nicht in der Lage war, übergab Ferdinand I. 1540 die Ruinen der Stadt Wien, welche das Bürgerspital mit dem Wiederaufbau beauftragte.

Für die wiedererrichtete Anstalt bürgerte sich für die Anstalt der Name "Lazareth" ein. 1562, 1572 und 1649 sind größere Erweiterungen der Gebäude vorgenommen worden. Das östlich der Anstalt entstandene Dorf "Siechenals", das ebenfalls 1529 zerstört wurde, ist ab 1646 als Vorstadt Thury neu erstanden. Auf dem zur Anstalt gehörigen Friedhof wurden 1679 und 1713 viele Pesttote bestattet. Nach 1713, als in der Anstalt ein Pestlazarett eingerichtet wurde, ist der Standtort nicht mehr genutzt worden, weshalb er 1766 vorbehaltlich der Eigentumsrechte dem Militär übergeben wurde. 1784 gliederte Joseph II. das Lazarett dem benachbarten neugeschaffenen Allgemeinen Krankenhaus ein. 1857 veranlasste Franz Joseph I. die Rückgabe des Gebäudes und der Kapelle an die Gemeinde Wien, die den Komplex abbrechen und auf dem Areal 1858-1860 das Bürgerversorgungshaus (9, Währinger Straße 45) errichten ließ.

Pfarrzugehörigkeit

Eigene Hauspfarre, siehe: Lazarett (Pfarre)

Literatur

  • Michael Altmann: Das Wiener Bürgerspital. Zur Erinnerung an die Eröffnung des neuen Bürger-Versorgungshauses in der Alservorstadt. Auf Grundlage mehrerer Manuscripte des ... Joseph Holzinger. Wien: L. C. Zamarski & C. Dittmarsch 1860
  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 258 ff.
  • Hans Mück: Quellen zur Geschichte des Bezirks Alsergrund. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1978 (Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte, 3), S. 46 f.
  • Das Heimatmuseum Alsergrund. Mitteilungsblatt des Museumsvereines Alsergrund 88 (1981), S. 2 f.
  • Carl Hofbauer: Die Rossau und das Fischerdörfchen am oberen Werd. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der alten Vorstädte Wien's. Wien: Dirnböck 1859, S. 30 ff., S. 115
  • Leopold Mathias Weschel: Die Leopoldstadt bey Wien. Wien: Gedruckt bey Anton Strauß 1928, S. 244 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 254