Hugo Wolf

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Hugo Wolf
Personenname Wolf, Hugo
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 118634712
Geburtsdatum 13.03.1860
Geburtsort Windischgrätz, Südsteiermark (Slowenien)
Sterbedatum 22.02.1903
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 17.03.1903
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Grab 32A, Nummer 10
Ehrengrab ja
Beruf Komponist
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Musiksammlung, Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche Hugo-Wolf-Gasse
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Hugowolf.jpg
Bildunterschrift  Hugo Wolf
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblatt-Archiv, TF-007589
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
WohnadresseInnere StadtGraben29-29a
WohnadresseInnere StadtKumpfgasse9
WohnadresseDöblingBillrothstraße68
WohnadresseInnere StadtNeuer Markt13
WohnadresseWiedenSchwindgasse3
WohnadresseJosefstadtPiaristengasse32
WohnadresseWähringPötzleinsdorfer Straße156
WohnadresseMeidlingHetzendorfer Straße90
SterbeadresseAlsergrundLazarettgasse14

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Wolf Hugo, * 13. März 1860 Windischgrätz, Südsteiermark (Slowenien), † 22. Februar 1903 Wien 9, Lazarettgasse 14 (Niederösterreichische Landesirrenanstalt), Komponist.

Biographie

Hugo Wolf entstammte einer deutschsprachigen Familie. Der Vater, von Beruf Lederer, selbst hochmusikalisch, ließ Wolf schon früh Geige und Klavier lernen und am häuslichen Musizieren teilnehmen. Nachdem Wolf mehrere Gymnasien erfolglos besuchte, trat er als 15-jähriger in das Wiener Konservatorium ein, aus dem er jedoch zwei Jahre später aufgrund eines Missverständnisses verwiesen wurde. Er selbst war auch der Ansicht, dort mehr verlernt als gelernt zu haben und setzte seine weitere musikalische Ausbildung als Komponist autodidaktisch fort.

Wolf blieb in Wien und versuchte, vom Unterrichten zu leben. Er war jedoch Zeit seines Lebens von einem Freundeskreis abhängig, der ihn – ungeachtet seines schwierigen Charakters – unterstützte und förderte. Dazu zählten der Komponist Adalbert Goldschmidt, dann der große Kreis der Wiener und süddeutschen Wagnerianer – zu denen Wolf durch seine frühe Begeisterung für Richard Wagner Kontakt bekam – und vor allem die Wiener Juweliersfamilie Köchert: Von Melanie Köchert fühlte sich Wolf am besten verstanden, mit ihr verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Die Köcherts und andere Familien boten Wolf eine Wohnmöglichkeit in ihren Häusern und verschafften ihm, da er kein Geld direkt annahm, Verdienstmöglichkeiten, wie die als Musikkritiker für das "Wiener Salonblatt" (1884–1887). Als Kritiker polemisierte Wolf vor allem gegen Johannes Brahms und Eduard Hanslick und schadete damit der Verbreitung seiner eigenen Werke.

Wolf wandte sich schon früh der Liedkomposition zu, vertonte zunächst Nikolaus Lenau und Heinrich Heine. Es erschienen seine ersten Lieder in Druck und 1888 komponierte er die 53 Mörike-Lieder, in denen er sich als eigenständiger Lyriker vorstellte. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch den Wechsel von hochproduktiven Phasen mit langen Zeiten künstlerischer Unproduktivität.

Bis 1891 folgten die Eichendorff-Lieder, die Goethe-Lieder, das Spanische Liederbuch und der erste Teil des Italienischen Liederbuchs. Die Verbreitung seiner Lieder durch den Druck hatte seine Bekanntheit im deutschsprachigen Raum gefördert, in zunehmenden Maße waren auch Wolf-Lieder-Abende veranstaltet worden. Seit Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Opernstoff, entschied sich Wolf 1895 zur Komposition eines Librettos von Rosa Mayreder ("Der Corregidor"), dessen Arbeit er mit Hilfe eines Mäzens noch im selben Jahr abschloss. Nach der Uraufführung 1896 in Mannheim, verschwand die wenig bühnenwirksame Oper jedoch sofort wieder aus dem Spielplan. Umarbeitungen und Revisionen brachten keinen Erfolg. (Die Wiener Premiere des "Corregidor" war schließlich erst 1904, ein Jahr nach Wolfs Tod, in einer Bearbeitung von Gustav Mahler.) 1896 bezog Wolf eine von Freunden finanzierte erste eigene Wohnung in der Schwindgasse 3 (Wien-Wieden). Hier entstanden die Michelangelo-Lieder und Teile einer weiteren Oper "Manuel Venegas".

