Hansi Niese

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Hansi Niese (um 1904)
Personenname Niese, Hansi
Abweichende Namensform Niese, Johanna, Niese-Jarno-Breza, Johanna
Titel Volksschauspielerin
Geschlecht weiblich
GND 117016705
Geburtsdatum 10.11.1875
Geburtsort Wien
Sterbedatum 04.04.1934
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum 12.04.1934
Friedhof Zentralfriedhof
Grabstelle Ehrengrab, Gr. 14C, Nr. 4
Ehrengrab
Beruf Schauspielerin, Sängerin
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung
Verkehrsfläche Hansi-Niese-Weg, Hansi-Niese-Gasse
Denkmal Hansi-Niese-Denkmal
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  19.09.2017 durch WIEN1\lanm09bum
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Bildname hansiniese.jpg
Bildunterschrift  Hansi Niese (um 1904)
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Handschriftensammlung, H.I.N.-235559
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0

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Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wohnadresse13Speisinger Straße28
Geburtsadresse6Kollergerngasse3
Sterbeadresse9Mariannengasse20
NameVerwandtschaftsgrad
Josef JarnoGatte
Hansi Jarno-BrezaTochter

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Niese Hansi (Johanna), * 10. November 1875 Wien 6, Kollergerngasse 3, † 4. April 1934 (auf dem Transport vom Konzerthaus ins Sanatorium Loew [9, Mariannengasse 20]; Zentralfriedhof, Ehrengrab, Gr. 14C, Nr. 4), Volksschauspielerin, Gatte (28. August 1900) Josef Jarno, Tochter eines aus Sachsen stammenden wohlhabenden Papierfabrikanten und dessen Wiener Gattin.

Biographie

Besuchte die Bürgerschule in der Rahlgasse und stand als Elfjährige in der Truppe des Schauspielers Lejeune in einem Speisinger Gasthaus erstmals auf der Bühne. Ohne jemals Schauspielunterricht genommen zu haben, trat sie 1889 bei Schwender in Rudolfsheim auf, wurde 1891 als Naive ans Stadttheater Znaim verpflichtet, spielte in Abbazia (Opatija) und trat am 25. Juni 1892 als Sabine in "Großstadtluft" am Kurtheater in Gmunden auf. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sie dort (als resches Stubenmädel) ihren eigenen Typ. 1892/1893 spielte sie an den Stadttheatern von Czernowitz und Karlsbad, im Herbst 1893 holte sie Adam Müller-Guttenbrunn an das neugegründete Raimundtheater (Debüt am 7. Dezember). Niese wurde bald zum Publikumsliebling; durchschlagende Erfolge als Annerl im "Pfarrer von Kirchfeld" und Rosl im "Verschwender" (gemeinsam mit Alexander Girardi) trugen zu ihrer Karriere bei. 1898 gastierte sie als Christine in Schnitzlers "Liebelei" erstmals am Neuen Theater in Berlin. Sie folgte ihrem Gatten, der die Direktion des Theaters in der Josefstadt übernommen hatte, an diese Bühne, spielte jedoch auch am Lustspieltheater, dessen Ensemble mit dem der Josefstadt vereinigt war. Mit dem Aufkommen der Wiener Operette feierte sie als "Försterchristl" (1907) Triumphe. In der Tannhäuser-Parodie von Nestroy konnte sie ihre Improvisationsgabe und Lust an der Karikatur zum Ausdruck bringen. Als Jarno 1932 starb, ließ er seine Witwe mit einer enormen Schuldenlast zurück. Niese, die sich nunmehr in bescheidene Verhältnisse zurückzog, unternahm zahlreiche Gastspielreisen und widmete sich verstärkt (Erfolg hatte sie bereits mit "Die große Liebe" [1931] und "Husarenliebe" [1932] gehabt) der Filmtätigkeit. Sie wohnte 1880-1892 im Haus ihrer Eltern (13, Speisinger Straße 28; Gedenktafel [Geburtsort Lainz).

Hansi-Niese-Gasse, Hansi-Niese-Weg, Niesedenkmal.

Literatur

  • Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte. Hg. von Franz Planer. Wien: F. Planer 1929
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theaterlexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. Wien: F. Kleinmayr 1953
  • Hermann Clemens Kosel: Deutsch-österreichisches Künstler- und Schriftsteller-Lexikon. Band 1: Biographien der Wiener Künstler und Schriftsteller. Wien: Verlag der Gesellschaft für Graphische Industrie 1902
  • Neue deutsche Biographie. Hg. von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 10. Berlin: Duncker & Humblot 1974 (unter Jarno)
  • Neue österreichische Biographie. 1815 – 1918. Band 17. Wien [u.a.]: Amalthea-Verlag 1968
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien/Graz: Böhlau 1954-lfd. (Verzeichnis der Hauptrollen)
  • Isabella Ackerl / Friedrich Weissensteiner: Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik. Wien: Ueberreuter 1992
  • Gerda Doublier: Hansi Niese. In: Frauenbilder aus Österreich. Eine Sammlung von zwölf Essays. Wien: Obelisk Verlag 1955, S. 227 ff.
  • Maria Czelechowski: Hansi Niese. Diss. Univ. Wien. Wien 1947
  • Das Wiener Heimatbuch – Mariahilf. Hg. von der Arbeitsgemeinschaft des Mariahilfer Heimatmuseums. Wien: Austria Press 1963, S. 196
  • Gerhardt Kapner: Freiplastik in Wien. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1970, S. 378
  • Felix Czeike: XIII. Hietzing. Mit ausführlicher Beschreibung, Karten- und Grundrißskizzen von Schönbrunn. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1982 (Wiener Bezirkskulturführer, 13), S. 51
  • Hans Markl: Die Gedenktafeln Wiens. Wien: ABZ-Verlag 1949, S. 170 ff.
  • Hans Markl: Kennst du alle berühmten Gedenkstätten Wiens? Wien [u.a.]: Pechan 1959 (Perlenreihe, 1008), Register
  • Hans Markl: Kennst du die berühmten letzten Ruhestätten auf den Wiener Friedhöfen? Band 1: Zentralfriedhof und Krematorium (Urnenhain). Wien: Pechan 1961, S. 45

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