Jakob Degen

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Fluggerät Jakob Degens
Personenname Degen, Jakob
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 14.11.1761
Geburtsort Lidertswil, Kanton Basel, Schweiz
Sterbedatum 28.08.1848
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof St. Marxer Friedhof 80b
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Mechaniker, Erfinder
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Jakobdegen.jpg
Bildunterschrift  Fluggerät Jakob Degens
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-998527
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Sterbeadresse3Ungargasse27
Wohnadresse9Wasagasse18

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Jakob Degen, * 14. November 1761 (nach Wurzbach u.a.: 1756) Lidertswil, Kanton Basel, Schweiz, † 28. (!) August 1848 Landstraße 375 (3, Ungargasse 27, Neuer Streicherhof; St. Marxer Friedhof 80b), Mechaniker, Erfinder, Sohn eines Seidenbandwebers.

Kam 1772 mit seinen Eltern nach Österreich, erlernte das väterliche Gewerbe, wandte sich jedoch (da er mehr an Mechanik interessiert war) 1778 der Uhrmacherei zu (1792 Uhrmachermeister und Bürgerrecht der Stadt Wien). Nebenbei beschäftigte er sich ab 1808 mit flugtechnischen Versuchen; er suchte den Vogelflug auf mechanische Weg zu kopieren, wobei ihm ein Ballon in Kombination mit einem mechanischen Apparat als Hebekraft diente. Am 18. April 1808 erfolgte ein Flugversuch in der Wiener Hofreitschule, am 13. und 15. November 1808 fanden Flugversuche auf dem „Feuerwerksplatz" im Prater statt. Am 6. September 1810 demonstrierte Degen in Gegenwart des Kaisers einen einstündigen Freiflug von Laxenburg nach Vösendorf; es handelte sich um einen durch Muskelkraft angetriebenen Schlagflügelapparat, der an einem Gasballon angehängt war. Am 1. Oktober 1810 flog er in Anwesenheit des Hofs vom Prater bis nach Himberg, am 27. Mai 1811 stieg er wieder im Prater auf und landete diesmal auf dem Nußberg, am 15. Oktober 1811 führte ihn der Flug in die Nähe von Trautmannsdorf/Leitha. 1812-1815 lebte Degen in Paris, wohin er seine Flugmaschine mitgenommen hatte; nach seiner Rückkehr entwickelte er zwischen 1816 und 1818 ein Guillochiergerät sowie das Congravedruckverfahren (Banknotendoppeldruck), welche das Interesse der Oesterrischen Nationalbank erweckten, die sodann zur Vermeidung von Fälschungen als erste Bank der Welt in diesem Verfahren hergestellte Banknoten ausgab. 1822-1842 war Degen Werkmeister der Oesterrischen Nationalbank; damals wohnte er Alservorstadt 300 (9, Wasagasse 18). Degen entwickelte auch ein flugfähnliche Hubschraubermodell mit Uhrwerkantrieb.

An seinem Wohn- und Sterbehaus (3, Ungargasse 27) befindet sich eine Gedenktafel.

Literatur

  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815 – 1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Band 1 (A - Glä). Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1957
  • Constantin von Wurzbach: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich. Enthaltend die Lebensskizzen der denkwürdigen Personen, welche 1750 bis 1850 im Kaiserstaate und in seinen Kronländern gelebt haben. 60 Bände. Wien: Verlag der typografisch-literarisch-artistischen Anstalt 1856-1891
  • Erich Tilgenkamp: Schweizer Luftfahrt. Band 2. Zürich: Aero-Verlag 1941/1942, S. 30 ff.
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner, Der Erfinder Jakob Degen. In: Wiener Geschichtsblätter. Band 23. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien. 1968, S. 363 ff.
  • Erich Kürzel-Runtscheiner: Jakob Degen, ein Pionier des Banknotendruckes. In: Die Österreichische Eisen- u[nd] Metallbranche. Fachblatt für Eisen-, Metall-, Stahlwaren, Haus-, Küchen- und Gartengeräte 14 (1948), Heft 9
  • Erich Kürzel-Runtscheiner: Jakob Degen, ein Pionier am Beginn der Flugtechnik und des Banknotendruckes. In: Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie. Jahrbuch des Vereins Deutscher Ingenieure 30 (1941), S. 172 ff.
  • Fritz Knoll: Österreichische Naturforscher, Ärzte und Techniker. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Gesellschaft für Natur und Technik 1957, S. 87 ff.
  • Maria Habacher: Österreichische Erfinder. Werk und Schicksal. Wien: Bergland-Verlag 1964 (Österreich-Reihe, 226/228), S. 11 ff.
  • Reinhard Keimel: Österreichs Luftfahrzeuge. Geschichte der Luftfahrt von den Anfängen bis Ende 1918. Graz: Weishaupt 1981
  • Helmut Kretschmer: Aus der Geschichte des Flugwesens in Wien (Vervielfältigung WStLA B/32), S. 7
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Der Prater. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wien / München: Jugend & Volk 1974 (Wiener Heimatkunde), S. 123
  • Die Landstraße in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Hg. von Landstraßer Lehrern. Wien: Gerlach & Wiedling 1921, S. 178 f.
  • Helmut Kretscher: Landstraße. Geschichte des 3. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Heimatkunde, 3), S. 178 f.
  • Hans Pemmer / Ninni Lackner: Die Währinger Straße. Ein Spaziergang von der Votivkirche zur Volksoper. Wien: Verein zur Erhaltung und Förderung des Heimatmuseums Alsergrund 1968 (Beiträge zur Heimatkunde des IX. Wiener Gemeindebezirks, 3), S. 55
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 186