Invalidenhaus (3)

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Invalidenstraße 1 - Invalidenhaus (Innenansicht), 1908
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname HMW 034120 00003.jpg
Bildunterschrift  Invalidenstraße 1 - Invalidenhaus (Innenansicht), 1908
Bildquelle HMW 34120/3, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
LandstraßeInvalidenstraße1-11

frühere Adressierung

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Invalidenhaus (3, Invalidenstraße 1-11).

Invalidenstraße 1, Invalidenhaus, Hofansicht, um 1901

Im 16. und 17. Jahrhundert breitete sich hier der Kielmannseggsche Garten aus, der, 1683 von den Osmanen verwüstet, danach einem Sommerpalais Platz machen musste. 1726 erwarb General Prinz Maximilian von Hannover das Objekt (Haus, Stadel und Garten) von der Vormundschaft des minderjährigen Wenzel Graf Paar, verkaufte es aber bereits am 24. Jänner 1727 an Erzbischof Kardinal Sigismund Graf Kollonitsch, der bei der Aufbringung des Kaufpreises von 42.000 Gulden von Karl VI. und anderen Wohltätern unterstützt wurde und das langgestreckte einstöckige Gebäude zu einem Armenhaus adaptieren ließ (ein von Kollonitsch 1723 für die Armen Wiens gemietetes Haus in Gumpendorf Münzwardeinhaus; "Johannes-Nepomuk-Spital" hatte sich als zu klein erwiesen).

Bereits am 11. März 1727 führte Kollonitsch die Armen in einer großen Prozession in ihr neues Heim. Das nunmehrige Armen und Versorgungshaus wurde im Volksmund nach der ebenfalls am 11. März 1727 geweihten Hauskapelle ("Zum heiligen Johannes Nepomuk") wiederum "Nepomucenispital" genannt 1735 erfolgte eine Erweiterung. Am obersten Vorsprung der Portikussäulen befanden sich zwei Steingruppen (Genien der Wohltätigkeit). 1783 wurde das Gebäude von Joseph II. zum Invalidenhaus bestimmt (Anordnung zur einheitlichen Fassadierung durch Baumeister Gerl am 13. Juli 1783) und die Armenanstalt 1784 aufgelassen; das ehemalige Hannoversche Palais und der bisher nur einstöckige Bauteil westlich des Hauptrisalits wurden der zweistöckige östliche Gebäudehälfte angepasst (Fertigstellung November 1784). Am 1. Februar 1787 konnten die Invaliden aus ihrer 1694 errichteten Versorgungsanstalt in der Alservorstadt hieher verlegt werden (seitdem Benennung "Invalidenhaus"). Vor der Front des Hauses erstreckte sich ab 1804 das Hafenbecken des Wiener Neustädter Kanals.

1816-1818 wurde der gegen die Landstraße gelegene Trakt umgebaut; am 18. Oktober 1817, dem vierten Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, wurden im Festsaal des ersten Stockwerks zwei Riesengemälde von Johann Peter Krafft, "Sieg bei Leipzig" und (an der gegenüberliegenden Saalwand) "Schlacht bei Aspern", angebracht; in diesem Ehrensaal stellte man acht Ehrenbüsten österreichischer Feldherren auf, die von Joseph Klieber stammten. 1909 wurde das Gebäude demoliert (es besaß zu diesem Zeitpunkt drei Obergeschosse mit 17 Fensterachsen und ein Satteldach mit Dachluken); die Invaliden zogen 1909 in ihr neues Heim am oberen Stranzenberg in Lainz (13, Fasangartengasse 101; Invalidenhauskirche), in das auch die Gemälde und Büsten des Ehrensaals übertragen wurden. Das Areal wurde verbaut (Invalidenstraße-Viertel).

Literatur

  • Alfred Begna: Geschichte des Wiener kaiserlich königlichen Militär-Invalidenhauses. 1886
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 71 f.
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1888]). Cosenza: Brenner 1967, Band 2, S. 38 ff., S. 386 ff.
  • Paul Kortz: Wien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Führer in technischer und künstlerischer Richtung. Hg. vom Oesterreichischen Ingenieur und Architekten-Verein. Wien: Gerlach & Wiedling 1906. Band 2, 1906, S. 313
  • Die Landstraße in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Hg. von Landstraßer Lehrern. Wien: Gerlach & Wiedling 1921, S. 90
  • Franz Loidl: Die Invalidenkirche St. Johann von Nepomuk in Wien. 1948
  • Robert Messner: Die Landstrasse im Vormärz. Historisch-topographische Darstellung der südöstlichen Vorstädte und Vororte Wiens auf Grund der Katastralvermessung. Wien: Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs 1978 (Topographie von Alt-Wien, 5), S. 195, S. 224
  • Ricarda Oettinger: Österreichische Kunsttopographie (archivale Vorarbeiten dritter Bezirk), S. 21 ff.
  • Karl Weiß: Geschichte der öffentlichen Anstalten für die Armenversorgung in Wien. 1867, S. 164 ff., S. 248
  • Zur Geschichte des Invalidenhauses in Wien. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Alterthumsverein zu Wien 1884-1918. (1886), S. 9 ff.