Herrengasse 17

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Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1819
Jahr bis
Andere Bezeichnung
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt Raphael von Riegel, Karl von Moreau und Paul Sprenger
Prominente Bewohner
Quelle Paul Harrer: Wien, seine Häuser
Letzte Änderung am  7.06.2017 durch DYN\krabina
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BezirkStraßeHausnummer
1Herrengasse17
1Bankgasse1-3

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

Konskriptions-bezirkKonskriptions-nummerJahr vonJahr bis
Innere Stadt4217951821
Innere Stadt4417951821
Innere Stadt3318211862
Innere Stadt4517701795
Innere Stadt3518211862
Innere Stadt2717701795
Innere Stadt4117951821
Innere Stadt4317951821
Innere Stadt3218211862
Innere Stadt3418211862
Innere Stadt2617701795
Innere Stadt2817701795
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

1, Herrengasse 17, identisch mit Bankgasse 1/3 (Konskriptionsnummer 32-35).

Hierbei handelt es sich um das ehemalige Gebäude der österreichisch-ungarischen Bank, das ursprünglich aus vier kleineren Häusern entstanden ist.

Haus Nr. 32: 1563 tritt dieses Haus als Freihaus in Erscheinung. Das damals dreistöckige Haus blieb bis zum Ankauf durch die Nationalbank im Jahr 1818 im Besitz der Familie Gilleis, einem einheimischen Adelsgeschlecht. Bald danach wurde es abgebrochen. 1819 ließ die Bank durch den Architekten Raphael von Riegel nach einem Entwurf von Karl Ritter von Moreau und Paul Sprenger an Stelle dieses und der anschließenden Nachbarhäuser Nr. 33 und 34 ihren ersten Bankpalast errichten. Das Areal des drei Stock hohen Gebäudes beträgt 2507 m2.

Haus Nr. 33: Auch dieses dreistöckige Objekt erwarb am 1. Mai 1821 die k. k. priv. Nationalbank.

Haus Nr. 34: 1492 erwarb das Haus der Bäcker Leonhart Reisner und dessen Frau Elsbeth. Am 23. November 1500 fielen die Ehegatten samt ihrem siebenjährigen Töchterchen, ihrer Dienstmagd und dem Bäckerknecht einem Raubmord zum Opfer, der damals weit über Wien hinaus Aufsehen erregte. Der Mörder, ein aus Regensburg zugewanderter Bäckerknecht namens Bartholomäus wurde zum Tode verurteilt und am 1. März 1501 gerädert. Seither hieß das Haus „zu den fünf Morden“. Auch dieses Haus wurde 1819 von der Nationalbank erworben. Aus urkundlichen Quellen geht zudem hervor, dass es sich bei diesem Objekt bis 1566 um vormals zwei Häuser gehandelt hat.

Haus Nr. 35: Dieses Objekt war ein dem Minoritenkloster dienstbares Haus. Aus einer späteren Eintragung geht hervor, dass hier ursprünglich zwei Häuser standen. Beide Häuser wiesen nur ein Stockwerk auf. 1660 kam es zur Vereinigung beider Häuser zu nun einem zweistöckigen Haus. 1790 wurde das Haus um noch ein Stockwerk vergrößert. 1849 wurde das Haus von der österreichischen Nationalbank erworben, die es nach entsprechendem Umbau ihrem bereits seit 1823 bestehenden Bankgebäude (Nr. 32-34) angliederte.

Aufgrund des stetig steigenden Geschäftsverkehrs reichten schon zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Räumlichkeiten nicht mehr aus und 1855 wurde auch die Gebäudegruppe gegenüber dem alten Bankgebäude (Herrengasse Nr. 14) angekauft.

Literatur

  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. Band 7, Wien ²1957 (Manuskript im WStLA), S. 112-117