Heiligengeistspital

Aus Wien Geschichte Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Art der Organisation Anstalt
Jahr von 1211
Jahr bis
Benannt nach
Prominente Personen Leopold VI.
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
Letzte Änderung am  21.01.2017 durch DYN\krabina
Export RDF-Export (Resource Description Framework) RDF
BezirkStraßeHausnummer
WiedenKarlsplatz
WiedenWiedner Hauptstraße

frühere Adressierung

Es wurden noch keine früheren Adressen zu dieser Organisation erfasst!

Es wurden noch keine Bezeichnungen zu dieser Organisation erfasst!
Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Heiligengeistspital (4, Karlsplatz/Wiedner Hauptstraße, seinerzeit außerhalb des Kärntnertors südlich des Wienflusses gelegen; Ordenshaus des Heiligen-Geist-Ordens).

Durch Herzog Leopold VI. und seinen Arzt und Kaplan Meister Gerhard gegründet (Stiftbrief Leopolds vom 12. Mai 1211, einige Jahre nach der entscheidenden Stiftung Gerhards ausgestellt, wenn die Urkunde in der überlieferten Form auch verfälscht ist, wird man an Ausstellungsdatum und Zweck doch festhalten können). Es handelt sich um die älteste bekannte Spitalstiftung Wiens.

Das Spital stand am Wienfluss, in der Nähe des alten Naschmarktes. 1274 von Ottokar II. und 1371 von Albrecht III. privilegiert Es handelte sich um die erste Niederlassung des von Südfrankreich ausgegangenen Heiligen-Geist-Ordens auf deutschem Boden, anfänglich lediglich zur Kranken- und Armenpflege errichtet und nicht zur Blüte gekommen. Erst im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts kam das Heiligengeistspital durch Schenkungen in die Lage, Höfe, Wiesen, Häuser und Wälder am Oberlauf des Wienflusses zu erwerben. Sie befanden sich ungefähr von der verlängerten Kärntner Straße bis zur Kettenbrücke. Das Spital konnte sich nie richtig entfalten. 1345 musste die Insassenzahl aufgrund finazieller Schwierigkeiten eingeschränkt werden, es blieben danach eigentlich nur noch geistliche Funktionen. Am Beginn des 16. Jahrhunderts wirtschaftlich kaum mehr lebensfähig, wurde es 1529 zerstört und nicht wiedererrichtet. Besitz und Rechte gingen 1533 auf das Bistum Wien über.

Literatur

  • Rudolf Geyer: Ein Prozeß um die Gründungsurkunde des Wiener Heiligengeistspitals. In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs. Innsbruck [u.a.]: Studienverlag 1948 - lfd. Band 7,1954, S. 131 ff.
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 232
  • Paul Harrer-Lucienfeld: Wien, seine Häuser, Geschichte und Kultur. Band 2, 1. Teil. Wien ²1952 (Manuskript im WStLA), S. 178 f.
  • Carl Hofbauer: Die Wieden mit den Edelsitzen Conradswerd, Mühlfeld, Schaumburgerhof und dem Freigrunde Hungerbrunn. Historisch-topographische Skizzen zur Schilderung der Vorstädte Wiens. Wien: Gorischek 1864, S. 8 ff.
  • Josef Kallbrunner: Zur Geschichte des Heiligengeistspitals in Wien. In: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien. Wien: Alterthumsverein zu Wien 1884-1918. Band 11,1914/16, S. 117 ff.
  • Richard Perger / Walther Brauneis: Die mittelalterlichen Kirchen und Klöster Wiens. Wien [u.a.]: Zsolnay 1977 (Wiener Geschichtsbücher, 19/20), S. 244 ff.
  • Richard Perger: Die Grundherren im mittelalterlichen Wien. 2. Teil: Geistliche Grundherrschaften des 13. und 14. Jahrhunderts. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien Band 21-22,1965/1966, S. 120 f.
  • Hans von Voltelini: Die Anfänge der Stadt Wien. Wien [u.a.]: Fromme 1913, S. 53