Die Bestellung seines ehemaligen Studienkollegen Gustav Mahler zum Hofopern-Direktor (1897) und dessen erste Ablehnung des "Corregidor" lösten bei Wolf den Ausbruch der "Progressiven Paralyse" aus. Er litt schon länger an Symptomen der Krankheit, eine Spätfolge einer Syphilis-Infektion, die er sich bereits in jungen Jahren zugezogen hatte. Im September 1897 wurde er in die Nervenheilanstalt Svetlin (Leonhardgasse 3-5) eingeliefert, eine der damals besten Privatanstalten Wiens. Eine scheinbare vorübergehende Besserung und seiner Entlassung, nutzte er zum Reisen. Im Oktober 1898 wurde er jedoch nach einem misslungenen Selbstmordversuch (er wollte sich im Traunsee ertränken), in der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt in Wien-Alsergrund (Lazarettgasse 14) untergebracht, wo er nach qualvollem Leiden am 22. Februar 1903 starb. Wolf wurde in einem Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof beigesetzt; das Grabdenkmal (enthüllt 1904) wurde von Edmund Hellmer gestaltet. Wesentliche Teile seines Nachlasses befinden sich in der Wienbibliothek im Rathaus, die ihm 2010 eine Ausstellung widmete.

Wolfs zentrales kompositorisches Lebenswerk war das Lied. Er erweiterte die Ausdrucksmöglichkeiten in der Klavierbegleitung beträchtlich und stellte diese oft wie ein eigenständiges Klavierstück und in großer Selbstständigkeit die Singstimme gegenüber, die dabei den Eindruck des Unmittelbaren, Improvisierten vermittelt. Die Textausdeutung stand für Wolf im Mittelpunkt. In seiner Ehrfurcht vor dem Text hat Wolf unter den Liederkomponisten eine einzigartige Stellung.

Gedenktafeln: 4, Schwindgasse 3 (mit Bronzerelief von Robert Pfeffer; Wohnhaus 1896/1897 [Michelangelo-Lieder, Arbeit an der Oper "Corregidor"]); 12, Hetzendorfer Straße 90 (Sommer 1876); 19, Billrothstraße 68 (Italienisches Liederbuch, Goethe-Lieder).

Siehe auch Hugo-Wolf-Gasse.


Literatur

  • Neue österreichische Biographie ab 1815. Große Österreicher. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1957-1987. Band 13,1959
  • Hugo Riemann: Riemann Musiklexikon. Mainz: Schott 1959-1961.
  • Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Wien 1993
  • Walter Pollak [Hg.]: Tausend Jahre Österreich. Eine biographische Chronik. Band 3: Der Parlamentarismus und die modernen Republiken. Wien / München: Jugend & Volk 1974, S. 128 ff.
  • Erik Werba: Hugo Wolf oder der zornige Romantiker. Wien [u.a.]: Molden 1971
  • Frank Walker: Hugo Wolf. Eine Biographie. London / Graz: Styria 1951 (Werverzeichnis und Bibliographie)
  • Richard Batka / Heinrich Werner [Hg.]: Hugo Wolfs Musikalische Kritiken. Leipzig: Breitkopf & Härtel 1911
  • Hugo Wolf in der Josefstadt. In: Das Josefstädter Heimatmuseum. Wien: Neuer Wiener Pressedienst Heft 8 (1960), S. 8
  • Karl Hilscher: Meidling. Wiens 12. Gemeindebezirk. Wien: Jugend & Volk 1923, S. 307
  • Wolfgang Mayer: XII. Meidling. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1984 (Wiener Bezirkskulturführer, 12), S. 24
  • Helmut Kretschmer: XIX. Döbling. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Bezirkskulturführer, 19), S. 30 f.
  • Döbling. Eine Heimatkunde des 19. Wiener Bezirkes in drei Bänden. Hg. von Döblinger Lehrern. Wien: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft "Heimatkunde Döbling" 1922, S. 370 f.
  • Österreichische Musikzeitschrift (ÖMZ). Wien [u.a.]: Böhlau Heft 10 (1973)
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959, Register
  • Sylvia Mattl-Wurm [Red.]: Interieurs. Wiener Künstlerwohnungen 1830-1930. Wien: Eigenverlag 1990 (Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien, 138), S. 179
  • Robert S. Budig / Gertrude Enderle-Burcel / Peter Enderle: Ehrengräber am Wiener Zentralfriedhof. Wien: Compress Verlag 1995
  • Thomas Aigner [u.a.] [Hg.]: Hugo Wolf. Biographisches, Netzwerk, Rezeption ; [diese Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung "Hugo Wolf zum 150. Geburtstag. Aus den Sammlungen der Wienbibliothek und des Wien-Museums" ; 19. 3. - 5. 11. 2010 im Ausstellungskabinett der Wienbibliothek im Rathaus sowie in der Musiksammlung der Wienbibliothek, "Loosräume"]. [Wien]: Metroverlag 2010
  • Dietrich Fischer-Dieskau: Hugo Wolf. Leben und Werk. Berlin: Henschel 2003
  • Ernst Hilmar: Hugo Wolf Enzyklopädie. 518 Einzelartikel zu Leben und Werk, Umfeld und Rezeption. Tutzing: Schneider 2007
  • Rathauskorrespondenz, 18.03.2010

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