Gumpendorfer Kaserne

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Gumpendorfer Straße 76 – Kasernentor, 1899
Art des Bauwerks Gebäude
Jahr von 1688
Jahr bis
Andere Bezeichnung Grenadierkaserne, Schmalzhofkaserne
Frühere Bezeichnung
Benannt nach
Einlagezahl
Architekt
Prominente Bewohner
Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Bildname HMW 024195.jpg
Bildunterschrift  Gumpendorfer Straße 76 – Kasernentor, 1899
Bildquelle HMW 24195, Foto: A. Stauda
Bildrechte CC BY-NC-ND 4.0
BezirkStraßeHausnummer
6Gumpendorfer Straße68-76

frühere Adressierung

Derzeit wurden noch keine frühere Adressen zu diesem Bauwerk erfasst!

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Kartenausschnitt aus Wien Kulturgut

Gumpendorfer Kaserne (Grenadierkaserne; auch Schmalzhofkaserne genannt; 6, Gumpendorfer Straße 68-76, Teil der ursprünglich weitläufigen Königseggschen Gründe {Königseggpalais}, zwischen Gumpendorfer Straße, Kasernengasse [Otto-Bauer-Gasse] und Schmalzhofgasse gelegen). Vor 1683 befand sich hier ein Frauenkloster der Nicolaierinnen, das den Türken zum Opfer fiel. 1688 wurde das Areal von Leopold Wilhelm Graf Königsegg und Rothenfels erworben, der sich ein prächtiges Palais mit Kapelle erbauen ließ (in dem unter anderem 1698 Zar Peter der Große zu Gast weilte).

1754 erwarb Maria Theresia den Besitz und richtete darin die der militärischen Ausbildung dienende Ingenieurschule ein (welche 1760 in den Rang einer Militärakademie erhoben wurde). Das alte Klostergebäude wurde zunächst Militärspital. Am 13. Dezember 1785 ordnete Joseph II. an, dasselbe in eine Grenadierkaserne umzuwandeln.

Das Gebäude bewahrte die typischen Merkmale des Klosterbaustils. In der Gumpendorfer Straße stand der dreistöckiger Offizierstrakt mit großem Einfahrtstor, der von zwei schmucklosen zweistöckigen Mannschaftstrakten flankiert wurde (einer entlang der Kasernengasse), entlang der Schmalzhofgasse lag der Stalltrakt, westlich schloss sich ein Landwehrgarten an. Die Kaserne blieb bis 1902 in Funktion.

Otto-Bauer-Gasse (Gumpendorfer Kaserne, demoliert 1903), 1902

Von der Gumpendorfer Kaserne nahm am 6. Oktober 1848 die Oktoberrevolution ihren Ausgang (Meuterei eines Grenadierbataillons, das Kriegsminister Graf Baillet-Latour zur Unterstützung des Banus Jellacic nach Ungarn beordert hatte). Nach der Demolierung der Kaserne (Kasernentransaktion) wurde das Gebiet 1903 parzelliert. Es entstand der Loquaiplatz mit seiner kleinen Parkanlage. Kasernengasse (Otto-Bauer-Gasse), Schmalzhofgasse.

Literatur

  • Ernest Blaschek [Hg.]: Mariahilf einst und jetzt. Wien [u.a.]: Gerlach & Wiedling 1926 (Wiener Heimatbücher), S. 136 und Register
  • Felix Czeike: Die Wiener Kasernen seit dem 18. Jahrhundert. In: Wiener Geschichtsblätter 35 (1980), S. 170 f.
  • Helmut Kretscher: Mariahilf. Geschichte des 6. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1992 (Wiener Heimatkunde, 6), S. 55 f.
  • Elfriede Faber: Wien in alten Ansichtskarten. Band 6/7, S. 11
  • Wilhelm Kisch: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre historisch interessanten Häuser. (Photomechan. Wiedergabe [d. Ausg. v. 1895]). Cosenza: Brenner 1967, Band 3, S. 292 ff.
  • Alois Bichler: Die alte Kaserne. In: Neues Wiener Journal 29.07.1937
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 1: Geschichte, historische Hilfswissenschaften, Festungswerke und Kriegswesen, Rechtswesen, Kulturgeschichte, Sittengeschichte. Wien: Touristik-Verlag 1947, S. 129