Heldenplatz

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Der Heldenplatz umrahmt von Burgtor, Corps de Logis, Neuer Burg, Leopoldinischem Trakt der Hofburg und dem Volksgarten (Schrägluftaufnahme 1960).
Art des Objekts Verkehrsfläche
Jahr von
Jahr bis
Name seit 1955
Andere Bezeichnung Äußerer Burgplatz, Promenadeplatz, Paradeplatz
Frühere Bezeichnung
Benannt nach Erzherzog Karl von Österreich, Prinz Eugen
Bezirk 1
Lage
Verkehr
Prominente Bewohner
Besondere Bauwerke Erzherzog-Carl-Denkmal (1), Prinz-Eugen-Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildunterschrift  Der Heldenplatz umrahmt von Burgtor, Corps de Logis, Neuer Burg, Leopoldinischem Trakt der Hofburg und dem Volksgarten (Schrägluftaufnahme 1960).
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Der Heldenplatz auf dem Generalstadtplan von 1912. Der Platz ist als solcher im Gegensatz zu allen anderen Verkehrsflächen nicht mit Namen versehen. Lediglich die Reiterstandbilder sind bezeichnet.

Zur Entstehung des heutigen Heldenplatzes und seinen ersten Benennungen

Als die französischen Besatzungstruppen 1809 Wien verließen, sprengten sie unter anderem auch einen Teil der Burgbastei samt der Burg- und der Augustinerschanze. Da man einen Wiederaufbau zu diesem Zeitpunkt nach militärischen Gesichtspunkten bereits als sinnlos erachtete, begann man das Terrain vor der Hofburg zu planieren und als Erholungsraum zu gestalten; 1817-1819 wurden die Reste der Kurtine beseitigt, doch wurde dennoch weiter stadtauswärts, entlang der nachmaligen Ringstraße, 1817-1821 eine neue Kurtine errichtet. Es handelte sich um die Hornwerkskurtine mit dem Äußeren Burgtor. 1819-1823 wurde nach einem Entwurf von Ludwig Remy der "Äußere" Burgplatz angelegt, samt Bau des neuen Äußeren Burgtors von Luigi Cagnola und Pietro Nobile (1821-1824). Flankiert wurde der neue Platz von zwei Gartenanlagen: dem 1818 angelegten Hof- oder Kaisergarten im Osten, anstelle der Augustinerschanze - heute Burggarten) genannt - für die kaiserliche Familie und dem 1819-1823 gestalteten Volksgarten im Westen, anstelle der Burgschanze, für die Bevölkerung. Im Volksgarten entstand ein von Nobile 1823 errichteter Kaffeesalon, das Cortische Kaffeehaus, und der Theseustempel, ebenfalls von Nobile 1820-1823 erbaut. Der Heldenplatz hieß damals volkstümlich 'Promenadeplatz' - insbesondere nach der 1817 erfolgten Aufhebung des Fortifikationscharakters der Basteien, die der Bevölkerung zur Promenade freigegeben wurden - offiziell noch 1821 'Neuer Paradeplatz', dann im Allgemeinen 'Äußerer Burgplatz'.

Der Platz vor der Burg mit dem Burgtor, seitlich die Eingänge zu Burggarten und Volksgarten, unten die Hofburg. Auschnitt aus dem Stadtplan von Anton Behsel (1824)

Eine Veränderung ergab sich im Lauf des 1857 von Kaiser Franz Joseph I. verfügten Abbruchs der Befestigungen und der Planungen für die Ringstraßenzone. Die Planung der Neuen Hofburg und der beiden Hofmuseen (Kunsthistorisches Museum beziehungsweise Naturhistorisches Museum) sowie das Projekt Gottfried Sempers (Kaiserforum) führten zunächst zur Aufstellung zweier Denkmäler (Erzherzog-Carl-Denkmal, Prinz-Eugen-Denkmal; 1853-1865), dann zum Baubeginn des südöstlichen Flügels der Neuen Hofburg (1881), dessen Pendant, ein symmetrischer Flügel im Nordwesten, ebenso wenig zustande kam wie ein dieselben verbindender, dem Leopoldinischen Trakt vorgelagerter Hofburgtrakt.

