Gustav Klimt

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Gustav Klimt
Personenname Klimt, Gustav
Abweichende Namensform
Titel
Geschlecht männlich
GND 118563289
Geburtsdatum 14. 07.1862
Geburtsort Wien
Sterbedatum 06.02.1918
Sterbeort Wien
Begräbnisdatum
Friedhof Hietzinger Friedhof
Grabstelle
Ehrengrab ja
Beruf Maler, Grafiker
Parteizugehörigkeit
Religionszugehörigkeit 
Ereignis
Nachlass/Vorlass
Verkehrsfläche Klimtgasse
Denkmal Klimt-Geburtshaus
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Gedenktage
Letzte Änderung am  23.05.2018 durch WIEN1\lanm09bum
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Bildname Gustavklimt.jpg
Bildunterschrift  Gustav Klimt
Bildquelle Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv: Fotosammlung, TF-005335
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
FunktionFunktion vonFunktion bis
Präsident der Secession18971905
AuszeichnungVerleihungÜbernahme
Villa-Romana-Preis des Deutschen Künstlerbundes1905
Goldenes Verdienstkreuz1888
Grand Prix in Antwerpen1895
Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung1900
Art der AdresseBezirkStraßeHausnummer
Wirkungsadresse8Josefstädter Straße21
Wirkungsadresse13Feldmühlgasse11
Letzte Wohnadresse7Westbahnstraße36
Sterbeadresse9Alser Straße4
Wirkungsadresse6Sandwirtgasse8
NameVerwandtschaftsgrad
Emilie FlögeLebensgefährtin
Gustav UcickySohn
Ernst Klimt der ÄltereVater
Ernst Klimt der JüngereBruder
Georg KlimtBruder

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Gustav Klimt, * 14. Juli 1862 Baumgarten 4 (14, Linzer Straße 247), † 6. Februar 1918 Wien 9, Alser Straße 4 (Allgemeines Krankenhaus), Maler.

Biographie

Gustav Klimt war der Sohn des aus Böhmen eingewanderten Goldgraveurs Ernst Klimt des Älteren und seiner Frau Anna (1836 bis 1915), geb. Finster, sowie Bruder von Ernst Klimt und Georg Klimt. Gustav Klimt besuchte bereits als 14-jähriger die zweiklassige Vorbereitungsschule an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, der heutigen Universität für angewandte Kunst und war anschließend Schüler der Klasse des Dekorationsmalers Ferdinand Laufberger.

Aus der Zusammenarbeit an Hans Makarts Bild "Festzug zur Silbernen Hochzeit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth" 1879 entstand eine Arbeitsgemeinschaft mit seinem Bruder Ernst und mit Franz Matsch, die ab 1883 als Ateliergemeinschaft unter dem Namen "Künstlerkompagnie" firmierte. Das gemeinsame Atelier war an der Adresse 6., Sandwirtgasse 8, und ab 1891 im Gartenpavillon 8., Josefstädter Straße 21, zu finden. Gemeinsam schufen sie das Vorhang- und das Deckengemälde für die Theater in Reichenberg und Karlsbad, 1885 die Deckengestaltung der Hermesvilla sowie monumentale Gemälde in der Ringstraßenzone, wie 1886 bis 1888 das Deckengemälde der beiden Feststiegen [Goldenes Verdienstkreuz als Anerkennung] im Burgtheater und 1891 die Zwickelbilder im Kunsthistorischen Museum. 1882 begann Klimt mit den Entwürfen für das Werk "Allegorien und Embleme", dem 1895 bis 1900 eine "Neue Folge" von Allegorien folgte. Nach dem Tod von Ernst Klimt 1892 löst sich die Künstlercompagnie auf.

1888/1889 entstand das Aquarell "Zuschauerraum im alten Burgtheater" (1890 Kaiserpreis als Anerkennung). 1892 gestaltete Klimt das wirkungsvolle Plakat für die Internationale Musik- und Theaterausstellung in Wien. 1891 wurde er Mitglied des Künstlerhauses, trat jedoch am 24. Mai 1897 aus und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der oppositionellen Secession, deren erster Präsident er wurde (1897 bis 1899). Für das von Josef Olbrich 1897/1898 errichtete Secessionsgebäude entwarf Klimt die Metalltüren. Um die Jahrhundertwende fertigte er eine Reihe von Porträts (wobei die Spannung zwischen den beiden konkurrierenden Kunstrichtungen seinen Stil beeinflusste), 1898 bis 1903 lieferte er Illustrationen für die Zeitschrift "Ver sacrum".

