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Jörger

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"Das Schlos Herrnals". Stich aus Merians Topographie von Österreich, erschienen 1647.
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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Bildname Jörger.jpg
Bildunterschrift]]  "Das Schlos Herrnals". Stich aus Merians Topographie von Österreich, erschienen 1647.
Bildquelle Historisches Museum der Stadt Wien
Bildrechte gemeinfrei

Jörger von Tollet, österreichische Adelsfamilie, die ihre Stammsitze in St. Georgen (12. Jahrhundert) und Tollet (1360) im Bezirk Grieskirchen, Oberösterreich, hatte.

1570 wurden die Jörger zu Freiherren, 1658 zu Grafen erhoben, 1772 starben sie aus. Beziehungen zu Wien ergeben sich mit Jörg Jörger, Wolfgang (V.) Jörger und seinem Sohn Helmhart (IX.) Jörger. Die Jörger waren 1587-1620 Besitzer der Herrschaft Hernals (Teil des 17. Bezirks), die sie als besondere Förderer des evangelischen Glaubens (bereits ab 1525) zu einer Domäne des Luthertums ausbauten. Helmhart richtete 1609 an der Bartholomäuskirche (Hernalser Kirche) eine lutherische Pfarre ein. Viele Wiener nutzten die Möglichkeit, in Hernals an einem evangelischen Gottesdienst teilzunehmen, dafür entwickelte sich der Begriff des "Auslaufens". Bischof Khlesl klagte darüber und fand bei Kaiser Mathias ein williges Gehör. Helmhart wurde 1614 geächtet und das Lehnsrecht auf Hernals wurde ihn entzogen. Nach der Schlacht am Weißen Berg (1620) wurde der Protestantismus auch im Bereich der Stände rigoros bekämpft. Helmhart Jörger wurde nach einer Revolte gegen Ferdinand III. zum Tod verurteilt, jedoch begnadigt, sein Besitz wurde konfisziert. Hernals kam 1625 auf Anordnung Ferdinands III. (über Anraten seines Beichtvaters, des Jesuiten Pater Wilhelm Lamormaini) an das Domkapitel von St. Stephan.

Ferdinand III. ging streng gegen die Protestanten vor und vertrieb sie aus Wien. Auch die Jörger mussten flüchten. Eine Linie der Jörger wurde katholisch. Der niederösterreichische Statthalter Johann Quintin Graf Jörger, (* 1624, † 19. Februar 1705 Wien, Gattin Rosalia Gräfin Losenstein [† 3. Oktober 1710]) führte in Wien 1688 die Straßenbeleuchtung ein (Dorotheergasse).

Jörgerstraße.


Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 236 f.
  • Heinrich Wurm: Die Jörger von Tollet. Wien/Graz: Böhlau 1955 ( Forschungen Geschichte Oberösterreich, 4)
  • Hermine Cloeter: Häuser und Menschen von Wien. 1920, S. 148

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