Eine topographische Veränderung ergab sich, als die Hornwerkskurtine 1863 abgebrochen wurde und man 1872-1875 auch die Trennmauer und Auffahrtsrampe gegen den Volksgarten und die Kurtine entlang der Löwelstraße abbrach; die Trennmauer und Rampe gegen den Burggarten zu wurden im Zuge des Baus der Neuen Hofburg demoliert. Damit erhielt der Heldenplatz seine heutige Gestalt. Er bildete aber gewissermaßen den Zugang vom Michaelerplatz durch die Hofburg zum Ring. Als in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts ein Stellwagen bei der Durchfahrt durch den inneren Burghof einen Unfall verursachte, wurde diese auf Anordnung des Kaisers für alle öffentlichen Verkehrsmittel gesperrt; erst als Bürgermeister Cajetan Felder 1869 neuerlich wiedergewählt wurde, genehmigte der Kaiser wieder die Durchfahrt - gewissermaßen als "Antrittsgeschenk".

Ansicht des Platzes vor der Burg (1837)
Der Platz vor der Burg mit dem Burgtor und der neuen Gasbeleuchtung (1851).
Militärkapelle am Heldenplatz (1912)
Teilansicht des Heldenplatzes (1965)

Aufstellung der Heldendenkmäler und Aufkommen eines neuen Namens

1848 erfolgte die Auftragserteilung für die Errichtung der Heldendenkmäler. Nach Anfertigung eines Bronzemodells erteilte Kaiser Franz Joseph I. den Auftrag zur Anfertigung der Reiterstandbilder. Das erste, jenes Erzherzogs Karls wurde 1860 enthüllt. Im Februar 1852 liest man erstmals in den „Jörgel Briefen“ von der Idee aus dem Volk, den Platz „vor dem Burgthor“ Heldenplatz zu nennen.[1] Mitte Oktober 1865 meldeten einige Zeitung, so auch das Wiener Fremdenblatt: „Dem Vernehmen nach wird bei der Rückkunft Seiner Majestät von der Kommune Wien Allerhöchstdemselben die Bitte vorgetragen werden, den äußeren Burgplatz, woselbst sich nun die Monumente der Helden Erzherzog Karl und Prinz Eugen befinden, vom 18. Oktober an „Heldenplatz“ benennen zu dürfen.“[2] Am 18. Oktober wurde die Reiterstatue Prinz Eugens, von einem umfangreichen propagandistischen Rahmenprogramm begleitet, enthüllt. Am 21. Oktober gibt das humoristisches Wochenblatt „Figaro“ einen fiktiven Dialog der Figuren Kahlenberger und Grinzinger mit folgendem Inhalt wieder: Der Gemeinderat soll den Vorschlag gemacht haben, den äußeren Burgplatz in Heldenplatz zu benennen. Grinzinger äußert schließlich, dass sich der Feldmarschall Schwarzenberg dafür recht bedanken würde, nicht dort zu stehen und endet mit der Bemerkung: „Nur Niemanden kränken!“.[3] Weder in den städtischen Quellen[4], noch in den Quellen des Hofes[5] ist ein Hinweis auf einen derartigen Vorstoß der Stadt zu finden oder gar aktenkundig geworden.

Wandel des Namens

Im Gefolge des 18. Oktobers 1865 ist nichts mehr von einer Benennung des Platzes in Heldenplatz zu lesen, weder in den Zeitungen, noch in den archivischen Quellen. Als Ortsbezeichnung blieb „Äußerer Burgplatz“ im Gegensatz zum „Inneren Burgplatz“ als Bezeichnung üblich und in den Druckwerken weit verbreitet. Bis gegen 1910 wurde die Bezeichnung „Äußerer Burgplatz“ häufiger verwendet, danach, insbesondere ab 1919, überwiegt allerdings „Heldenplatz“ im gedruckten Wort.[6]