1894 erhielt Klimt gemeinsam mit Matsch den offiziellen Auftrag des Unterrichtsministeriums, für die Universität allegorische Deckenbilder für den großen Festsaal zu malen. Klimt übernimmt die drei weltlichen Fakultäten ("Philosophie", 1900 [Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung]; "Medizin", 1901; "Jurisprudenz", 1903 [alle 1945 im Bergungsort Schloss Immendorf in Niederösterreich verbrannt]) und Matsch die "Theologie" und das große Mittelbild. Klimts Entwürfe stießen auf so schroffe Ablehnung der Auftraggeber und der Öffentlichkeit, dass er sie zurückhielt. Klimt hatte die Bilder 1896 bis 1906 im eigens dafür angemieteten Dachbodenatelier des Hauses Florianigasse 54 gemalt. Es war sein letzter Auftrag aus öffentlicher Hand.

1902 schuf er für die 14. Ausstellung der Secession den Beethovenfries. Kurz nach der Beteiligung an einer Kollektivausstellung Klimts in der Secession (1903), an der sich bereits seine internationale Bedeutung ablesen lässt, löste sich 1905 die "Klimt-Gruppe" aus deren Verband (Protest gegen den "naturalistischen Flügel", dem unter anderem Engelhart angehörte), und veranstaltete 1908 ihre erste eigene Ausstellung: die "Kunstschau" in Ausstellungsarchitektur von Josef Hoffmann auf dem Baugrund des Konzerthauses. 1909 bis 1911 entstand nach Entwürfen Klimts der "Stoclet-Fries", ein dekorativ-figurales Mosaik für Josef Hoffmanns Stoclet-Palais in Brüssel. Eines der berühmtesten Gemälde der späteren Zeit ist "Der Kuss" (1908). 1911 bezog Klimt das Atelier 13, Feldmühlgasse 11. Beteiligung an Ausstellungen in Prag und Dresden (1908), München (1909), Venedig (Biennale 1910), Rom (1911), Dresden (1912), Budapest, München und Mannheim (1913) und Berlin (Secession, 1916).

Klimt war ein Hauptvertreter des Wiener Jugendstils und hatte nicht nur auf die Secession und die Kunstgewerbeschule, sondern auch auf die Wiener Werkstätte großen Einfluss. Klimts Kunst bildet einen hervorragenden Anteil der österreichischen Malerei der Jahrhundertwende an der internationalen Kunstbewegung. Klimt beeinflusste das Werk Egon Schieles, den er 1907 kennengelernt hatte, und des jungen Oskar Kokoschka. Klimt entwarf auch Reformkleider für den Mariahilfer Modesalon der Schwestern Flöge. Er verbrachte die Sommermonate 1900 bis 1916 fast immer am Attersee. Klimt war Ehrenmitglied der Wiener und der Münchner Akademie der bildenden Künste (1917). Im Jänner 1918 erlitt Gustav Klimt in seiner Wohnung in der Westbahnstraße einen Schlaganfall und verstarb wenig später.

Einen sechs Jahre andauernden Rechtsstreit entfachten 1999 fünf Klimt-Gemälde, die 1941 von den NS-Behörden aus dem Besitz der Familie Bloch-Bauer beschlagnahmt und der Österreichischen Galerie Belvedere übergeben worden waren. Diese wurden im Jänner 2006 auf Grund des Urteils eines Schiedsgerichtes den Erben zugesprochen. Die Republik Österreich verzichtete auf ihr Vorkaufsrecht und das als "Goldene Adele" bekannte Bild "Adele Bloch-Bauer I" wurde im Rahmen einer Auktion von Ronald S. Lauder für die Neue Galerie in New York erworben. Der Ankauf des 1901 gemalten "Beethovenfrieses" durch die Republik Österreich im Jahr 1973 wurde 2015 vom Kunstbeirat als rechtlich wie moralisch korrekt eingestuft, weshalb keine Restitution stattfand.

Gustav Klimt lebte in Lebensgemeinschaft mit Emilie Flöge und hatte mit drei Frauen sechs Kinder: Gustav Ucicky, Gustav (1899 bis 1976) und Otto (geboren und gestorben 1902) Zimmermann, Gustav (1912 bis 1989), Charlotte (1914 bis 1915) und Wilhelm (1915 bis 1945) Huber.

Das Klimt-Geburtshaus (14, Linzer Straße 247) wurde 1968 abgebrochen. An Klimts ehemaligen Wohnhaus im 7. Bezirk in der Westbahnstraße 36 enthüllte man am 20. März 2001 eine Gedenktafel. Bereits 1924 benannte man nach dem Künstler die Klimtgasse im 12. Bezirk.

