Gschnasfeste

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Quelle Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien
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Gschnasfeste, berühmte Kostümfeste zur Faschingszeit, veranstaltet vom Albrecht-Dürer-Verein (nach 1850) beziehungsweise der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (nach 1861; Künstlerhaus, Institution), ursprünglich im Lokal "Zum blauen Strauß" (6, Laimgrube), nach 1869 im Künstlerhaus (Gebäude). Die Gschnasfeste sind eine Erfindung der bildenden Künstler Wiens; es ist falsch fremde Masken- und Kostümbälle so zu bezeichnen. Der Ursprung des Worts ist nicht eindeutig geklärt (Gschnas). Es handelte sich jedenfalls um eine spezifische Art von Künstlerfesten, ursprünglich noch historisierend mit mehr oder minder echten, naturalistischen Kostümen und Dekorationen; erst später dürfte sich die Bezeichnung Gschnas auf kostbar erscheinende Dinge, Kunstwerke, Kostüme, Schmuck und museale Gegenstände aller Art, die aus gänzlichem wertlosem Zeug zusammengebastelt waren, verlagert haben. Die Gschnasfeste waren dank der niedrigen Besteuerung bis zum Zweiten Weltkrieg meist ein großer finanzieller Erfolg; der Gewinn wurde für soziale Unterstützungen verwendet. Erst gegen Ende der 50er Jahre wurden die Gschnasfeste durch die zunehmende Steuerlast so defizitär, dass man nach 1965 von ihrer Fortführung absah.

Literatur

  • Wladimir Aichelburg: Das Wiener Künstlerhaus. 1861 - 1986. 125 Jahre in Bilddokumenten. Wien: Wolfrum 1986
  • Rudolf Schmidt: Das Wiener Künstlerhaus. Eine Chronik 1861-1951. Wien: Gesellschaft Bildender Künstler Wiens 1951
  • Mirko Jelusich / Alfred Gerstenbrand: Geschichteen um das Wiener Künstlerhaus. Das Haus und die Feste, die Hausherren, die Gäste. Wien: Kremayr & Scheriau 1965