Amtliche Benennung

Dass es ich bei jenem Heldenplatz bei der Burg jedenfalls um keine amtlich benannte Verkehrsfläche handelte, belegt ein Vorgang aus dem Jahr 1909. Im Gedenken an die damals vor 100 Jahren stattgefunden habende Schlacht von Aspern benannte der Wiener Gemeinderat den Asperner Kirchenplatz (davor Friedhofweg), der damals im jüngst eingemeindeten 21. Bezirk lag, in „Heldenplatz“.[7] Der Heldenplatz im ersten Bezirk trug bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl den Namen Heldenplatz, als auch Äußerer Burgplatz. Die Evidenz zu den Wiener Verkehrsflächen wurde im Konskriptionsamt geführt. Diese handschriftliche Evidenz, die 1855 begonnen und bis 1946 geführt wurde, kennt lediglich den Heldenplatz in Aspern.[8] Im ersten gedruckten „Amtlichen Wiener Straßenverzeichnis“, das die damalige Magistratsabteilung 50 in Zusammenarbeit mit der Magistratsabteilung 18 im Jahre 1950 heraus brachte, ist wiederum von einem Burgplatz und einem Heldenplatz im ersten Bezirk zu lesen. Die Einträge verweisen gegenseitig aufeinander.[9] Im Juli 1954 schlug die Magistratsabteilung 7 vor, um Doppelbenennungen auszuschalten, Verkehrsflächen im 22. Bezirk umzubenennen, darunter den Heldenplatz.[10] Dieser wurde folglich mit Beschluss des Gemeinderatsausschusses III (Kultur und Volksbildung) vom 16. November 1955[11] in „Asperner Heldenplatz“ umbenannt. Aus dem Amtlichen Straßenverzeichnis verschwand der Burgplatz erst 1975 zugunsten des nunmehrigen alleinigen Heldenplatzes.[12]

Der Heldenplatz 1933 bis 1945

Das Äußere Burgtor wurde 1933/1934 zu einem Heldendenkmal umgestaltet. In den 30er Jahren begann es sich einzubürgern, den Platz für Massenveranstaltungen zu benutzen, wobei die Redner meist vom Balkon der Neuen Burg zur Menge sprachen (1932 Kundgebung beim Besuch Hermann Görings, 1934 Kundgebung der Vaterländischen Front, 1938 nationalsozialistische Kundgebung für Adolf Hitler. Dadurch wurde der Heldenplatz international zu einem Synonym für den "Anschluss". Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Heldenplatz Freiluftausstellungen veranstaltet, beispielsweise "Der Sieg im Westen" 1940.

13. März 1938

Reichsjugendführer Baldur von Schirach hielt auf dem Heldenplatz vor 40.000 Kindern und Jugendlichen eine Rede, bei der er verkündete, dass es anstatt des „österreichischen Jungvolkes“ nur mehr die „Hitler-Jugend“ gäbe. Hitlers Ankunft in Wien verzögerte sich. Die Vorbereitungen für die Gleichschaltung Österreichs wurde im Hintergrund durch Josef Bürckel nach dem Vorbild des Saarlandes in Angriff genommen.

15. März 1938

Die „Befreiungskundgebungen“ auf dem Heldenplatz fanden laut NS-Propaganda vor etwa 200.000 Menschen statt. Die Menschen hatten arbeitsfrei bei vollen Bezügen, die Kinder seit 12. März schulfrei. So wurde sichergestellt, dass genügend Menschen Adolf Hitler bei seiner Ankunft in Wien begrüßen konnten. Der österreichische Nationalsozialist Karl Anton Prinz Rohan beschrieb die Inszenierung als „festliche, fröhliche Revolution“. Als Hitler am 15. März mittags auf dem Heldenplatz eintraf, war der Platz darüber hinaus gefüllt mit Militär-, Jugend- und sonstigen Formationen der NSDAP. Seyß-Inquart meldete dem Führer den Vollzug der Aufgabe der Selbständigkeit Österreichs, die „Ostmark“ sei „heimgekehrt“. Überschwänglicher Dank folgte. Hitler hielt die bekannte Rede, erwähnte das Wort „Österreich“ nur zwei Mal, sprach vom Bollwerk gegen die vergangenen und kommenden Stürme des Ostens um „vor der Geschichte nunmehr den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich“ zu verkünden. Stürmische Sieg-Heil-Rufe und minutenlanger Beifall folgten; das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied wurden gesungen; immer wieder ertönten „Wir danken unserem Führer!“-Rufe. Anschließend verließen Hitler und Seyß-Inquart in einem Auto den Heldenplatz. Um 14 Uhr kehrten sie zurück, um einen Kranz am Heldentor niederzulegen.

