Irene-Harand-Hof

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1951
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Irene Harand
Einlagezahl
Architekt Fritz Waage
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen
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BezirkStraßeHausnummer
1Lazenhof3
1Judengasse4

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Irene-Harand-Hof1Judengasse6
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt50118211862
Stadt53617951821
Stadt53517951821
Stadt50217701795
Stadt50117701795
Stadt50218211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Irene-Harand-Hof (1, Judengasse 4, Lazenhof 3; Konskriptionsnummern 502 und 501).

Vorgängerbauten

Anstelle des Irene-Harand-Hofes standen ursprünglich zwei Häuser:

Haus Stadt 502 / Judengasse 4

Dieses Gebäude wird erstmals 1449 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1600 kam es in den Besitz der Familie Fockhy, wobei im Laufe der Jahre durch Vererbung eine erhebliche Zersplitterung der Eigentumsrechte am Haus eintrat. Der kaiserliche Stadt- und Landgerichtsbeisitzer Daniel Fockhy erwarb 1670 alle Anteile und wurde somit alleiniger Besitzer. Als er 1683 zum Bürgermeister gewählt wurde, verlegte er die Bürgermeisterkanzlei in dieses Haus. Im Jahr 1807 erfolgte ein Umbau des Gebäudes, das 1924 von der Gemeinde Wien angekauft wurde.

Haus Stadt 501 / Judengasse 6 / Lazenhof 3

Die erste Erwähnung dieses Hauses stammt aus dem Jahr 1375. In einer Verkaufsurkunde des Jahres 1466 wird außerdem ein "Zuhäuslein" an der Rückseite des Gebäudes erwähnt. 1635 kam das Haus in den Besitz der Familie Fockhy. Auch hier kam es zu einer Zersplitterung der Eigentumsrechte, jedoch ging das Haus am 6. Juli 1657 in den alleinigen Besitz von Dr. Georg Fockhy über. 1924 wurde das Haus von der Gemeinde Wien erworben.

Irene-Harand-Hof

Der Irene-Harand-Hof wurde 1951/1952 nach Plänen von Fritz Waage (Annäherung an biedermeierliche Baukultur) erbaut und 1990 nach der Vorkämpferin gegen den Antisemitismus Irene Harand (1900-1975) benannt, die gemeinsam mit dem jüdischen Anwalt Dr. Moritz Zalman 1933 den "Weltverband gegen Rassenhass und Menschennot" ("Harand-Bewegung") begründete und 1935 das Werk "Sein Kampf: Antwort an Hitler" veröffentlichte. An der Fassade ist eine Barockskulptur der heiligen Barbara (erste Hälfte 18. Jahrhundert) angebracht.

Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1.-12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 58
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 3. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 542-546

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