Quellen


Literatur

  • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger [Hg.]: Gustav Klimt 150 Jahre. Zur Ausstellung im Belvedere Wien 150 Jahre Gustav Klimt vom 13. Juli 2012 bis 6. Jänner 2013. Wien: Belvedere 2012
  • Marian Bisanz-Prakken: Gustav Klimt. Die Zeichnungen. München: Hirmer, 2012
  • Tobias G. Natter / Franz Smola / Peter Weinhäupl [Hg.]: Klimt persönlich. Bilder − Briefe − Einblicke. Wien: Brandstätter 2012
  • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger [Hg.): Gustav Klimt und Josef Hoffmann − Pioniere der Moderne. München: Prestel 2011
  • Harald Salfellner: Gustav Klimt. Sein Leben in Wort und Bild. Prag: Vitalis 2012
  • Alfred Weidinger [Hg.]: Gustav Klimt und die Kunstschau 1908. München: Prestel 2008
  • Agnes Husslein-Arco / Alfred Weidinger [Hg.]: Gustav Klimt und die Künstler-Compagnie. Wien: Belvedere 2007
  • Maria Rennhofer: Gustav Klimt. Wien: Christian Brandstätter 1998
  • Salzburger Nachrichten, 04.11.1998 (letztes Atelier)
  • Walter Kleindel: Das große Buch der Österreicher. 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild, Namen, Daten, Fakten. Unter Mitarbeit von Hans Veigl. Wien: Kremayr & Scheriau 1987
  • Heinz Schöny: Wiener Künstler-Ahnen. Genealogische Daten und Ahnenlisten Wiener Maler. Band 3: Jugendstil (Symbolismus). Wien: Herald.-Genealog. Ges. "Adler" 1987, S. 22-32
  • Gustav Klimt. Zeichnungen aus amerikanischem Privatbesitz und aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien. Historisches Museum der Stadt Wien, 7. Juni bis 16. September 1984. Museum Villa Stuck München − Stuck-Jugendstil-Verein e.V., 29. November 1984 bis 27. Jänner 1985. Neue Galerie der Stadt Linz − Wolfgang-Gurlitt-Museum, 5. Februar bis 8. April 1985. Wien: Museen der Stadt Wien (Historisches Museum Wien: Sonderausstellung, 89), S. 93, S. 527 ff.
  • Parnass. Das Kunstmagazin. Wien: Parnass Verlagsgesellschaft / Linz: Grosser 1981−lfd. Band 3.1984, S. 19 ff.
  • Felix Czeike: XIV. Penzing. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1980 (Wiener Bezirkskulturführer, 14), S. 40 f. (Geburtshaus)
  • Klimt-Studien. Mitteilungen der Österreichischen Galerie. Wien: Österr. Galerie. Band 66/67,1978/79, S. 215 ff.
  • Alice Strobl: Zu den Fakultätsbildern von Gustav Klimt. In: Albertina-Studien. Wien: Albertina 1.1963−5/6.1967/68(1970). Band, 2,1964, S. 138-169
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Hietzing. Ein Bezirk im Grünen. Wien: Mohl 1977, S. 114 f.
  • Marian Bisanz-Prakken: Der Beethovenfries. Geschichte, Funktion, Bedeutung. Salzburg [u.a.]: Residenz Verl. 1977
  • Christian Michael Nebehay: Gustav Klimt. Sein Leben nach zeitgenössischen Berichten und Quellen. München: Dt. Taschenbuch Verl. 1976
  • Robert Weissenberger: Die Wiener Secession. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1971, Reg.
  • Christian Michael Nebehay [Hg.]: Gustav Klimt. Dokumentation. Wien: Verl. d. Galerie Christian M. Nebehay 1969
  • Fritz Novotny / Johannes Dobai: Gustav Klimt. Hg. von Friedrich Welz. Salzburg: Salzburg: Verlag Galerie Welz 1967
  • Heinrich Srbik / Reinhold Lorenz: Die geschichtliche Stellung Wiens 1740−1918. Wien: Verein für Geschichte der Stadt Wien 1962 (Geschichte der Stadt Wien, N.R. 7/2), S. 153, 180 ff., 190 ff., 206 f., 259
  • Emil Pirchan: Gustav Klimt. Wien: Bergland Verl. 1956
  • Ingomar Halle: Gustav Klimt. Ein Wiener Maler des Jugendstils. Phil. Diss., Univ. Graz, 6. Juli 1956. Graz 1955
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 62, 72, 129
  • Österreichisches biographisches Lexikon 1815−1950. Hg. von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften / Wien / Graz: Böhlau 1954−lfd.
  • Max Eisler [Hg.]: Gustav Klimt. Wien: Österreich. Staatsdr. 1920
  • Ulrich Thieme / Felix Becker [Hg.]: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. 37 Bände. Leipzig: Engelmann 1907−1950
  • Hermann Bahr: Gegen Klimt. Wien [u.a.]: Eisenstein & Co. 1903
  • Hermann Bahr: Rede über Klimt. Wien: Wiener Verlag 1901

Links