16. März 1938

Reichsführer SS Heinrich Himmler und Österreich-Beauftragter Josef Bürckel vereidigten im Beisein von SS-Führer Ernst Kaltenbrunner auf dem Heldenplatz 7.500 Mann der österreichischen Polizei.

Zweite Republik

1945 bis 1953 wurde der Heldenplatz vom sowjetrussischen Element des Alliierten Rats, das in der Hofburg sein "Offiziershaus" und andere Einrichtungen untergebracht hatte, für Veranstaltungen genutzt, denen man einen militärischen Rahmen geben wollte. Ab 31. Oktober 1953 erfolgte auf dem Heldenplatz die monatlich stattfindende Zeremonie der Kommandoübergabe der Wiener Interalliierten Kommandantur; bis zu deren Auflösung wurde an dieser Praxis festgehalten. Weiterhin wurde der Platz für große Versammlungen und Veranstaltungen genutzt, beispielsweise 1983 für die Kundgebung anlässlich des Besuchs Papst Johannes Pauls II., 1984 für die Kundgebung gegen den Bau des Donaukraftwerks Hainburg, 1993 für die Abschlusskundgebung der Aktion "SOS Mitmensch" ("Lichtermeer"). 1989 ging der Kondukt der Kaiserin Zita über den Platz wie schon 1916 jener von Kaiser Franz Joseph I.

Auch für militärische Feiern des Bundesheeres wurde der Platz immer wieder genutzt:

  • ab 2. November 1955 jedes Jahr: Heldenehrung für die Gefallenen beider Weltkriege bei der Krypta des Äußeren Burgtors
  • 13. März 1963: Gedenkfeier anlässlich des "Anschlusses" Österreichs 1938
  • 18. Oktober 1963: 300. Geburtstag des Prinzen Eugen
  • 12. Februar 1964: Gedenken an den Februar 1934
  • 27. April 1965: Gedenken an die Opfer des NS-Regimes
  • 16. Mai 1965, 14. Mai 1966, 15. Mai 1967-1970: Großer Zapfenstreich
  • 8. Juli 1974 und 8. Juli 1980: Angelobung von Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger
  • 6. September 1975: Großer Zapfenstreich (20 Jahre Garnison Wien)
  • 27. April 1981: Republikfeier
  • 7. Juli 1986: Großer Zapfenstreich (Verabschiedung von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger)
  • 8. Juli 1986 beziehungsweise 6. Juli 1992: Großer Zapfenstreich (Angelobung beziehungsweise Verabschiedung von Bundespräsident Dr. Kurt Waldheim)
  • 8. Juli 1992: Angelobung von Bundespräsident Dr. Thomas Klestil[13]
  • Am österreichischen Nationalfeiertag, dem 26. Oktober, findet alljählich eine Angelobung von Rekruten des Heeres durch den Bundespräsidenten statt. Zudem wird am 25. und 26. Oktober am Heldenplatz eine Waffenschau mit vielfältigen Veranstaltungen geboten.
  • Seit 8. Mai 2013 hält das Bundesheer jährlich am Tag der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus eine Mahnwache für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Heldenplatz ab.

