Heumarkt

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Visualisierung des Hochhauses am Heumarkt nach der "Redimendionierung" 2016 (Ausschnitt)
Art des Objekts Grätzel
Jahr von
Jahr bis
Name seit
Andere Bezeichnung Im Gereuth, Im Paradeis, Auf dem Gries, Am Heugries, Auf der Hayd, Ochsengries, Am Viehmarkt
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Bezirk 3
Lage Landstraße
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  13.07.2017 durch WIEN1\lanm08son
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
Bildname HeumarktHochhaus.jpg
Bildunterschrift  Visualisierung des Hochhauses am Heumarkt nach der "Redimendionierung" 2016 (Ausschnitt)
Bildquelle Magistratsabteilung 21
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Heumarkt (3, Landstraße). Seit 1368 wurde die Gegend vom untersten Teil des Rennwegs bis zur Waaggasse (heute [[Salesianergasse), später bis zur Landstraßer Hauptstraße "Im Gereuth" genannt. Noch im 17. Jahrhundert dehnte sich der Heumarkt vom Stubentor bis gegen das Kärntnertor aus; andere Bezeichnungen lauteten: Im Paradeis (1371, "Gerewt, quo vocatur Paradis"), Auf dem Gries (1400), Am Heugries. Zur Zeit Maria Theresias führte die Gegend zwischen Salesianergasse und Ungargasse in ihrem unteren Teil den Namen "Auf der Hayd", von da bis zum Invalidenhaus sprach man vom "Ochsengries" (auch "Am Viehmarkt"). Die großen Mengen Heu, die allwöchentlich aus Ungarn zugeführt und hier verkauft wurden, gaben der Örtlichkeit dann den Namen. Am Heumarkt (dort Auflistung wichtiger Gebäude), Heubrückel.

"Projekt Heumarkt"

1960 wurde ein Teil der Eisfläche des Wiener Eislauf-Vereins zugunsten des Baus des Hotels Intercontinantal abgetrennt (Johannesgasse, Am Heumarkt, Lisztstraße, Lothringerstraße). 2012 kaufte das Unternehmen WertInvest das Areal des Intercontinental Hotels, um an diesem Standort ein Immobilienprojekt zu entwickeln. Ende 2012 wurde ein mehrstufiges kooperatives Expertenverfahren durchgeführt. Im Zuge dessen legten drei Planungsteams Empfehlungen für die städtebauliche Weiterentwicklung des gesamten Gebiets dar. Auf Grundlage dieses Verfahrens fand schließlich ein Architekturwettbewerb statt. Im Februar 2014 ging das Projekt des brasilianischen Architekten Isay Weinfeld als Gewinner hervor. Nach abgeschlossenem Flächenwidmungsverfahren sollte der Bau 2016 starten und die Fertigstellung im Jahr 2018 erfolgen. Ab Ende Februar 2013 kam es zu Protesten gegen den Bau, der ein Hochhaus vorsieht, welches den Status von Wiens Innenstadt als UNESCO-Weltkulturerbe gefährdet, worauf die Planungsstadträtin Maria Vassilakou Anfang Mai 2016 eine "Nachdenkpause" für das umstrittene Projekt verkündete. Im Dezember des Jahres 2016 wurde eine im Volumen leicht reduzierte Variante des Projektes vom Betreiber präsentiert. Dieser Entwurf erhielt die Zustimmung des Fachbeirats für Stadtplanung. Das Welterbeprädikat der Wiener Innenstadt gilt bei Realisierung des Vorhabens nach wie vor als gefährdet.[1] Am 1. Juni 2017 setzte der Wiener Gemeinderat den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan für das Areal fest und schloss den Vertrag gemäß § 1a der Bauordnung zwischen Stadt Wien und dem Projektwerber ab.[2] Auf der jährlichen Sitzung des UNESCO-Welterbekomitee am 6. Juli 2017 erfolgte der Eintrag des Historischen Stadtzentrum Wiens in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes.[3]

Siehe auch: Canaletto-Blick


Quellen

Literatur

  • Géza Hajós / Walther Brauneis: Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirkes. Wien: Schroll 1980 (Österreichische Kunsttopographie, 44.2), S. 47 ff.
  • Felix Czeike: III. Landstraße. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1984 (Wiener Bezirkskulturführer, 3), S. 2 ff.
  • Die Landstraße in alter und neuer Zeit. Ein Heimatbuch. Hg. von Landstraßer Lehrern. Wien: Gerlach & Wiedling 1921, S. 76, 114, 125, 127, 240
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1888]). Cosenza: Brenner 1967, Band 2, S. 472 ff.
  • Renate Wagner-Rieger: Das Wiener Bürgerhaus des Barock und Klassizismus. Wien: Hollinek 1957 (Österreichische Heimat, 20), S. 127 (Seilerhaus)
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 4: Profane Topographie nach den 21 Bezirken (2.-21. Bezirk). Wien: Jugend & Volk 1958, S. 90

Links

Einzelnachweise

  1. Wikipedia: Wiener Eislauf-Verein
  2. Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (Infodat Wien): 24. Sitzung des Gemeinderates vom 01.06.2017
  3. UNESCO - Historic Centre of Vienna inscribed on List of World Heritage in Danger; UNESCO - Historic Centre of Vienna; UNESCO - List of World Heritage in Danger