Hohes Haus

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1445
Jahr bis
Andere Bezeichnung Höchstes Haus Wiens, Merkleinsches Haus, Feuerwache
Frühere Bezeichnung Zur güldenen Weintraube, Zum schwarzen Rössel, hohes Haus
Benannt nach der Höhe des Bauwerks
Einlagezahl
Architekt Johann Lukas von Hildebrandt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  23.01.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
Innere StadtAm Hof7
Innere StadtTiefer Graben4

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt30917701795
Stadt32918211862
Stadt35717951821
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Hohes Haus (1, Am Hof 7, Tiefer Graben 4; Konskriptionsnummer 329), ehemaliges Durchhaus zum Tiefen Graben.

Ursprunglich standen hier drei Häuser (eines wird 1445 erstmals urkundlich erwähnt): Das Schank- und Gasthaus "Zur güldenen (goldenen/großen) Weintraube", ein sehr gut besuchtes Lokal mit einem tiefen, großen Weinkeller am Tiefen Graben, das Johann Baptist Getto gehörte, war wegen vieler Abenteuer und Liebeshändel, die sich dort ereigneten, berüchtigt. Das zweite Haus trug das Schild "Zum schwarzen Rössel", das dritte (das eigentlliche "hohe Haus") gehörte dem Bürgermeister Johann Andreas von Liebenberg, der hier, während der zweiten Belagerung Wiens durch die Osmanen (Zweite Türkenbelagerung, in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1683 starb. Der Hofkriegsrat Christoph von Merklein kaufte 1710 alle drei Häuser, die er zu einem Gebäude verbaute, das vom Tiefen Graben aus sieben, vom Hof aus fünf Etagen zählte, und als "hohes" oder auch "höchstes Haus" Wiens bezeichnet wurde. Er ließ 1727-1730 nach einem Entwurf von Johann Lukas von Hildebrandt von Leopold Giessl das noch heute bestehende (1935 umgebaute und durch die Wegnahme des mit Säulen und Pilastern geschmückten Portals veränderte) Gebäude errichten. Im ersten Stock befindet sich ein großer Saal mit Stuckarbeiten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde es von der "Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe" erworben, da die Räumlichkeiten im benachbarten Haus Am Hof 6-6A nicht mehr ausreichten. Seit 1935 dient das Gebäude der Feuerwehrzentrale als Garage, weshalb das Portal abgerissen wurde. Heute befindet sich hier auch das Wiener Feuerwehrmuseum.

siehe auch Merkleinsches Haus.


Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

  • Schank- und Gasthaus "Zur güldenen (goldenen/großen) Weintraube"
  • Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe


Literatur

  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20) S. 57 f.
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, S. 5
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959, S. 4
  • Emmerich Siegris: Alte Wiener Hauszeichen und Ladenschilder. Wien: Burgverl. 1924 S. 74
  • Bruno Grimschitz: Johann Lucas von Hildebrandt. Wien: Österr. Statsdruckerei 1932, S. 101
  • Emerich Schaffran: Wien. Ein Wegweiser durch seine Kunststätten. Wien: Steyrermühl 1930, S. 117 f.
  • Eugen Messner: Die Innere Stadt Wien. Ein Beitrag zur Heimatkunde des I. Wiener Gemeindebezirkes. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1928 S. 85
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956 S. 351
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 2. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 276-279