Symbolische Bedeutung

Der Heldenplatz wurde schon den Habsburgern als Ort der politischen Repräsentation angelegt. In der Ersten Republik diente er vor deren Verbot den Nationalsozialisten als symbolischer Aufmarschplatz. Dem setzte das Dollfuss-Schuschnigg-Regime die Abhaltung des gesamtdeutschen Katholikentages 1933 und andere Feiern dagegen. Eine besondere Bedeutung erhielt der Heldenplatz jedoch am 15. März 1938 nach der NS-Machtübernahme. An diesem Tag verkündete Adolf Hitler im Rahmen einer Massenveranstaltung "den Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich". Auf Grund dieser symbolischen Aufladung blieb der Heldenplatz auch in der Zweiten Republik im kollektiven Gedächtnis mit dem "Anschluss" verbunden, obwohl es nicht an Versuchen einer symbolischen Neubesetzung des Ortes fehlte. Künstlerischen Ausdruck fand dies auch im 1988 uraufgeführten Theaterstück Thomas Bernhards mit dem Titel "Heldenplatz" und in einem Gedicht von Ernst Jandl. Ab den 1990er Jahren mehrten sich allerdings Veranstaltungen wie das Lichtermeer der "Aktion Mitmensch" als Reaktion auf das "Österreich zuerst"-Volksbegehren der FPÖ am 23.1.1993 - zwischen 250.000 und 300.000 Besucher[14] -, sowie die Demonstration gegen die Regierungsbildung von ÖVP und FPÖ am 19. Februar 2000, die sich als Kontrapunkte zum 15. März 1938 verstanden haben.

Ein Maibaum aus Garmisch-Partenkirchen beim Transport auf dem Heldenplatz in Wien, 1. Mai 1938
Fest der Freude 2016. MKÖ/Sebastian Philipp

Seit 2013 findet alljährlich am 8. Mai in Gedenken an die Befreiung von der NS-Herrschaft (bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht) das "Fest der Freude" statt.[15] Das Fest wird vom Mauthausen Komitee Österreich[16] gemeinsam mit den Wiener Symphonikern gefeiert.

Quellen

Literatur

  • Vom Kaiserforum zum Heldenplatz. Ein Ort repräsentativer Staatsöffentlichkeit. In: Wien wirklich. Der Stadtführer. Hg. von Renate Banik-Schweitzer... . Wien: Verl. für Gesellschaftskritik 1992, S. 146 ff.
  • Peter Stachel, Mythos Heldenplatz, Wien: Pichler 2002
  • Florian Oberhuber, Heldenplatz. In: Oswald Panagl, Peter Gerlich (Hg.), Wörterbuch der politischen Sprache in Österreich, Wien: öbvhpt Verlag 2007, S. 184 f.
  • Ein Platz für das Haus der Geschichte. In: * Falter Nr. 6/15, 04.02.2015, S. 14 - 15

