Heinrich Goldemund

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Heinrich Goldemund
Personenname Goldemund, Heinrich
Abweichende Namensform
Titel Dr. h. c.
Geschlecht männlich
GND
Geburtsdatum 13.08.1863
Geburtsort Kojetin, Mähren (Kojetin, Tschechische Republik)
Sterbedatum 02.03.1947
Sterbeort Salzburg
Begräbnisdatum
Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab
Beruf Stadtplaner
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Goldemundweg
Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  13.01.2017 durch DYN\krabina
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Bildname Heinrichgoldemund.jpg
Bildunterschrift  Heinrich Goldemund
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-003454
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Präsident des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins
Stadtbaudirektor der Stadt Wien26 März 19131920
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Goldene Ehrenmünze des Ingenieurs- und Architektenvereins
Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft1943
Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens

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Goldemund Heinrich, * 13. August 1863 Kojetin, Mähren (Kojetin, Tschechische Republik), † 2. März 1947 Salzburg, Stadtplaner.

Nach dem Gymnasium absolvierte er sein Studium (Bauingenieurwesen) an der Technischen Hochschule in Wien 1890 trat er in das Wiener magistratische Bauamt ein, wurde 1893 Bauadjunkt und kam 1894 in das neuerrichtete Büro für die Bearbeitung des Regulierungsplans, wo er 1898 zum Oberinspektor avancierte; 1900 fuhr er in dieser Funktion zum Studium der Stadtregulierung und des Gartenwesens zur Weltausstellung nach Paris. Nach der Pensionierung von Stadtbaudirektor Franz Berger wurde Goldemund 1908 Oberbaurat und teilte sich mit Oberbaurat Karl Sykora die Leitung der Baudirektion. 1913-1920 war er (nach der Pensionierung Sykoras) Baudirektor. Goldemunds Hauptaugenmerk galt der Stadtregulierung samt öffentlichem Gartenwesen, der Bauordnung, dem städtischen Wohnungswesen und dem Großstadtverkehr. Aufgrund seines Bestrebens, die städtischen Grünflächen zu vergrößern, wurden einige Parkanlagen (zum Beispiel Türkenschanzpark) erweitert. Das Projekt für die Erhaltung des Wald- und Wiesengürtels sowie die Anlage der Höhenstraße stammen von ihm. Goldemund setzte sich für die Wahrung des Stadtbilds unter Bedachtnahme auf historische Bauten ein. Er war Mitglied der Donauregulierungskommission und hatte Anteil an der Einlösung der Spitzackergründe zur Errichtung des Technischen Museums. Goldemund gehörte als leitender Verwaltungsrat der „Universale" Bau-AG, an, war Präsident des Österreichischen Ingenieur- und Architektenvereins und der Ingenieurskammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Mitglied der Verwaltungskommission der Österreichischen Bundesbahnen sowie korrespondierendes Mitglied des Bundesdenkmalamts.

1920 trat er in den Ruhestand, war aber weiterhin als Zivilingenieur tätig. Für seine Leistungen wurde er hoch geehrt: Goldene Ehrenmünze des Ingenieurs- und Architektenvereins, Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens, Dr. techn. h. c., Ehrensenator der Technischen Hochschule Wien, bayerischer und sächsischer Orden).

Laut Abschlussbericht der im Auftrag der Universität Wien und der Stadt Wien eingesetzten Forschungsgruppe zur Untersuchung und Kontextualisierung der Benennung der Wiener Straßennamen seit 1860 hatte Heinrich Goldemund zahlreiche Mitgliedschaften während der NS-Zeit inne: Nationalsozialistische Volkswohlfahrt, Deutsche Arbeitsfront, NS-Bund Deutscher Techniker, NS-Lehrerbund. 1939 wurde Goldemund für den Wiener Gemeindetag Beirat für das Bauwesen.

Goldemundweg

Literatur

  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd.
  • Festschrift herausgegeben anläßlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes am 12. Mai 1935 von der Technikerschaft des Wiener Stadtbauamtes und der großen Technischen Unternehmungen der Stadt Wien. Wien: Deutscher Verlag für Jugend und Volk 1935, S. 49 ff.
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Umstrittene Wiener Straßennamen. Ein kritisches Lesebuch. Wien: Pichler Verlag 2014, S. 231 f.
  • Peter Autengruber / Birgit Nemec / Oliver Rathkolb / Florian Wenninger: Forschungsprojektendbericht "Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'". Wien 2013