Hotel Europa

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Das Hotel Europa (1957)
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1353
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Spitalhaus, Spitelhaus, Spitalkeller, Zögerlkeller
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Erich Boltenstern
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  14.07.2017 durch WIEN1\lanm08swa
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Bildname Hoteleuropa.jpg
Bildunterschrift  Das Hotel Europa (1957)
Bildquelle WStLA, Fotos des Presse- und Informationsdienstes, FC1: 57228/1
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
1Donnergasse2
1Neuer Markt3
1Kärntner Straße18

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Hotel Europa1Kärntner Straße24
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt110917951821
Stadt107517701795
Stadt104618211862
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Hotel Europa, (1, Kärntner Straße 18, Donnergasse 2, Neuer Markt 3; Konskriptionsnummer 1046).

Das Spitalhaus am Neuen Markt

Die erste urkundliche Nennung eines Hauses auf diesem Grundstück stammt aus dem Jahr 1353. Damals tauschte es sein Besitzer, der Deutsche Orden, gegen ein anderes Gebäude, das dem Bürgerspital gehörte. Danach wurde es nach seinem neuen Eigentümer Spitalhaus oder Spitalkeller genannt. Das Bürgerspital betrieb hier einen Gasthof und vermietete einige Wohnungen. Da hier die Krenhändler (Kren = Meerrettich) ihre "Zöger" (strohgefochtene Tragen) aufbewahrten, wurde er auch "Zögerlkeller" genannt. 1675 wurde das bis dahin einstöckige Gebäude zu einem zweistöckigen Zinshaus umgebaut, 1781 erhielt es ein weiteres Stockwerk.

Im Jahr 1795 richtete der Kaffeesieder Josef Wirschmidt im Erdgeschoss sein Kaffeehaus ein, in dem das Rauchen ohne Einschränkung gestattet war und das sich daher bei Rauchern größter Beliebtheit erfreute. Während der Zögerlkeller 1840 aufgelassen wurde (die Krenhändler waren bereits 1816 vom Neuen Markt in die Seilerstätte versetzt worden), war das Café noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr gut besucht. Im 19. Jahrhundert hat sich das benachbarte Hotel Meißl & Schadn um dieses Gebäude erweitert.

1899 wurde das Haus nach Plänen von Franz Krauß und Josef Tölk neu errichtet. In diesem Gebäude befand sich das ebenfalls sehr beliebte Café Lebmann.

Das Haus blieb bis 1941 im Besitz des Bürgerspitalsfonds und war somit eines der wenigen Häuser, das vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert immer denselben Besitzer hatte. Am 7. Mai 1941 wurde das Eigentumsrecht gemäß der Verordnung für die Einführung fürsorglicher Vorschriften im Lande Österreich auf die Gemeinde Wien übertragen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus zerstört. Zuerst erlitt es am 12. März 1945 einen schweren Bombenschaden. Als dann am 11. April 1945 im Haus Kärntner Straße 14 ein Feuer ausbrach und auf die Nachbarhäuser übergriff, wurde es vollends zerstört. Nur der Abgang zu den alten Kellerräumen sowie diese Räume selbst blieben erhalten. Dort befand sich ein italienisches Restaurant ("Ristorante Capri"), das in der Ruine als Werkküchenbetrieb weitergeführt wurde. Das Café Lebmann, dessen Räumlichkeiten zerstört worden waren, übersiedelte in das Haus Schwarzenbergplatz 1.


Hotel Europa

Es dauerte fast ein Jahrzehnt, bis mit dem Wiederaufbau des Gebäudes begonnen wurde, in dem sich seit damals das Hotel Europa befindet. Dieses wurde am 4. Juni 1957 eröffnet. Bauherr war die städtische Versicherungsanstalt, die Pläne stammten von Erich Boltenstern.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre


Literatur

  • Felix Czeike: Der Neue Markt. Wien [u.a.]: Zsolnay 1970 (Wiener Geschichtsbücher, 4), S. 40 f.
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 6, 1. Teil. Wien ²1956 (Manuskript im WStLA), S. 41-43