Einzelnachweise

  1. ANNO: Jörgel Briefe. Volksschrift im Wiener Dialekt, 23. Februar 1852, S. 23
  2. ANNO: Fremden-Blatt (Wien), 14. Oktober 1865, S. 3
  3. ANNO: Figaro, Humoristisches Wochenblatt Nr. 48, 21. Oktober 1865, S. 191
  4. Wiener Stadt- und Landesarchiv, Bestände Gemeinderat sowie Hauptregistratur.
  5. Österreichisches Staatsarchiv, Haus- Hof und Staatsarchiv (HHStA), Kabinettsarchiv, Kabinettskanzlei, Protokolle und Indices 1865 und 1866 sowie HHStA, Obersthofmeisteramt, Geschäftsbücher: Protokolle und Indices 1865. Infolge der Grundstücksregulierungen, die die Stadterweiterung mit sich gebracht hatte, war der Äußere Burgplatz 1866 mit einer Ausnahme ins Eigentum des Hofärars übergegangen – dem mittleren Fahrweg am Äußeren Burgplatz, den die Gemeinde Wien seit 1850 als öffentlichen Verkehrsweg betreute. Die Stadt drängte dann insbesondere seit den 1880er Jahren, Wegerechte im Bereich von Burg und Hofstallungen auf einem Plan unverrückbar festzuhalten. Die Hofstellen waren jedoch ablehnend, da man sich bezüglich der Verbauung der Flächen nicht einschränken lassen wollte.
  6. ANNO: Heldenplatz: 1856-1900: 56; 1900-1918: 664; (1910-1918: 486); 1919-1938: 3441; 1938-1945: 1335. „Äußeren Burgplatz“: 1856-1900: 1577; 1900-1918: 1333; 1919-1938: 385; 1938-1945: 26. Zu diesem Befund passt, dass Karl Weiß in seiner 1872 erstmals erschienen „Geschichte der Stadt Wien“ auf Seite 384 zum Thema Bildhauerei zu den Reiterstandbildern ausführt und festhält, dass diese am „Burgplatz“ stehen würden. Archivdirektor Weiß war aufgrund jahrelanger Befassung mit der Thematik bezüglich Verkehrsflächenbenennungen sensibilisiert und hat 1873 für den Gemeinderat Benennungsgrundsätze für Verkehrsflächen erarbeitet. Er verwendet den Namen „Burgplatz“ wohl bewusst. Genauso bewusst wird im Gedenkbuch „Wien seit 60 Jahren. Ein Album für die Jugend. Zur Erinnerung an die Feier der 60jährigen Regierung Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. der Jugend Wiens gewidmet von dem Gemeinderate ihrer Vaterstadt. Wien 1908“ dreimal „Heldenplatz“ verwendet und kein einziges Mal Burgplatz.
  7. Amtsblatt der Stadt Wien Nr. 28 vom 6. April 1909, S. 951: Sitzung des Stadtrats vom 23.3.1909: Umbenennung des Kirchenplatzes in Aspern in „Heldenplatz“ (auch Verwaltungsbericht der Stadt Wien 1910, S. 123). Dazu: handschriftliches Straßenverzeichnis des Konskriptionsamts (M.Abt. 116): Heldenplatz: Pr.Zl. 4411/09 , MAZ 6402/08 (kein Akt erhalten).
  8. Wiener Stadt- und Landesarchiv, Konskriptionsamt, B 53.27: Handschriftliches Verzeichnis (1855-1948). Eine Eintragung aus vermutlich nach 1938 vermerkt auch einen „Äußerer Burgplatz: 1. Bez. (früher Heldenplatz, Erholungsplatz vor der Burg)“. Im „Namenbuch der Straßen und Plätze von Wien, 1905“ von Friedrich Umlauft ist auf Seite 14f. zu lesen: „Burgplatz (I. Bez.); diesen Namen führen zwei Plätze im Bereiche der k.k. Hofburg, welche im Wiener Volksmunde immer nur schlechthin die Burg genannt wird. Der ältere heißt seit dem Jahre 1846, da auf ihm das von Pompeo Marchesi ausgeführte Monument des Kaisers Franz I. aufgestellt wurde, offiziell „Franzensplatz“. Der äußere Burgplatz heißt auch „Heldenplatz“, weil auf demselben die von Fernkorn modellierten Standbilder der heldenhaften Heeresführer Österreichs, des Erzherzogs Karl (seit 1860) und des Prinzen Eugen (seit 1865) aufgestellt sind.