Hoher Markt 4

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1310
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung Schuhhaus, Leinwandhaus
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Franz Klimscha, Gustav Pawek
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
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BezirkStraßeHausnummer
1Hoher Markt4
1Landskrongasse8

frühere Adressierung

 BezirkStraßeHausnummerJahr vonJahr bis
Hoher Markt 41Camesinagasse11945
Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Stadt54418211862
Stadt58517951821
Stadt52617701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Hoher Markt 4 (Konskriptionsnummer 544), Landskrongasse 8; bis 1945 zusätzlich Camesinagasse 1.

Auf dem heutigen Grundstück befanden sich das Leinwandhaus und das Schuhhaus. Am 25. September 1428 werden auf demselben Grundstück noch zwei weitere Häuser erwähnt, die der Spitalsmeister des Bürgerspitals für dieses kaufte. Sie wurden vermutlich zur Vergrößerung des Leinwand- und des Schuhhauses herangezogen. Das Schuhhaus wird bereits im Jahr 1310 erwähnt und ist wahrscheinlich mit dem „Irchhaus“ gleichzusetzen. Unter Irchern verstand man in dieser Zeit die Weißgerber. Ab dem 15. Jahrhundert befanden sich alle Gebäude im Besitz des Bürgerspitals, das diese um 1630 an den Bürgermeister Daniel Moser teils verkaufte, teils verschenkte. Spätere Besitzer waren der Bürgermeister Conrad Bramber und der Handelsmann und Rat des Äußeren Mathias Voltsberger, der Mitte des 17. Jahrhunderts am bereits sehr desolaten Gebäude Bauarbeiten vornehmen ließ. In einem Brief an den Kaiser schreibt er, dass er die Liegenschaft „bereits mehristen Theils in eine solche Perfection gebracht [habe], das sie andern Häusern gleich und wie der Augenschein zeigt, den Platz zieret ... “ (Kallbrunner Josef: Wohnungssorgen im alten Wien, S. 53 f.). An Voltsberger erinnert ein schönes Grabmal im nördlichen Seitenschiff des Stephansdomes.

Für die Jahre 1630 und 1758 fehlen genaue Daten, im Suttingerplan von 1684 erscheinen das Leinwandhaus und das Schuhhaus bereits zu einem verbaut. 1683 gibt es jedoch Hinweise auf zwei Häuser, 1701 wird wieder nur mehr eines genannt. Fest steht jedoch, dass beide Häuser seit 1640 besitzrechtlich vereint waren. Spätestens im Jahr 1775 waren die Gebäude zu einem verbaut, das 1877 die Erste österreichische Spar-Casse kaufte. Das Gebäude wurde beim großen Brand im April 1945, dem außer dem Haus Hoher Markt 5 die ganze Südseite des Hohen Marktes zum Opfer fiel, zerstört. Da die öffentliche Sicherheit gefährdet war, wurde die Ruine als erstes von 350 einsturzgefährdeten Wiener Gebäuden von amerikanischen Fachleuten gesprengt.

Neubau

1949/1950 wurde das heutige Gebäude nach Plänen von Franz Klimscha und Gustav Pawek errichtet. Dabei wurde die ehemalige Camesinagasse überbaut und durch einen Durchgang ersetzt. In Erinnerung an das alte Leinwandhaus wurde eine darauf hinweisende Skulptur aufgestellt und das Haus mit einem Relief, das die älteste Ansicht des Hohen Marktes nachbildet, geschmückt.

Gewerbe und Firmen innerhalb des Hauses im Laufe der Jahre

im Leinwandhaus:

  • Leinwater
  • Bierausschank

im Schuhhaus:

  • Schuster
  • Weißgerber (nicht sicher)

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 1, 2. Teil. Wien ²1951 (Manuskript im WStLA), S. 393-400