“ Diese Erklärung fasst die Sachlage ziemlich treffend zusammen. Umlaufts Namenbuch kann als seriöse Quelle gelten, da er mit dem Konskriptionsamt zusammenarbeitete. Der Direktor der städtischen Sammlungen, Probst, behauptet sogar, es wäre im Auftrag der Gemeinde verfasst worden. Aktenmaterial sei jedenfalls offiziell zur Verfügung gestellt worden (Wiener Stadt- und Landesarchiv, M.Abt. 116, A 15/9, Q9 8479/1908). Der von 1863 an jährlich erschienene Kommunalkalender (Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch 1863-1922) enthält auch jeweils ein Straßenverzeichnis. Aus den Akten des Konskriptionsamtes lässt sich ein Austausch mit der Redaktion des Kommunalkalenders ersehen. Im Kommunalkalender kam bis 1911 weder ein (Äußerer) Burg- noch ein Heldenplatz vor. 1911 vollzog man dann die Benennung des Asperner Heldenplatzes nach „Heldenplatz, Aspern vormals Kirchplatz“. Ein Burgplatz ist erstmals 1922 erwähnt. Die Stadt dürfte hier das Ende der Monarchie insofern nachvollziehen, als der Burgplatz nun aus dem Hofburgverband gelöst betrachtet und als öffentlicher Platz definiert wird („Burgplatz I“), wenngleich nach wie vor nicht unter Verwaltung der Stadt. Ludwig Rossas „Straßennamen und deren Erklärung“ aus 1929 nennt den Heldenplatz im 1. Bezirk, verweist aber auf den Burgplatz. Die zweite Ausgabe von Rossa bringt wie das erstmal 1935 erschienene Handbuch der Stadt Wien (unter der Überschrift „Ursprung der Namen der Gassen, Straßen und Plätze Wiens“) zwei Heldenplätze: in Normaldruck: „Heldenplatz I seit 1909 „Äußerer Burgplatz“, in Fettdruck: „Heldenplatz XXI/6“ (zuerst Friedhofsweg, dann bis 1909 Kirchenplatz [Aspern]). In der NS-Zeit war man sich von Amtswegen nicht einig: Während das Straßenverzeichnis von Wien herausgegeben von der Reichspostdirektion 1939 nur den Heldenplatz in Aspern mit dem Zustellpostamt 148 (=Groß-Enzersdorfer Straße 11) kennt und der heutige Heldenplatz als „I, Burgplatz, äußerer“ firmiert, weist das „Straßenverzeichnis des Gaues Wien“ herausgegeben von der Gauleitung Wien (Organisationsamt, 1940) gleich drei gleichwertige Heldenplätze (1, 21 und Perchtoldsdorf) aus. Ein Verweis auf einen ‚äußeren Burgplatz‘ fehlt. Das im gleichen Jahr publizierte Handbuch des Gaus Wien übernimmt wiederum die Angaben des „Handbuchs der Stadt Wien“ aus 1935. Im „Lehmannn“ (Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger) der Jahre 1934 und 1942 liest man übrigens auch lediglich vom Asperner Heldenplatz. Der heutige Heldenplatz ist mit einem Verweis auf „Hofburg“ bzw. „Burgplatz, äußerer“ vermerkt. Das übrigens auch noch in der Ausgabe von 1963.
  9. „Burgplatz I (Heldenplatz)“, „Heldenplatz I; Platz vor der Hofburg“ und „Heldenplatz XXII (Aspern)“. Im Vorwort des Verzeichnisses wird festgehalten, dass amtliche Benennungen seit Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgten, aber erst Friedrich Umlauft 1895 (= 1. Ausgabe, verbesserte Ausgabe 1905) ein halbamtliches, jedoch fehlerhaftes und unvollständiges Straßenverzeichnis herausgebracht habe. Das Werk war hinfort jedenfalls Quelle vieler Produkte dieser Art, auch im amtlichen Bereich. Nach dem Krieg wurden nun Mängel und Schäden an amtlichen Unterlagen behoben. Seit 1946 habe man ein „mühseliges Studium von Akten, Plänen und sonstigen Dokumenten“ durchgeführt. Die Ergebnisse lägen nun vor.
  10. Wiener Stadt- und Landesarchiv, M.Abt. 350, A1, 3344/1954.
  11. Amtsblatt der Stadt Wien Nr. 98 vom 10. Dezember 1955, Seite 8.
  12. Das „Amtliches Wiener Straßenverzeichnis“ schrieb allerdings noch bis zur 7. Auflage (1969) den 1950 abgedruckten Stand (s.o.) fort. Erst das „Amtliche Wiener Straßenverzeichnis“ in seiner 8. Auflage (1975) kennt allein den „Heldenplatz“ in Wien 1; der „Burgplatz“ ist erstmals nicht mehr aufgeführt.
  13. Zusammenstellung von Martin Senekowitsch (laut Gardechronik des Gardebataillons)
  14. Demokratiezentrum, Wissenslexikon: Lichtermeer
  15. Fest der Freude
  16. Seit 1997 als Nachfolgeorganisation der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen vom Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche mit dem Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs als Partner gegründet. Im Jahr 2000 bestimmte die Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen das MKÖ zu ihrer offiziellen Nachfolgeorganisation.